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 Betreff des Beitrags: Normal oder bedenklich?
BeitragVerfasst: Do, 20 Nov 2008 01:19 
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Registriert: Mi, 19 Nov 2008 23:49
Beiträge: 3
Hallo,

ich habe einige Veränderungen in meinem Sexualerleben festgestellt und weiß nicht, ob die altersbedingt normal sind, oder bedenklich. Immerhin hört man ja von männlichem Klimakterium mit Bauchansatz, Muskelabbau durch nachlassende Hormonproduktion etc.

Ich bin gerade 51 geworden und fühle mich insgesamt körperlich sehr fit. Da gibt es keinerlei Einschränkungen zu früher. Dank mäßigem Training seit 11 Jahren bin ich eher muskulöser als mit 25 und auch die Ausdauerwerte sind sehr gut. Bei 186cm wiege ich seit Jahren 78 kg ohne mich jemals beim Essen einzuschränken, nie geraucht, Alkohol gelegentlich zum Genießen.

Beim Sex habe ich jedoch einige Unterschiede festgestellt:

1. Früher war mein Penis (besonders die Eichel) der sensibelste Körperteil für jede Art von Reiz (Kälte, Wärme, Reibung, Berührungen). Das ging bis zur Überempfindlichkeit direkt nach dem Orgasmus. Steicheln etc. war dann fast unerträglich.
Heute ist die Eichel nicht empfindlicher als vielleicht die Fingerspitzen. Auch das gilt für alle Arten von Reiz, nicht nur sexuelle. Wenn meine Frau mich streichelt, spüre ich längst nicht soviel wie früher, sodass es manchmal länger dauert bis der Penis erigiert und oft auch nicht ausreichend stimuliert für eine 100%ige Erektion.
Auch wenn ich mich selbst streichle, muss ich meistens starke erotische Phantasien zuhilfe nehmen, damit die Erektion eintritt. Das es länger dauert als früher ist wahrscheinlich normal.
Durch diese relative Unempfindlichkeit ist die "sichere Erektion" aber nicht mehr gegeben, was mich belastet.
Die Überempfindlichkeit nach dem Orgasmus gibt es ebenfalls nicht mehr (kann man natürlich drauf verzichten).

2. Früher "rastete" eine einmal erreichte Erektion "ein". Das heißt, sie blieb von sich aus bestehen bis nach der Ejakulation. Heute lässt auch eine 100%ige Erektion recht schnell wieder nach, wenn die Stimulation (Streicheln oder Reibung in der Vagina) aufhört.
Das kommt auch während des GV vor, z.B. beim Stellungswechsel oder wenn etwas unbequem wird etc.

3. Früher hatte ich jeden Morgen eine sehr harte Erektion, die unabhängig von sexueller Stimulation oft über Wachwerden, Aufstehen, Frühstücken etc. bestehen blieb.
Heute spüre ich öfter nachts, dass mein Penis über längere Zeit hart ist, aber morgens selten und sobald ich aufstehe, schwindet die Erektion schnell wieder.

4. Spontanerektionen oder Erektionen allein durch erotische Gedanken tagsüber sind sehr selten geworden (früher häufig).

5. Das alles hat den Geschlechtsverkehr bis vor kurzem nicht wirklich beeinträchtigt. Ist die Erektion da, ist sie genauso hart wie früher. Allerdings fehlt mir auch da manchmal das "Härtegefühl" im Penis selbst. Heisst: wenn ich ihn anfasse, merke ich, dass er voll hart ist, das Härtegefühl im Penis selbst ist oft eher indifferent. (Stichwort Sensibilität)

6. Manchmal bei Selbstbefriedigung sehe ich, dass erhebliche Mengen Samen ohne Orgasmusgefühl einfach so austreten. Dann kann ich zwar die Erektion durch Streicheln weiter aufrechterhalten, eine Erschlaffung tritt erst ein, wenn später danach eine stoßweise, richtige Ejakulation kommt. Das kenne ich so von früher nicht. Samenaustritt gab es nur mit einer richtigen Ejakulation und synchronem Orgasmus. (Ist auch heute meistens so, aber nicht immer).

In jüngerer Zeit ist es mir jetzt ein paar Mal passiert, dass es wirklich schwer war, eine Erektion beim Vorspiel zu erreichen. Beim GV war sie dann anfällig, schwankte von voll hart bis ziemlich weich hin und her. Letzte Woche hatte ich meine Frau durch GV zum Orgasmus gebracht, war aber selbst noch nicht gekommen. Meine Erektion ließ nach und ließ sich auch nicht richtig wieder aufbauen. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass ich so frustriert war. Jedenfalls habe ich dann keine Lust mehr gehabt und den GV ohne eigenen Orgasmus abgebrochen.

