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BeitragVerfasst: Sa, 18 Nov 2006 15:00 
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Registriert: Do, 16 Nov 2006 00:52
Beiträge: 1
Hallo,
es ist zwar irgendwo erschreckend, aber auch beruhigend zu wissen, dass man mit diesem Problem keinen Einzelfall darstellt.
Unsere teilweise schockierenden Daten:
Ich (33) und mein Freund (39) sind seit über 10 Jahren ein Paar. Wir haben inzwischen zwei Kinder (1 und 4 Jahre) und waren schon einmal getrennt (nach drei Jahren), nachdem ich mich in einen Mann verliebt hatte. Schon damals lief es bei uns im letzten Jahr vor der ersten Trennung nicht mehr so gut, was den gemeinsamen Sex angeht. Er war der erste Mann in meinem Leben, d.h. meine Erfahrungen waren bis dahin fast Null. Die erste Zeit war das auch kein Thema, doch mit der Zeit (hinzu kamen Stress beim gemeinsamen Schreiben von unserer Abschlussarbeit) wurde ich empfänglicher für andere Männer, in die ich mich kurz verliebte. Doch nach einem guten Jahr kamen wir wieder zusammen, so richtig getrennt waren wir in der Zeit doch nicht, unternahmen viel und weinten oft und sprachen oft über einen zweiten Versuch. Sex hatten wir aber nicht miteiander, allerdings hatte jeder andere Erfahrunen mit anderen Partnern in der Trennungszeit gemacht.
Richtig gesprochen haben wir eigentlich nie über unsere sexuellen Bedürfnisse, Wünsche, Vorstellungen. Auch nachdem wir wieder zusammen kamen, wurde es nicht besser, wir verstanden uns prima, wie Bruder und Schwester. Wollten dann Kinder und dann versuchten wir es, doch es war mehr ein Zwang/Druck dahinter. Mein Kinderwunsch war so stark, dass ich schon meine fruchtbaren Tage berechnete und es drauf ausrichtete. Von Entspannung also keine Rede. Wenn wir darüber sprachen, ging die Initiative stets von mir aus. Ich machte Vorschläge, er schwieg meistens. 1999 passierte dann ein folgenschwerer Unfall, inmitten des Referendariats für den Lehrerberuf, das mein Freund begann und damit große Schwierigkeiten hatte. Er sprang aus dem Fenster aus unserer Wohnung und überlebte glücklicherweise. Anscheinend eine Kurzschlussreaktion und nicht geplant. So sagten es die Ärzte damals. Er hat zudem schwere Probleme mit seinem Selbstwertgefühl, kann schlecht über seine Probleme reden und stand bzw. steht unter ständigem Leistungsdruck. Wir begaben uns danach beide in psychologische Behandlung. Meine Sorge und Schuldgefühle standen dabei bei mir im Vordergrund, mein Fehler war damals der Psychologin nichts von unseren Problemen im Bett zu erzählen. Die Genesung ging bei ihm schnell voran und ein dreiviertel Jahr später war ich schwanger. Im Nachhinein ist mir klar, dass das viel zu schnell ging, er war doch noch im Kopf längst nicht so weit und seine berufliche Zukunft auch völlig unklar. Anfangs gab es kleine Erektionsprobleme, aber es funktionierte schließlich. Während des Sexes lief es immer recht schnell ab, er redet kaum dabei und ein richtiges Vorspiel findet auch nicht statt. Die ersten Male zwischen uns gab es durchaus auch mal Ortswechsel (Teppich, Dusche, im Stehen), aber mit der Zeit war es langweilig und eigentlich nicht so richtig schön.
Nach der Geburt und auch während der Schwangerschaft passierte wieder nichts. Ich schob es auf den Stress, das neue Leben zu dritt und machte mir was vor, bis ich dann irgendwann wieder das Thema ansprach. Ein Wochenende zu zweit im Hotel sollte es neu entfachen, wieder ging die Initiative von mir aus. Dann kam der Wunsch nach einem zweiten Kind (er wollte das auch) und auch ihm war klar, dass das nicht einfach so entsteht. Und ich immer wieder: "Ich will doch nicht nur mit Dir schlafen wegen eines Kindes." Wir probierten es ein dreiviertel Jahr, durchaus auch so 3 x im Monat, allerdings wieder von mir gesteuert, so dass ich dann auch wieder recht schnell schwanger wurde.
Durch den Unfall ist es körperlich für ihn nicht unbedingt einfacher eine Erektion zu bekommen, aber es funktioniert, am besten am Morgen. Aber es fehlt jegliche Spontanität, Phantasie und ich habe kein richtiges Gefühl, von ihm begehrt zu werden. Wir lieben uns aber trotzdem sehr, die Frage ist nur, ob das ausreicht und was das für eine Liebe ist. Er sagt, das war schon immer sein Problem, es hätte nichts mit mir als Person zu tun, es wäre generell so. Selbstbefriedigung betreibt er, meint er, nur braucht er eben nicht so oft Sex mit mir.
Mittlerweile ist es diesen Sommer so weit gekommen, dass ich mich in jemanden verliebt hatte (aber ohne Perspektive), mich in etwas reingesteigert habe und dann die Beziehung von heut auf morgen beendet habe. Er hat es mal wieder so hingenommen. Ohne zu kämpfen. Doch dann haben wir nach zwei Monaten mal endlich lange und ausführlich geredet, auch über den fehlenden Sex. Er hat zugegeben, dass er Hilfe braucht. Das Sexproblem sehen wir in unserer Beziehung beide als Hauptproblem. Er liebt mich, hat aber nicht gekämpft, weil er denkt, er verbaut mir etwas. Das finde ich mal wieder sehr bequem von ihm. Er ist auch sonst eher ein passiver Mensch. Ich liebe ihn aber auch noch und könnte mit vielen Sachen, wo er sonst Probleme hat, leben, doch mit dem fehlenden Sex nicht.
Die Frage ist, gibt es überhaupt noch eine Chance für uns? Was ist mit einer Paar- bzw. Sexualtherapie? Ich möchte gerne alle Möglichkeiten ausschöpfen, habe aber Angst vor dem Ergebnis. Eine Garantie kann mir keiner geben. Im Moment sieht es so aus, dass jeder für sich professionelle Hilfe in Form eines Psychologen gesucht hat. Ich muss herausfinden, was ich will. Ob ich ihn noch als Mann begehre. Er umgekehrt auch. Eine evtl. Paartherapie hält er auch für möglich, doch muss er erstmal viele andere Dinge in den Griff bekommen, er ist im Leben noch nicht angekommen und hat seine zweite Chance zum Leben noch nicht richtig nutzen können. Es ist so, als ob ihm seine Seele einen Streich spielt, viel zu viele Blockaden und Probleme mit Druck, den Eltern, die viel falsch gemacht haben spielen ihm da einen Streich. Körper und Seele müssen doch eine Einheit bilden!!!
Wir drücken und küssen uns jetzt wieder, ich konnte ihn schon zwischenzeitlich auch nicht mehr anfassen, es hat mich dann in meiner Verliebtheit alles gestört. Doch wenn er endlich mal über seinen Schatten springen könnte und kämpfen würde...Ich will doch einfach nur als Frau begehrt und geliebt werden. Es ist alles nicht so einfach. Ich habe aber auch momentan nicht die Kraft und den Mut zu gehen...


