Lebens-Lust

Flirt zweier Körper

"Darf ich bitten?" Jennifer Lopez schwebt mit Richard Gere übers Tanzparkett."Darf ich bitten?" Jennifer Lopez schwebt mit Richard Gere übers Tanzparkett.
"Bodyflirt" heißt ein neues Angebot, das derzeit zahlreiche ADTV-Tanzschulen in Deutschland anbieten. Im Gegensatz zum "normalen Tanzkurs" soll es dabei nicht hauptsächlich um das Einüben von Schrittfolgen, sondern vor allem ums Wohlfühlen gehen. "Liebe hält gesund" sprach mit Tanzlehrer Peter Marks über das Konzept.

Liebe hält gesund:
Herr Marks, welche besondere Idee steckt hinter den Bodyflirt- Kursen? Ein bisschen ist Tanzen ja immer ein "Flirt" zweier Körper.
 
Peter Marks:
Genau diese Idee wollen wir mit unserem Konzept wieder in den Vordergrund rücken! Tanzen ist in erster Linie ein Ausdruck von Gefühlen. Beim Gesellschaftstanz geht es außerdem um die Kommunikation - oder besser: um das Spiel zwischen Mann und Frau. Tanzen ist unserer Ansicht nach kein Sport, bei dem es darum geht, besser zu sein oder besser auszusehen. Stattdessen soll die Freude an der Musik und der Partnerschaft im Mittelpunkt stehen.
 
Liebe hält gesund:
Eine neuer Tanz oder eine neue Schrittfolge ist Bodyflirt also nicht?
 
Peter Marks:
Richtig. Wir brauchen keine neuen Tänze, sondern ein neues Grundverständnis des Tanzens. Die Tänze und Bewegungen richten sich nach der Musik, die den Menschen gefällt. Wir sollten als Tanzlehrer kein Sendungsbewusstsein haben, sondern uns an den Bedürfnissen der Kunden orientieren. Deshalb müssen sich auch die Methoden ändern: Weniger Frontalunterricht und weniger Auswendiglernen von Schrittkombinationen. Stattdessen sollten wir mehr Kreativität zulassen und dem Paar die Möglichkeit geben, sich miteinander zu arrangieren.

Tanzlehrer Peter Marks: "Wir brauchen ein neues Grundverständnis des Tanzens."Tanzlehrer Peter Marks: "Wir brauchen ein neues Grundverständnis des Tanzens."
Liebe hält gesund:
Wen wollen Sie mit diesem Angebot in erster Linie ansprechen?
 
Peter Marks:
Paare, die ohne Leistungsdruck tanzen lernen wollen. Paare, die tanzen wollen, um etwas Gemeinsames für sich zu tun. Paare die - wieder - zueinander kommen möchten. Damit wir uns aber nicht missverstehen: Wir wünschen uns, diese Dinge zu fördern - wir verstehen uns deshalb aber nicht als Beziehungstherapeuten.
 
Liebe hält gesund:
In den Kursen soll, wie Sie sagen, eine besonders lockere und entspannte Atmosphäre herrschen. Wie kriegen Sie das in der Praxis hin? Gibt es besondere Tricks gegen den Leistungsdruck?
 
Peter Marks:
Das Wichtigste ist Zeit! Zeit um Bewegungsprinzipien zu vermitteln. Zeit zum Ausprobieren. Zeit zum Tanzen. Qualität hat Vorrang. Lieber eine Bewegung oder einen Tanz weniger vermitteln und dafür das Paar die Gewandtheit des Tanzes erleben lassen.
 
Liebe hält gesund:
Wie sieht eine typische erste Stunde aus?
 
Peter Marks:
Wichtig ist ein Einstieg, der beiden Partnern ein gutes und schnelles Erfolgserlebnis vermittelt, denn: Tanzen kann jeder. Und das ist nicht nur ein Spruch. Genau das wollen wir in der ersten Stunde mit ganz einfachen Bewegungen zeigen. Dabei werden dann spielerisch und fast nebenbei die ersten Erfahrungen mit tänzerischen Grundprinzipien gemacht.
 
Liebe hält gesund:
Was für Musik wird denn gespielt? Eher romantische Kuschelmusik? Tango? Oder auch Schwungvolles?
 
Peter Marks:
Alles! Oder zumindest, fast alles: Die tanzbare populäre Musik, die der jeweiligen Altersgruppe gefällt und zu der sie vor allem auch eine emotionale Bindung hat. Das können Pop, Rock, Schlager und vieles mehr sein. Das kann langsam und kuschelig oder schnell und erregt sein. Und nach der Musik richtet sich dann auch die Auswahl der Tänze...
 
Wer an einem der Bodyflirt-Kurse teilnehmen will, kann sich im Internet informieren, und zwar unter: www.tanzen.de. Dort findet sich auch einer Liste aller Tanzschulen, die BodyFlirt anbieten.