Meine Frau meint, das wäre halt mit 50 mal so und ich würde mir viel zuviel Gedanken machen und damit die Sache nur behindern.
Wahrscheinlich hat sie Recht. In jungen Jahren war es eher das Thema zu schnell zu kommen. Das fand auch im Kopf statt. Wenn ich dann einmal vertraut mit einer Partnerin war, verschwand das Problem und ich konnte solange ich wollte. Leider konnte ich nie steuern, wann mein Kopf auf "störungsfreien Betrieb" umschaltete und musste einfach warten bis es passiert.

Ich lasse mich in regelmäßigen Abständen vom Arzt durchchecken. Er bestätigt bislang eine überdurchschnittliche Fitness, bzgl. Ruhepuls, Blutdruck (eher niedrig) und die anderen Werte.
Auf eigenen Wunsch habe ich bei den letzten beiden Checks zusätzlich auch die Hormone bestimmen lassen. Testosteron war laut Arzt "eher im oberen Bereich"

Testosteron: 6.0 ng/ml Norm: 2,8-8,0
FSH: 12,9 mU/ml Norm: 1,5-12,5
DHEAS 384 ugl/dl Norm: 44,3-331 (Arzt sagt, der erhöhte Wert macht nichts)

Eine psychische Komponente kann ich auch nicht ausschließen. Ich finde meine Frau sehr anziehend, und sie war früher sexuell sehr aktiv. In den letzten Jahren muss ich immer die Initiative ergreifen und werde auch oft vertröstet. Dabei hat meine Frau überhaupt keine Schwierigkeiten mit der Lubrikation und kommt recht mühelos auch zu mehrfachen Orgasmen. Sie weiß selbst nicht, warum sie nur noch so selten von sich aus Lust hat. Das ist jedenfalls schon ein Thema bei uns und belastet mich. Das ist jedoch schon länger so und kein akuter Faktor.

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zuviel geschrieben. Mich würde halt interessieren, was altersbedingt normal ist bzw. was nicht und ob ich mir zuviel Gedanken mache.

Ist es für einen 50jährigen normal, dass er intensive Stimulation braucht, oder sollte die Erektion bei erotischer Stimmung von allein kommen?

Ist es normal, wenn die Erektion ohne direkte Stimulation bzw. manchmal auch beim GV nachlässt?

Wie ist es mit den morgendlichen und Spontanerektionen?

Wie lang ist in diesem Alter die Refraktärzeit?

Natürlich ist das bei jedem verschieden, aber für alles andere gibt es ja auch alterstypische Durchschnittswerte.

Vielen Dank für sachkundige Aufklärung und Kommentare.


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 Betreff des Beitrags: Re: Normal oder bedenklich?
BeitragVerfasst: Do, 20 Nov 2008 13:18 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1162
Wohnort: Freiburg
Lieber Alka,

Sie berichten, daß Sie Veränderungen in Ihrem Sexualleben festgestellt haben. Diese beziehen sich sowohl auf Ihre körperliche Situation, als auch auf Ihre Partnerbeziehung. Normalerweise stellen sich im Verlauf
einer Partnernerschaft und zunehmendem Alter immer
Veränderungen mehr oder weniger ein.
Was Ihre Erektionsstörungen betrifft, haben Sie bereits einen Arzt aufgesucht, der Ihnen ein gutes Untersuchungsergebnis bestätigt. Es scheint aber, daß Sie mit dieser Aussage nicht ganz zufrieden sind und weitere Antworten suchen.Wir raten Ihnen deshalb eine
Zweitmeinung bei einem Urologen zu holen.
Was Ihre Partnerschaft betrifft, gehen wir davon aus, daß sich Ihre Frau am Beginn der Wechseljahre befinden
könnte und Ursache der Libidostörung sein könnte.Es ist
meist eine vorübergehende Phase, wo der Partner gefordert ist, das entsprechende Verständnis aufzubringen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich dieses Problem gegeben haben.
Wir hoffen ,auf Ihre Fragen eingegangen zu sein und
bitten noch anstehende Fragen über unser Infotelefon
Nummer 0180 555 84 84 zu besprechen

Mit freundlichen Grüßen

ISG-Team


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 Betreff des Beitrags: Re: Normal oder bedenklich?
BeitragVerfasst: So, 23 Nov 2008 13:16 
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Registriert: Mi, 19 Nov 2008 23:49
Beiträge: 3
Liebes ISG-Team,

vielen Dank für die Antwort. Es handelte sich um einen General-Check beim Hausarzt, den ich um den Hormoncheck habe ergänzen lassen. Ich denke, dass das auch die Untersuchungen sind, die ein Urologe macht. (Prostata, Zucker, Cholesterin, Blutdruck, EKG etc. hat der Hausarzt natürlich auch alles gecheckt.)
Daraus, dass ich ja prinzipiell eine normale Erektion erreichen kann, schließe ich dass Gefässe etc. o.k. sind. Wenn ich mit der Sexualität nicht zufrieden bin, müsste ich mich aber wohl trotzdem mit altersgemäßen Veränderungen abfinden.

