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BeitragVerfasst: Di, 23 Aug 2011 12:13 
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Registriert: Fr, 29 Jun 2007 12:18
Beiträge: 18
Wenn bei einer Operation, z. B. an der Prostata oder dem Rektum, die fuer die Erektion notwendigen Nerven beschaedigt werden, weshalb koennen sie dann nicht repariert werden? Bei abgetrennten und wieder angenaehten Gliedmassen kommt haeufig die Beweglichkeit bis in die Fingerspitzen zurueck. Weshalb ist es nicht moeglich, die Enden der durchtrennten Nerven zu lokalisieren und diese wieder miteinander zu verbinden?


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BeitragVerfasst: Mi, 24 Aug 2011 19:11 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1169
Wohnort: Freiburg
Hallo Sowas,

diese Frage ist natürlich berechtigt, da bei frischen Nervenläsionen tatsächlich eine Art Zusammenwachsen möglich ist. Die im Bereich der Prostata liegenden Nerven, die für eine Erektion verantwortlich sind, sind jedoch kein einzelner Nervenstrang, wie dies zum Beispiel bei den peripheren Nerven, die die Gliedmaßen versorgen (Nervus radialis, Nervus medianus, Nervus ulnaris um einmal die Nervenstränge des Arms aufzuzählen), der Fall ist. Dass diese Nerven wieder zueinander finden, liegt nur daran, dass sie relativ groß sind. Diesen Nerv müssen Sie sich wie ein gigantisches Kabel vorstellen, dass zahllose, kleinere Kabel in sich führt. Diese Kabel kommen bei der Naht nicht wieder zueinander, vielmehr herrscht auch dort ein heilloses Durcheinander, kein Kabel passt zum Anderen. Aber durch die Effekte von Training und Physio- bzw. Ergotherapie finden die einzelnen Stränge wieder zueinander. Diesen Effekt kann man bei kleinen, also fast nicht mehr sichtbaren Nerven, leider nicht so gut nutzen.

Vielmehr handelt es sich bei diesen Nerven, Nervi pudendi genannt, um ein winzig kleines Nervengeflecht, welches nach heutigen chirurgischen Maßstäben nicht wieder herstellbar ist. Die Schädigung, die dabei erfolgt, ist meist auch nicht eine direkte, wie etwa durch eine Schnittverletzung, sondern indirekt, durch Hitzeeinwirkung oder Ströme des Kauters (Kauter: Instrument, das mittels Stromfluß Blutungen stillt, indem es die Gefäße verödet), bzw. bei endoskopischen, transurethralen, also durch die Harnröhre durchgeführten Eingriffen durch das verwendete elektrische Messer. Diese Art der passiven Verletzung ist schwer zu vermeiden und wird je nach Operation nach Möglichkeit vermieden. Manchmal ist dies aber nicht mehr möglich, so dass nicht nervenschonend operiert werden kann.

Mit einer Erektilen Dysfunktion zu leben, heißt aber nicht, ohne Erektion zu leben! Es gibt zahlreiche Methoden, trotz dieser Nervenschädigung eine zufriedenstellende Steifigkeit des Penis zu erreichen. Am Besten sprechen Sie dazu mit Ihrem Urologen, dass dieser mit Ihnen in einem Gespräch die Möglichkeiten erläutert, die sich Ihnen nun anbieten.

In der Hoffnung, Ihnen weitergeholfen zu haben,
Ihr ISG-Team


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