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 Betreff des Beitrags: Nichts erkennbar und trotzdem krank?
BeitragVerfasst: So, 03 Feb 2008 19:48 
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Registriert: Di, 22 Jan 2008 20:41
Beiträge: 4
Hallo zusammen,
ich bin 42 und leide seit ca. 8 Jahren an ED.
Im Jahre 2002 wurde ich mittels Injektion auf richtige Durchblutung untersucht und dabei wurden keine organischen Schäden festgestellt. Der Testosteronwert lag bei 200 und war wohl auch ok. Trotzdem blieb das Problem bestehen und nur Viagra half.
Bedingt durch die rechtzeitige Einnahme des Medikaments bleibt jedoch die Spontanität auf der Strecke und belastet dadurch nicht nur mich, sondern auch meine Frau und unsere Ehe als solches.
Nach erneuter Untersuchung durch einen Urologen liegen auch zum derzeitigen Zeitpunkt keine organischen Schäden vor, auch eine evtl. psychische Störung schließt er aus, da die Zeitspanne zu groß dafür sei.
Stattdessen verschrieb er mir Cialis, was mich spontaner agieren lässt. Ich werd’s probieren, keine Frage, aber ich sträube mich innerlich gegen den Gedanken von einem weiteren Medikament „abhängig“ sein zu müssen.
Da ich mir selbst keinen Reim darauf machen kann, was in meinem bisherigen Leben eine evtl. psychische Störung verursacht haben könnte, weiß ich auch nicht, wo ich den Hebel ansetzen soll. Ich bin eigentlich ein fröhlicher, positiver Mensch, habe die Frau meines Lebens geheiratet, die ich über alles liebe und komme nur sehr selten genervt oder gestresst nach Hause.
Woran liegt’s?
Vor 9 Jahren hat man mich aufgrund Herzrhythmusstörungen stationär behandelt und mir wurde durch den rechten Oberschenkel ein Katheder gelegt. Kann’s daran liegen? Oder an den Beta-Blockern, die ich danach nehmen musste, aber wieder eigenhändig absetzte?
Schlepp‘ ich seit Jahren eine psychosomatische Störung mit mir herum, ohne daß es mir bewusst ist?
Gibt es andere Krankheiten, die NICHT per Ultraschall bzw. Injektion diagnostiziert werden können?
Ich frage mich ernsthaft, wo das eigentliche Problem liegt und welche Wege ich einschlagen soll…ist der Weg in eine Therapie der Richtige oder konsultiere ich weitere Urologen oder sogar Spezialisten?


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BeitragVerfasst: Mo, 04 Feb 2008 16:17 
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Lieber Catweazle,

