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 Betreff des Beitrags: Erektile Dysfunktion seit der Jugend
BeitragVerfasst: Fr, 07 Jun 2013 09:06 
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Registriert: Fr, 07 Jun 2013 08:57
Beiträge: 2
Guten Tag,

Ich möchte mich zunächst vorstellen und dabei meine Person etwas beschreiben:
Ich bin 26 jahre alt, 183 cm groß und wiege in etwa 76 kg. Ich treibe regelmäßig Sport und bin körperlich fit.
Mein Alkoholkonsum ist nicht übermäßig und doch kommt er vor, aber in einem meinem Alter entsprechendem Rahmen. Zigaretten rauche ich nur wenn ich auch trinke.
Meine psychische Verfassung ist sehr gut, ich behaupte selbstbewusst und erfolgreich in dem was ich tue zu sein.
Meine Situation betrachte und bewerte ich mehr rational denn emotional, ich studiere Medizin im 4. Jahr.

Nun zu meinem Problem:
Ich habe seit dem ich denken kann Probleme mit meiner Sexualität.
Im Alter von 16 Jahren als ich eine erste „Freundin“ mein eigen nennen konnte, war es abwechselnd der Fall das ich entweder keine Erektion hatte oder verfrüht ejakulierte.
Was nun zuerst da war kann ich nicht mehr nachvollziehen und ob das eine das andere bedingt hat kann ich nur vermuten, wenngleich es sehr naheliegend ist.

Danach folgten Affären, Techtelmechtel, kleine Liebschaften. Völlig gleich wie man es heißen mag, es zeigten sich immer die selben Mechanismen.
Keine Erektion oder die Ejakulation häufig schon in die Boxershort.

Als ich dann mit 19 Jahren eine Frau kennenlernte die mich die nächsten 6 Jahre begleiten sollte, zeigte sich zu Beginn das Problem mit der ausbleibenden Erektion.
Ich hatte das Problem mit der extremen Praeejakulatio anscheinend hinter mir gelassen (was nicht bedeutet das ich plötzlich ausdauernd war, das wäre schon eine grobe Lüge), bekam aber gar keine Erektion mehr.
Sie war sehr geduldig und liebte mich sehr, was sehr schön war, sodass nach einigen Wochen endlich der Tag kam an dem es funktionierte... und wie!

Danach wurde es immer besser, wenngleich immer noch ab und zu die Erektionsprobleme auftraten.
Wir hatten sicher 2-3 Jahre in denen ich eine völlig normal zu beschreibende Sexualität hatte.
Aber auch diese harmonische Beziehung entwickelte so ihre Probleme, die nicht sexueller Natur waren, was schlussendlich dazu führte das sie keine mehr war.
Im Alter von 25 Jahren trennten wir uns und darauf folgten wieder diverse Erfahrungen mit verschiedenen Frauen, die allesamt deprimierend endeten.

Ich vermutete eine psychische Ursache und wollte den Kreis der Versagensängste durchbrechen, entschied mich nachzuhelfen und eine positive Erfahrung zu erzwingen.

Vor einem halben Jahr nahm ich zum ersten Mal Kamagra (Sildenafil) - ich bin mir über die Risiken der Generika sehr wohl bewusst, aber nach genügend schlechten Erlebnissen nehme ich diese bewusst in Kauf - und hatte dann auch positive Erfahrungen erzwungen.
Verstehen sie mich nicht falsch, ich konnte nicht plötzlich 2-3 mal hintereinander, aber zumindest eine anständige Erektion resultierte aus der Einnahme und es folgte sehr schöner Sex.

Seitdem nehme ich es fast regelmäßig und zwar deshalb weil die Versuche zwischendrin ohne das genannte Medikament allesamt erfolglos waren (bis auf ein einziges Mal).
Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht was die Ursache für mein Problem sein könnte und mein Alter sowie die Erfahrungen in meiner langjährigen Beziehung weisen auf eine psychische Ursache hin.

