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 Betreff des Beitrags: Sexuelle Unlust.
BeitragVerfasst: Mi, 23 Apr 2003 09:42 
Da mein Partner und ich (er ist 28 Jahre alt und ich bin 30 Jahre alt) bald heiraten möchten. Bin ich mir in Bezug auf unsere Sexualität unsicher gworden.
Wir sind nun seit 5 Jahren zusammen und ich liebe ihn wirklich sehr. Da ich schon immer in meinen früheren Beziehungen sexuell sehr aktiv war, kam ich bei diesem Mann schnell an meine Grenzen. Anfangs führten wir eine Wochenendbeziehung. Und ich dachte mir, wenn wir zusammenziehen wird es sexuell auch aktiver sein. Es war auch schon am Anfang unserer Beziehung so, dass er sehr wenig Interesse gezeigt hatte und von sich aus nicht aktiv wurde. Außer wenn er mal auf einer Party was getrunken hatte, da meinte er müßte jetzt loslegen! Was sich aber wegen des Alkkohols als nicht so toll herausstellt.
Also, in den 5 Jahren war eher ich die treibende Kraft in unserer sexuellen Beziehung. Dies hat jetzt aber auch bei mir etwas nachgelassen.
Ich habe auch versucht offen mit ihm darüber zu sprechen und er meinte zu mir, dass er keine Lust habe und auch in früheren längeren Beziehungen auch so gewesen wäre.
Es ist ja auch nicht so dass wir nie miteinander schlafen, aber es sind immmer so Pausen zwischen 2-3 Monaten, manchmal auch länger. Außerdem ist er auch kein Mensch der ein Sex richtig genießt. Es muss alles schnell gehen. Obwohl er sonst sehr verschmust und lieb ist.
Könnt Ihr mir einen Rat geben?

Joanna


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi, 23 Apr 2003 23:11 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1150
Wohnort: Freiburg
Hallo Joanna,