wie Sie in Ihrem Forenbeitrag schildern, leiden Sie schon viele Jahre unter Erektionsproblemen und können sich diese nicht wirklich erklären. Die körperliche Untersuchung ergab, dass organisch alles ok ist und psychisch sind Ihnen auch keine Gründe bekannt.
Nun ist es so, dass der menschliche Körper und auch die Sexualität eine komplexe Angelegenheit ist. Sexuelle Funktionsstörungem, z.B. die erektile Dysfunktion, hängen von vielfältigen Prozessen ab, aktuell versteht man derartige Störungen unter einer biopsychosozialen Perspektive, das heißt, dass selten nur ein körperlicher oder ein psychischer Grund für das Problem in Frage kommen. Oft gibt es eine ganze Palette an Risikofaktoren, die für sich allein genommen, nicht wirklich schwerwiegend sind, in ihrem Zusammenspiel aber eine Störung auslösen oder aufrecht erhalten können. Erektionsstörungen haben körperliche und psychische Komponenten. Körperlich wären z.B. Rauchen, Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen zu nennen, psychisch z.B. depressive Verstimmung und die Angst vor erneutem genitalen Versagen. Medikamente können zusätzlich negativ auf die Erektionsfähigkeit Einfluss nehmen. Beta-Blocker wirken sich häufig nachteilig auf die Erektion aus. Allerdings haben Sie diese ja schon vor langer Zeit abgesetzt. In der Regel verschwinden nach dem Absetzen der Medikamente auch die Nebenwirkungen wieder. Nichts desto Trotz könnten die Beta-Blocker die Erektionsstörung mitbedingt haben, ebenso wie beispielsweise die schlechte Durchblutung und die Sorge, keine ausreichende Erektion mehr bekommen zu können. Für Männer mit Anfang 40 sind Erektionsprobleme keine Seltenheit, jahrelanges Rauchen, zu hohe Blutfette oder Stress können sich negativ auswirken. Haben Sie Ihre Blutwerte einmal bei einem Hausarzt überprüfen lassen? Männer, die bemerken, dass es mit der Erektion nicht so richtig klappt, reagieren sehr unterschiedlich darauf. Viele haben Vertrauen in die eigene Potenz und gehen davon aus, dass sich das Problem wieder von alleine gibt, wie auch Studien belegen, andere jedoch erleben die mangelnde Erektionsfähigkeit als Belastung und haben bei erneutem Sexualkontakt Angst davor, wieder keine Erektion ausbilden zu können. Genau diese Angst führt nun dazu, dass Sie in der Situation nicht ausreichend entspannt sind und keine Erektion bekommen.
Cialis ist sicherlich eine sinnvolle Medikation, wenn es Ihnen besonders um die Spontaneität in Ihrem Sexualleben geht. Dieses Medikament ist gut wirksam und verträglich und das lange Wirkungsfenster macht "spontanen" Geschlechtsverkehr möglich. Sollten Sie nach Abklärung Ihrer Blutwerte und nach Beurteilung der Risikofaktoren, die für eine erektile Dysfunktion verantwortlich sein können, keine körperlichen Gründe ausmachen können, empfehlen wir Ihnen mit Ihrer Partnerin eine Sexualberatung in Anspruch zu nehmen, um hier noch einmal zu schauen, woran das Problem denn sonst liegen könnte. Bei pro familia erhalten Sie entsprechende Kontaktadressen in Ihrer Nähe.
Alles Gute und viele Grüße.
Ihr ISG-Team


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BeitragVerfasst: Di, 19 Feb 2008 13:14 
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Ich habe erst letzten Juli einen Bluttest durchführen lassen. Alle Werte waren in Ordnung, auch Cholesterinwerte waren ok.
Kann es auch am Hormonspiegel liegen oder welche Möglichkeiten gibt es noch, die der "normale" Hausarzt prüfen kann?


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BeitragVerfasst: Mi, 20 Feb 2008 12:02 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
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Wohnort: Freiburg
Lieber Catweazle,
wurde bei Ihnen auch ein möglicher Diabetesmellitus abgeklärt mit einem oralen Glucosetoleranztest? Dabei wird eine stark zuckerhaltige Lösung eingenommen und nach definierten Zeiten überprüft, ob der Blutzuckerspiegel sinkt, wie es beim Gesunden der Fall ist.
Sie schreiben in Ihrem vorigen Beitrag, dass der Testosteronwert "200" betrug. Der Normalwert beträgt für das Gesamt-Testeron 12-35 nmol/l oder in eine andere Einheit umgerechnet 350-1009 ng/dl.
Das freie, d.h. biologisch wirksame Testosteron sollte zwischen 255 und 396 pmol/l liegen.
Es kommt jetzt drauf an, welcher Wert gemessen wurde und in welcher Einheit. Je nach verwendeter Messtechnik unterscheiden sich jedoch die Normwerte in den verschiedenen Laboren, ihr Wert könnte also durchaus im Normalbereich liegen.
Wenn Ihr Testosteronwert tatsächlich zu niedrig wäre, gäbe es wahrscheinlich auch weitere Symptome wie z.B. nachlassende allgemeine Leistungsfähigkeit, nachlassende Libido oder reduzierter Bartwuchs.
Sprechen Sie Ihren Arzt doch nochmals auf den Testosteronwert an!
Manche neurologische Erkrankungen verursachen erektile Dysfunktion; ein Neurologe könnte dies abklären. Allerdings schreiben Sie, dass Viagra bei Ihnen gut wirkt und dieses setzt eine gewisse intakte Funktion der Nerven voraus.
Haben Sie regelmäßig morgendliche Erektionen? Dies schließt körperliche Ursachen zwar nicht aus, aber deutet auf psychische Ursachen hin.
Bei einem Termin bei einem Sexualtherapeuten bei pro Familia könnte nochmals nach psychischen Ursachen gesucht werden.
Könnten Sie sich vorstellen, dass das Problem, falls es durch eine Nebenwirkung der Beta-Blocker entstanden ist, aus psychischen Gründen (ein „Teufelskreis von Versagensangst“) weiter bestehen geblieben ist, auch nachdem Sie die Medikamente abgesetzt hatten?
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, können Sie gerne an unserer Infoline Tel. 0180 555 84 84 (12 ct/ min) mit einem unserer Mitarbeiter sprechen.
Alles Gute und freundliche Grüße,
Ihr ISG-Team