Nur scheint diese psychische Ursache Therapieresistent zu sein. Ich habe guten Sex und auch die Frauen genießen es mit mir, ich habe kaum Stress und es funktioniert mehr oder weniger alles was ich mir vornehme in meinem Leben, deshalb frage ich mich woher kommen die psychischen Gründe und v.a. warum sind sie denn nicht „überwindbar“ obwohl alles super läuft?

Die organischen Ursachen habe ich alle mehrmals durchgegangen und ausgeschlossen, ich bin weder Diabetiker, noch Arteriosklerotiker, kein regelmäßiger Raucher und auch das venöse Leakage macht keinen Sinn wenn es doch mit dem Sildenafil (z.T. sehr geringe Dosen, 1/8 von einer 100mg Tablette) klappt.
Das einzige was in Frage kam wäre das Testosteron, aber am Weltgesundheitstag gab es an meiner Universität die Möglichkeit den Wert kostenlos bestimmen zu lassen.
Dieser befand sich im oberen Referenzbereich.

Im letzten halben Jahr habe ich zudem auch kaum morgendliche Erektionen und wenn dann ist der Penis nur so halbsteif. Spontante Erektionen kommen gar nicht mehr vor.
Er fühlt sich mehr oder weniger so an als befindet er sich im Tiefschlaf.

Vielleicht übersehe ich etwas, vielleicht ist es einfach so. Noch weigere ich mich aber mich diesem Fatalismus hinzugeben.

Wie beurteilen denn sie meine, zugegeben ausführliche Schilderung der mir eigenenen Problematik?
Übrigens weigerten sich die wenigen Urologen die ich besucht habe, weitere Untersuchungen einzuleiten und schoben es auf die Psyche.

Vielen Dank für jeden Kommentar bereits im Voraus,
Gustavo


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BeitragVerfasst: Mo, 10 Jun 2013 20:14 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1169
Wohnort: Freiburg
Hallo Gustavo,
vielen Dank für Ihren Eintrag. Durch Ihre lange Schilderung können wir uns ein detailliertes Bild der Ausgangssituation machen.

Sie sind Medizinstudent, das heißt Sie werden ihren körperlichen Zustand schon recht gut selbst beurteilen können. Wir nehmen auch an, dass bei Ihrem guten Allgemeinzustand das Problem primär nicht körperlich ist. Gegen eine körperliche Ursache sprechen das Fehlen der typischen Risikofaktoren bzw. Erkrankungen, die eine erektile Dysfunktion mit sich bringen.

Was uns aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass Sie vor allem bei One- night stands bzw. kurzen Affären Probleme haben. Bei der von Ihnen geschilderten längeren Beziehung hat es ja nach einiger Zeit ganz gut geklappt. Gerade das Fremdsein bei One- night stands oder kurzen Beziehungen/ Affären könnte Sie noch mehr unter Druck setzen und so eine Erektion erschweren. Sicherlich könnten wir Ihnen raten, eher eine langfristige Beziehung anzustreben. Das würde dem Problem in seiner Komplexität aber nicht gerecht werden.

Wir haben noch eine Frage zu Ihrer Bemerkung, das Problem sei therapieresistent: Waren Sie bereits bei einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle? Nur das Problem als psychisches zu erkennen heißt nämlich noch nicht, es therapiert zu haben. Mit der Hilfe von einer fachkundigen Therapie oder Beratung lässt sich häufig noch sehr viel mehr erreichen. Dass es in Ihrer längeren Beziehung gut klappte ist auf jeden Fall ein positives Zeichen und macht es sehr wahrscheinlich, dass Sie Ihr Problem relativ unkompliziert überwinden können.