es ist gut zu verstehen, dass du vor einem wichtigen Schritt wie der Hochzeit, die Beziehung zu deinem Freund noch einmal genau überdenken willst - und dazu gehört natürlich auch die sexuelle Seite.
Zwar gibt es in der Sexualität keine genauen Zahlen dazu, wie oft "normal" ist. Wäret ihr beide damit zufrieden, gäbe es keinen Grund, Sex alle zwei bis drei Monate als Problem anzusehen, auch wenn es für ein Paar in eurem Alter eher wenig ist. Da du aber Verlangen nach mehr Sex hast und außerdem die Sorge, auf Dauer damit nicht glücklich zu sein, ist das ein guter Grund, sich Gedanken darüber zu machen.
Ein paar Dinge, die du über deinen Freund geschrieben hast, sind mir aufgefallen. Zunächst einmal leidet er an einer mangelnden Libido, die er allerdings bei Alkoholgenuß zu überwinden scheint. Wenn ihr miteinander schlaft, kann er sich nicht richtig entspannen und alles ist relativ schnell wieder vorbei. Dies alles zusammen deutet darauf hin, dass nicht der Libidomangel primäre bestand, sondern dein Freund ein sexuelles Problem hat, aufgrund dessen er sich von der Sexualität distanziert. Zum Beispiel könnten Erektionsprobleme, von denen du allerdings nichts berichtet hast, oder ein vorzeitiger Samenerguß dahinter stecken.
Du schreibst: "Es muss alles sehr schnell gehen". Vielleicht liegt das daran, dass dein Freund keine ausreichende Kontrolle über den Ejakulationsreflex hat und deswegen sehr schnell zum Höhepunkt kommt. Dies kommt sehr häufig bei den ersten sexuellen Erfahrungen vor, bei einigen Männern bleibt das Problem aber dauerhaft bestehen. Die Ursachen sind nicht geklärt, verstärkt wird das ganze aber häufig durch Versagensängste, die von sehr großem Ausmaß sein können. Die Männer möchten natürlich den Samenerguss länger herauszögern, vor allem auch, um die Partnerin zu befriedigen, entwickeln aber nach jedem Versagen größere Ängste davor, es beim nächsten Mal wieder nicht zu schaffen. Genaueres dazu findest du im Forum in der Rubrik "Vorzeitiger Samenerguss".
Du schreibst, dass dein Freund den Sex nicht richtig genießen kann. Das kann zum Beispiel durch eine sexuelle Unsicherheit verursacht sein, die verschiedene Ursachen, wie eine stark konservative Erziehung, schlechte erste sexuelle Erfahrung oder eine allgemein eher unsichere Persönlichkeit, haben kann. Dass alles schnell gehen muss, kann damit zusammenhängen, dass dein Freund eine sehr starke und spezielle Stimulation braucht, um zum Orgasmus zu kommen. Vielleicht masturbiert er sehr häufig in den Zeiten, in denen ihr euch nicht seht oder keinen Sex habt und ist sehr stark auf die Stimulation durch seine Hand fixiert oder eventuell auf bestimmte sexuelle Phantasien oder Praktiken. Das wichtigste scheint mir zu sein, dass du mit Nachdruck versuchst, ihm zu erklären, wie sehr dir das Thema auf dem Herzen liegt und dass es dir sehr wichtig ist, darüber zu reden. Zunächst muss er verstehen, dass die Situation so wie sie ist, problematisch ist. Vielleicht fühlt er sich bei diesem Thema schnell gekränkt oder mit Vorwürfen überschüttet. Dann solltest du ihm klar machen, dass ihr das Problem gemeinsam anpacken könnt. Und schließlich kann es ja nicht in seinem Interesse sein, wenn du sexuell unglücklich bist.
Was könnt ihr aber nun tun? Ein Besuch bei einem Urologen ist sicher sinnvoll. Er sollte deinen Freund körperlich untersuchen und den Spiegel des männlichen Geschlechtshormons Testosteron und eventuell die Schilddrüsenhormone bestimmen, da eine Erniedrigung zu einem Libidoverlust führen kann.
Dein Freund kann sich überlegen, was für ihn am Sex interessant ist. Vielleicht gibt es Stellungen oder Praktiken, die ihr noch nie ausprobiert habt oder die er sich nicht traut zu äußern. Solltet er sehr viel masturbieren, kann er versuchen, dies etwas einzuschränken und auszuprobieren, ob dies etwas an seiner Libido für dich ändert.
Kommt ihr damit nicht weiter, ist zu überlegen, ob ihr einen Sexualtherapeuten aufsucht. Das hört sich abschreckend an, ist aber eine wichtige und hilfreiche Möglichkeit, sexuelle Probleme mit Übungen und Gesprächen zu bessern.

Ich hoffe, dir mit meiner Antwort ein wenig weitergeholfen zu haben!

Das ISG-Team


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 Betreff des Beitrags: Sexuelle Unlust 2. Teil
BeitragVerfasst: Do, 24 Apr 2003 09:44 
Liebe ISG-Team,