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BeitragVerfasst: Do, 21 Feb 2008 09:37 
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Ich weiß nicht, wie der gemessene Testosteronwert zustande gekommen ist. Das war eine Aussage meines Urologen.
Ich habe nun nächste Woche Termine beim Hausarzt und bei Pro Familia. Werde nochmals alle Werte checken lassen, inkl. Testosteron, Cholesterin und den von Ihnen empfohlenen oralen Glucosetoleranztest.
Was den niederen Testosteronwert und dessen Symptome angeht, wäre dies tatsächlich eine Möglichkeit. Alle von Ihnen aufgeführten Symptome treffen mehr oder weniger auf mich zu.
Ich hoffe, daß entweder mein Hausarzt oder die Sexualtherapeutin mehr herausfinden werden. Der derzeitige Zustand ist eine nicht enden wollende Belastung für meine Ehe...


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BeitragVerfasst: Sa, 15 Mär 2008 18:20 
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Registriert: Di, 22 Jan 2008 20:41
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Hallo ISG-Team,

nachdem ich nun alle Werte nochmals untersuchen ließ, bleibt als letzte Möglichkeit wohl doch nur noch die psychische Ursache offen...
Der Glukosetoleranztest war in Ordnung, ebenso der Testesteronwert. Letzterer lag bei 6,32, der Normbereich bei 2,8-8
Die Werte des Glukosetoleranztests lagen bei 105, bzw. 118, wobei ich jetzt nicht genau weiß, welcher Wert zu Beginn und welcher 2 Stunden gemessen wurde. Der Normbereich liegt jedenfalls bei 60-126

Also schlepp' ich wohl etwas im Kopf mit mir herum...

Die Beratung bei Pro Familia war nicht schlecht, jedoch leider nicht sehr aussagekräftig. Natürlich in gewisser Beziehung ansatzweise hilfreich, aber "mich locker machen und den Kopf frei haben" ist für mich persönlich jetzt nicht gerade eine berauschende Therapieempfehlung!
Das wusste ich schon vorher und wenn's so einfach wäre, müsste ich jetzt hier nicht einen Forumsbeitrag schreiben...
Aber die tatsächlichen Ursachen kenne ich immer noch nicht und genau das ist meiner Meinung nach der Knackpunkt. Wie soll ich etwas bekämpfen, was ich nicht kenne?

Möglicherweise kann man durch wiederholte Therapiestunden mehr herausfinden, aber 30 Euro pro Stunde können mit der Zeit ganz schön ins Geld gehen. Zumal ich ja nicht weiß, wie lange es "dauert", bis man einen Punkt gefunden hat, wo der Hebel angesetzt werden kann.

Warum werden diese Kosten eigentlich nicht von den Krankenkassen bernommen?


