Seitensprung statt Problembewältigung: Nicht wenige Männer hoffen, ihren Potenzproblemen durch einen Wechsel ihrer Partnerin beikommen zu können – und zerstören so eine bis dahin glückliche Beziehung.Seit über 30 Jahren bin ich mit meinem Mann verheiratet und bis vor kurzem waren wir eigentlich immer glücklich miteinander. In den letzten Monaten hat sich unser Verhältnis allerdings immer weiter verschlechtert. Und zwar seitdem mein Mann immer häufiger mit Erektionsproblemen zu kämpfen hat. Dass ihn diese Störungen belasten, ist ganz offensichtlich. Trotzdem haben wir es bisher nicht geschafft, offen über das Problem zu reden. Vor kurzem habe ich nun entdeckt, dass mich mein Mann mit einer jüngeren Frau betrügt. Seitdem grübele ich, was ich nur falsch gemacht habe und wie es mit meiner Beziehung weitergehen soll.
Auch wenn es sich noch so kompliziert gestalten sollte – eine offene Aussprache mit Ihrem Mann ist unumgänglich! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er sich nur in eine Affäre gestürzt hat, um seine Erektionsstörungen zu verdrängen. Bieten Sie Ihrem Mann im gemeinsamen Gespräch Hilfe bei der Bewältigung dieses Problems an – etwa, indem Sie ihm vorschlagen, gemeinsam mit ihm zum Arzt zu gehen. Auch Sie selbst sollten sich in dieser schwierigen Situation Hilfe holen – schließlich müssen Sie sich zuallerst mal darüber klarwerden, ob Sie nach der erlebten Enttäuschung die Beziehung zu Ihrem Mann überhaupt fortführen möchten. Wir empfehlen ein Gespräch bei Profamilia, das je nachdem auch gemeinsam mit Ihrem Mann stattfinden kann.
Mark H., 20, hat eine Freundin:
Ist es eigentlich schädlich, wenn eine Erektion einfach so abklingt,
ohne in einer Ejakulation zu enden? Neulich hatte ich danach starke
Bauchschmerzen.
Das einfache Abklingen einer Erektion ist sicher nicht schädlich. Es
treten ja auch während des nächtlichen Schlafes zahlreiche Erektionen
auf, die nicht in einer Ejakulation enden. Die Sorge, es könnte sich
ein so genannter „Samenstau“ bilden, ist unbegründet, da der Körper nur
so viel Sperma nachproduziert, wie zuvor verbraucht wurde. Ihre
Bauchschmerzen müssen demnach also eine andere Ursache haben. Sollten
Sie in der Zukunft wiederholt auftreten, raten wir Ihnen zu einem
Besuch bei Ihrem Hausarzt.
Jörg F., 45, verheiratet:
In letzter Zeit habe ich ein starkes Bedürfnis, mich selbst zu
befriedigen, oft mehrmals täglich. Ich habe deswegen ein zunehmend
schlechtes Gewissen meiner Frau gegenüber, obwohl ich weiß, dass sie
ebenfalls regelmäßig masturbiert. In letzter Zeit habe ich nun häufiger
Erektionsprobleme beim Verkehr mit meiner Frau, die bei der
Selbstbefriedigung nicht auftreten. Ist es möglich, dass sich die
Selbstbefriedigung negativ auf meine Potenz ausgewirkt hat? Habe ich
mir durch zu häufiges Masturbieren psychisch oder physisch geschadet?
Oder woher sonst könnten meine Erektionsprobleme kommen?
Zunächst einmal können wir Sie beruhigen: Selbstbefriedigung erzeugt
auf keinen Fall psychische oder physische Schäden. Im Gegenteil kann
sie sogar günstige Effekte haben, wie den Abbau seelischer Spannungen
oder einen Trainingseffekt der Genitalien in Zeiten ohne Partner. Nicht
unwahrscheinlich ist, dass Ihre Erektionsstörungen von dem schlechten
Gewissen herrühren, dass Sie Ihrer Frau gegenüber aufgebaut haben.
Zunächst sollten Sie also versuchen, ihre unnötigen Schuldgefühle
wieder loszuwerden – am besten in einem offenen Gespräch mit Ihrer
Frau. Da sie selbst masturbiert, dürfte eine solche Aussprache nicht
allzu schwierig sein. Sollten Sie allerdings das Gefühl haben, dass das
Thema Selbstbefriedigung Ihre gesamten Gedanken beherrscht und
schließlich zur Zwangshandlung wird, ist es ratsam, sich auch von außen
Hilfe zu holen. Hier kann eine Sexualtherapie helfen, in die unter
Umständen auch die Partnerin einbezogen werden sollte.