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BeitragVerfasst: So, 19 Nov 2006 11:21 
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Registriert: Mo, 19 Dez 2005 10:24
Beiträge: 246
Hallo kuhchen,

deine Geschichte ist die Geschichte vieler hier im Forum die einen Mann haben, der wenig bis gar kein Intresse am Sex haben. Auch bei meinem Mann ist das so. Er war sein ganzes Leben lang nicht triebig und ist nicht eifersüchtig so wie deiner auch. Ich könnte machen was ich wollte, er würde es bedingungslos akzeptieren. Ob eine Therapie da Erfolg hätte möchte ich bezweifeln. Es liegt meines erachtens an einem Hormonmangel.

Wenn du darüber nachdenkst wird dir das sehr schnell klar. Überleg mal wie das ist z.B. im Tierversuch. Hengst - Wallach, bei Hunden, bei Katzen. Sind sie zu triebig und schwer in der Handhabung werden sie kastriert und dann sind das die besten Kerle.

Leider bringt eine Hormonbestimmung nur selten das gewünschte Ergebnis so wie auch bei meinem Mann. Er lag im unteren Bereich der Norm, aber ich bin überzeugt, dass wenn das richtige Hormon verabreicht würde, würde er sich auch ohne Therapie zum "triebigen Hengst" entwickeln.

Es gibt hier im Forum einige Rubriken, in denen Frauen darüber berichten und verzweifelt nach einer Lösung suchen. Z.B. unter sexuelle Lust "Kaum Sex kaum Zärtlichkeiten". Wir experimentieren mit allem möglichen herum. Z.B. Yohimbin was aber auch nur bedingt hilft. Hormone haben wir noch nicht ausprobiert das wäre aber wohl als nächstes dran. Ist bei deinem Mann schon einmal der Hormonspiegel bestimmt worden?? Unser Problem ist, dass wir das Ergebnis nicht deuten konnten und auch nicht vorliegen haben. Das hat der Urologe. Es ist außerdem sehr schwer einen kompetenten Arzt zu finden der weiterhelfen kann. Die meisten sehen sexuelle Unlust nicht als behandlungswürdiges Problem an. Dass aber daraus ganz massive psychische Probleme entstehen scheint ihnen nicht klar zu sein.

Liebe Grüße
Sahne


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BeitragVerfasst: Mo, 20 Nov 2006 19:16 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1150
Wohnort: Freiburg
Liebe kuhchen,
der Rat von Sahne, den Hormonspiegel Ihres Partners überprüfen zu lassen, ist sicherlich sinnvoll. Tatsächlich haben viele Männer, deren Hormonhaushalt nicht in Ordnung ist, eine fehlende Libido. Andere Gründe für sexuelle Unlust können Medikamente (z.B. Antidepressiva, Herz-Kreislaufmedikamente) sein oder psychosoziale Faktoren. So wie Sie schildern, hat Ihr Partner Einiges zu bearbeiten und befindet sich in psychologischer Behandlung. Diese Faktoren sollten nicht unterschätzt werden, sie können wesentlicher Grund für die Lustlosigkeit sein.
Dass Sie und Ihr Partner professionelle Hilfe suchen ist ein guter Schritt, sicherlich wäre eine gemeinsame Paar- und Sexualtherapie am sinnvollsten, da es bei Ihnen ja auch sehr stark um das Thema Sexualität geht und dieses aus Ihrer Sicht verbesserungsbedürftig ist. Schauen Sie doch mal auf folgendem Link, ob ein Therapeut in Ihrer Nähe arbeitet, den Sie und Ihr Partner eventuell einmal aufsuchen könnten:
www.sexualberatung-sexualtherapie.de/therap.htm
Viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr ISG-Team


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