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BeitragVerfasst: Mi, 19 Mär 2008 11:57 
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Wohnort: Freiburg
Lieber Catweazle,
das Thema "Erektionsstörung" scheint Sie, wie aus Ihren Forenbeiträgen hervor geht, stark zu beschäftigen und zu belasten, was natürlich auch völlig normal ist, wenn Mann spürt, dass die Erektionsfähigkeit plötzlich nachlässt. Genau dieses Sorgen-machen und Sich-damit-beschäftigen führt allerdings häufig zu einer Verstärkung der Problematik. Sie können wahrscheinlich schon gar nicht mehr unbefangen und ohne an ein mögliches "genitales Versagen" zu denken, sexuell aktiv sein. Die Thematik ist für Betroffene zwangsläufig immer aktuell, besonders eben bei Sexualkontakten. Genau diese Angst, wieder keine Erektion ausbilden zu können, führt jedoch häufig zur verminderten oder ausbleibenden Erektion. Nun hatten Sie ja bereits ein Gespräch bei pro familia und meinten, man habe Ihnen da geraten, den Kopf frei zu bekommen und sich zu entspannen. Auch wenn dieser Tipp schwierig zu realisieren ist, ist er eben doch der richtige Ansatzpunkt. Natürlich können Sie nicht erwarten, nach einem einzigen Gespräch wieder zu "funktionieren". Sexualtherapie ist eben wie jede andere Therapie auch harte Arbeit und nicht innerhalb einer Stunder erledigt. Die Ängste und Sorgen, die rund um das Thema Sexualität/Erektionsfähigkeit aufgebaut wurden, entstanden ja auch nicht innerhalb einer Stunde, deshalb ist zu ihrer Beseitigung auch etwas mehr Zeit und Geduld nötig. Leider zahlt die Krankenkasse Sexual- oder auch Paartherapie nicht, ebenso wenig wie PDE-V-Hemmer (z.B. Cialis), weil Sexualität immer noch als Lifestyle und sexuelle Probleme als Lifestyle-Probleme angesehen werden im Gegensatz zu Diabetes oder depressiven Erkrankungen beispielsweise. Und dies, obwohl sexuelle Störungen ebenso als "Störung" diagnostiziert werden und therapiebedürftig sind. Hier wird sich eventuell in den nächsten Jahren auch noch etwas ändern. Zur aktuellen Situation bleibt aber leider zu sagen, dass Sie sich überlegen müssen, ob Sie eine medikamentöse und/oder eine längerfristige Sexualtherapie (finanziell) in Kauf nehmen wollen oder nicht. Im Rahmen der Therapie lernt man durch konkrete Verhaltensübungen, wie man den Kopf eben wieder frei bekommt und Sexualität wieder genießen kann. Wir wünschen Ihnen für diese Entscheidung alles Gute. Natürlich können Sie sich auch gerne noch einmal telefonisch bei unserer Infoline (Montag-Freitag, jeweils 10-12 Uhr und 15-18 Uhr, Tel. 0180 555 84 84) beraten lassen.
Viele Grüße. Ihr ISG-Team


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 Betreff des Beitrags: Vielleicht geht das....?
BeitragVerfasst: Fr, 04 Apr 2008 09:15 
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Registriert: Sa, 15 Jul 2006 15:05
Beiträge: 12
Hallo Catweazle,

wenn Du med. und auch sonst körperlichen gesund bist, dann könntest Du mal etwas ausprobieren was bei mir super funktioniert.
Wenn ich in einer vollkommen neutralen/unerotischen Situation und im total schaffen Zustand, die Eichel durch Zurückziehen der Haut straffe, dann schwillt mein Kleiner augenblicklich an und es dauert keine 2min bis er knochenhart und voll einsatzbereit ist. Wahrscheinlich werden durch den Zug auf die Eichel Nerven "stranguliert", die dann dafür sorgen, dass das Blut seinen Weg dorthin findet. Ich habe auch erst vor Monaten durch Zufall "entdeckt", dass mein Körper so darauf reagiert. Ein Versuch wäre es allemal Wert, oder?
Gruss
Claus


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BeitragVerfasst: Sa, 26 Apr 2008 17:55 
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Registriert: Sa, 15 Jul 2006 15:05
Beiträge: 12
Hallo,

mich würde einmal interessieren, ob jemand die gleiche Erfahrung gemacht hat wie ich (siehe vorhergehenden Kommentar)?
Was sagt das ISG-Team dazu?

MfG
Claus


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