Deshalb meine Fragen nach den Durchschnitts/typischen Werten für mein Alter:

Ist es normal, dass die Berührungsempfindlichkeit des Penis/der Eichel abnimmt?!! Kann man was dagegen zun?

Bekommen 50jährige regelmäßig morgendliche oder Spontanerektionen?

Stellt sich die Erektion noch allein durch den Wunsch nach Sex bzw. eine begehrenswerte Partnerin ein, oder nur nach direkter Stimulation?

Wie lange ist die durchschnittliche Refraktärzeit in meinem Alter?

Ich habe für mich immer schon das Gefühl gehabt, dass der Schalter für Erektion und Ejakulation im Kopf liegt und nicht im Unterleib. Dann wären Hormone vielleicht die Ursache. Da Testosteron genug da ist, kommt vielleicht zuviel Prolaktin in Frage? Wie wären die Symptome? Oder gibt es Störungen im vegetativen Nervensystem?

Danke für Ihre Meinung.

P.S. Vielleicht wissen ja auch andere Forumsteilnehmer etwas darüber.


Zuletzt geändert von Alka am Mo, 24 Nov 2008 23:52, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Normal oder bedenklich?
BeitragVerfasst: So, 23 Nov 2008 17:26 
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Registriert: Sa, 04 Mär 2006 00:29
Beiträge: 15
Wohnort: Hamburg
Hallo Alka,

viele in deinem Alter wären froh, wenn sie "nur" deine Probleme und Schwierigkeiten hätten. Es ist dem Alter geschuldet, daß die Erekion nicht mehr ganz so hart ist wie in jungen Jahren. Damit wird die Eichel auch nicht mehr ganz so prall. Sie ist von einer sehr dünnen Haut bedeckt, die nur zwei/drei Zellen dick ist. Darin liegen Rezeptoren für Reize und Stimulationen. Sie vermitteln um so stärkere Reize je praller die Eichel "erigiert". Wenn das bei dir nachläßt, ist das zwar bedauerlich, aber normal und nicht besorgniserregend. Was man dagegen tun kann? Wenig. Oder mal einen Penisring benutzen, der das Blut stärker staut, zu einer pralleren und damit empfindlicheren Eichel führt.

Auch die morgendliche Erektion läßt in ihrer Häufigkeit mit dem Alter nach. Es ist die letzte der nächtlichen Erektionen in den REM-Phasen des Schlafes. Jeder Mann hat sie drei- bis fünfmal pro Nacht mit einer Gesamtdauer von etwa 60 bis 90 Minuten. Die "Morgenlatte" ist die letzte nächtliche Erektion, bei der *Mann* erwacht.

Was verstehst du unter Spontanerektionen? Eine Erektion einfach so aus heiterem Himmel? Das wird es nicht geben. Wenn mit 15 schon der Gedanke "daran" genügt, eine Erektion auszulösen, funktioniert das mit 51 nicht mehr. Da kann es eben sehr gut sein, daß eine direkte Stumulation erforderlich ist und allein der Gedanke an den bevorstehenden Sex mit der geliebten Partnerin nicht zu einer Erektion führt. Auch daß du die Erektion nicht mehr wie früher durchgehend vom Beginn des Vorspiels an bis später nach der Ejakulation aufrecht kannst, ist völlig normal.

Die Refraktärzeit kann bei sehr jungen Männern Minuten betragen, sich dann aber im Laufe des Lebens über Stunden bis auf Tage oder Wochen verlängern. Da gibt es keinen alterskorrelierten Durchschnittswert.

Natürlich ist es zusätzlich für deine Erektion nicht förderlich, wenn deine Frau ein verringertes Interesse am Sex hat. Da kann ein Gespräch mit einem verständnisvollen Frauenarzt und ein entsprechendes Medikament Abhilfe schaffen.

Viele Grüße
Gregorius


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 Betreff des Beitrags: Re: Normal oder bedenklich?
BeitragVerfasst: Di, 25 Nov 2008 00:11 
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Registriert: Mi, 19 Nov 2008 23:49
Beiträge: 3
Hallo Gregorius,

meine Frau findet ihr gesunkenes Interesse auch nicht toll und hat ihren Gynäkologen schon mehrmals angesprochen. Er sagt, manche Frauen hätten mit Testotsreon-Pflastern gute Erfahrungen gemacht, meistens läge es bei gesunden Frauen meistens an Partnerschaftsproblemen.

Kennst Du ein "entsprechendes Medikament"?

Das mit der weniger empfindlichen Eichel gilt nicht nur bei mehr oder weniger prallen Eichel, sondern auch der schlaffe Penis war früher viel empfindlicher für Kälte, Wärme, Reibung etc.

Gruß
Alka


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