vielen Dank für Eure schnelle Antwort an mich. Es hat mir erst einmal Zuversicht gegeben und ich habe mich verstanden gefühlt.
Ich muß hierzu noch folgendes sagen. Zur Erziehung kann ich folgendes sagen, dass er nicht konservativ erzogen wurde. Er hatte früher einmal eine wilde Jugend, d. h. er hat damals auch Drogen konsumiert wie z. B. Speed und Extasy. Das ist aber jetzt nicht mehr so, seit wir zusammen sind. Kann es auch daran liegen, dass er dadurch eher weniger Lust hat, weil Langzeitschäden aufgetaucht sind?
Auch das Thema Selbstbefriedigung hat bei meinem Freund ein eher niedrigen Stellenwert. Wir haben darüber schon offen gesproche, da ich ihm gesagt habe, dass ich mich auch öfters mal selbst befriedige. Er hat auch zugegeben dies schon getan zu haben, aber eher wengier. Außerdem schläft er eigentlich immer und Schlaf hat einen höheren Stellenwert als Selbstbefriedigung!!!!
Da ich sexuell sehr aufgeschlossen bin und ihn auch schon öfters ermutigt habe mal was auszuprobieren, kam von seiner Seite eher weniger. Sodass ich nicht das Gefühl hatte, dass er auf was bestimmtes abfährt. Außer wie vielleicht jeder Mann auf Oralsex (aber nur bei ihm, bei mir mag er das nicht, dass habe ich schon gemerkt). Aber, wie gesagt, habe ich auch da kein Problem ihn zu stimulieren.
Aber die Antwort von Euch, wegen des vorzeitigen Samenergusses hat mich stutzig gemacht. Ich denke, dass da vielleicht ein Schlüssel liegen könnte, da er es manchmal wirklich nicht schafft, sich ein bißchen zu kontrollieren. Er entschuldigt sich nämlich danach immer bei mir, wenn ich nicht zum Orgasmus gekommen bin. Aber er ist auch nicht in der Lage mich danach vielleicht auf andere Art und Weise dann zu befriedigen.
Es ist auch nicht so, dass ich ihm dann Vorwürfe mache. Ich nehme in dann in den Arm und sage, dass das doch nicht schlimm ist und wir doch über alles reden können.
Wie gesagt, dass passiert nicht immer, aber es ist mir jetzt doch aufgefallen, nachdem ich Eure Antwort gelesen habe.

Was ich vielleicht vergessen habe zu erwähnen und was vielleicht ein wichtiger Grund ist. Mein Freund hat Neurodermitis und zwar an Füßen und Händen und hat Anfangs mir nie etwas davon gesagt. Und hat nie nie nie seine Socken ausgezogen, weil er sich geschämt hat. Wir gehen auch nie ins Schwimmbad, da er sich nicht anderen zeigen möchte. Ich persönlich finde dies ja nicht schlimm, aber er scheint darunter zu leiden. Auch darüber habe ich mit ihm geredet und er sagte mir, dass niemand verstehen kann, was für Schmerzen er hätte. Es ist auch so, dass er über Tag Arbeitsschuhe trägt und manchmal die ganzen Füße offen sind, sodass er kaum laufen kann. Er hatte jetzt auch im letzten Monat einen schlimmen Schub. Vielleicht liegt es auch daran?

Ich danke Euch für Eure Antwort und sende Euch liebe Grüße

Joanna


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 Betreff des Beitrags: sexuelle Unlust beim Mann
BeitragVerfasst: Mi, 21 Dez 2005 22:47 
Offline

Registriert: Mo, 19 Dez 2005 10:24
Beiträge: 246
Hallo Joanne,

das gibt es wohl öfter, dass Männer kein extremes sexuelles Verlangen haben. Bei meinem Mann ist das auch so. Er war deshalb sehr lange ohne Frau. Als wir uns kennen lernten hat er immer gesagt er sei kein guter Liebhaber und hatte Angst vor dem ersten Mal, was dann promt nicht funktioniert hat. Später als er merkte, dass es funktioniert hatte ich glaube ich nie einen besseren Liebhaber. Leider ist es nicht so geblieben, da es für mich extrem anstrengend ist ihn in Stimmung zu bringen und der Reiz des Neuen nicht mehr da ist. Seit etwa 3 Jahren geht es gar nicht mehr. Es ist frustrierend, weil es ja eine Zeit lang ging.

Er hat eigentlich eher weniger ein Problem damit, es fehlt ihm nicht. Oft denke ich er versucht es nur mir zuliebe trotzdem. Er kann Wochen und Monate neben mir im Bett liegen ohne auch nur ein Mal zu wollen. Eigentlich wollte er noch nie wirklich von sich aus. Ja, leider...

Gruß
Sahne


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