Unser Vorschlag an Sie:
Begeben Sie sich noch einmal zu einem Arzt. Sprechen Sie ihn gezielt auf eine Messung der nächtlichen Erektionen an (wichtig zum definitiven Ausschluss einer körperlichen Ursache). Falls sich bei dieser Untersuchung ebenfalls keine Hinweise auf ein körperliches Problem ergeben, würden wir Ihnen empfehlen zu einer Beratungsstelle oder einem Therapeuten zu gehen. Pro familia bietet zum Beispiel Beratung zum Thema Sexualität an.
Außerdem könnten Ihnen eventuell Entspannungsübungen helfen sich weniger unter Druck zu setzten. Vielleicht hilft es Ihnen auch, wenn Sie sich mehr auf Ihre Partnerin und nicht so sehr auf Ihre Erektion konzentrieren.

Falls Sie weitere Fragen haben, sind wir über das Forum bzw. unsere Infoline für Sie erreichbar.

mit freundlichen Grüßen
ISG-Team


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BeitragVerfasst: Mo, 21 Okt 2013 08:24 
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Registriert: Fr, 07 Jun 2013 08:57
Beiträge: 2
Guten Morgen,

Nach langer Zeit habe ich es letzte Woche endlich zum Urologen geschafft.
Ich bin Ihrer Empfehlung gefolgt und zu dem auf Ihrer Seite genannten Arzt, Dr. Zafer Uysal, gegangen.
Sie sollten diese Empfehlung rückgängig machen, denn dieser Arzt hat null Interesse an der Behandlung der Problematik.
Er hat mich nicht erzählen lassen, er hat mir nicht zugehört und immer etwas davon gefaselt das die Kasse das nicht übernimmt.
Nicht einmal die 2 min Anamnese? Er wollte mich schlichtweg loswerden und als ich die nächtliche Messung ansprach wurde er sogar ungehalten, "ich stelle hier die Diagnosen!!!".

Nunja nach diesem erneuten Erlebnis ist meine Motivation natürlich denkbar gering einen anderen Urologen aufzusuchen.
Gibt es andere, von denen sie wissen, dass sie der Problematik gegenüber offen sind in der Region Mannheim/ Heidelberg?
Und muss man die nächtliche Messung im Schlaflabor machen oder zuhause?

Vielen Dank.

Gustavo


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BeitragVerfasst: Mi, 23 Okt 2013 19:16 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1169
Wohnort: Freiburg
Hallo Gustavo,

wir haben Ihren Beitrag gelesen und sind natürlich auch überrascht von dem Verhalten des Arztes. Wir stimmen Ihnen absolut zu, dass gerade bei diesem heiklen Thema ein offenes Ohr des Arztes eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist.

Die von uns gelisteten Mitglieder sind mit der Materie vertraut und Experten auf diesem Gebiet. Dennoch können wir natürlich nicht jedes Mitglied „testen“. Vielleicht hatte der ärztliche Kollege auch nur einen schlechten Tag.

Nichts desto trotz unterstützen wir Sie in Ihrer Ansicht, dass ein neuer Arzt wahrscheinlich besser wäre. Auch aufgrund der besonderen Problematik und Ihres noch recht jungen Alters würden wir allerdings raten, die weitere Diagnostik und Behandlung in einem Krankenhaus koordinieren zu lassen. Gerade aufgrund der Region (Rhein- Neckar) bieten sich hier natürlich die Unikliniken in Heidelberg und Mannheim an.

Diese verfügen über entsprechende Fachleute und auch die entsprechenden Geräte, um eine möglichst vollständige Diagnostik zu machen. Es ist vielleicht etwas heikel, da Sie ja auch Student an der Universität sind, aber wir denken, dass Sie dort in den besten Händen wären.

Zu Ihrer letzten Frage: Die verwendeten Geräte sind in der Regel relativ klein, es wäre also theoretisch auch möglich diese Messungen zu Hause durchzuführen (analog zu einer 24 h Blutdruckmessung). Allerdings verfahren hier die einzelnen Kliniken/ Arztpraxen unterschiedlich, deshalb würden wir Ihnen empfehlen, direkt bei Ihrem nächsten Gespräch danach zu fragen.

Wir bedauern die unschöne Erfahrung, die Sie machen mussten und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute. Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne bei uns melden, entweder via Forum, Email oder auch unserer Infoline.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr ISG- Team


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