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BeitragVerfasst: Di, 20 Jul 2010 17:07 
Hallo an Alle hier,

ich (41 Jahre alt - männlich - seit 13 Jahren verheiratet - letzten gemeinsamen sex vor 8 Jahren) wende mich mit einer, für mich sehr traurigen, Frage an dieses Forum.

Meine Frau und ich haben sexuelle Probleme, was darin sich äußert, dass sie keine Lust verspürt, mehr mit mir zu schlafen. Eine sehr lange Zeit habe ich das einfach abgetan als "ist halt nur eine Phase" oder "das wird schon wieder". Aber vor circa 2 Jahren, war es mir dann zuviel - ich habe den Entschluß gefasst das Problem zu lösen under Ursache auf den Grund zu gehen.

Viele Versuche und Gesrpäeche weiter kam es zu der Aussage, dass der Sex mit mir keine Befiedigung gab und eigentlich langweilig wirkte. warum sie nichts gesagt habe, erklärte sie mit den Worten: Wollte dir nicht weh tun - Dachte du kommst selber drauf - Hatte auch keine Idee, wie es anders werden sollte.

Nun stehe ich und frag mich, wie konnte das passieren und wie sieht es aus, wenn es wieder zu Intimitäten kommt? Was für Möglichkeiten bieten sich mir dann, den Sexuellen Akt abwechslungsreich und spannend zu machen?

Hinzu kommt, dass meine Frau im Moment noch keine große körperliche Nähe zulassen kann, weil sie im Hinterkopf irgenwie immer nur den Gedanken hat, er berührt mich nur, weil er Sex haben will. Hat jemand von euch sowas schon mal "erleben" müssen. Wenn ja, wie was wurde von euch unternommen es zu "ändern"? Was könnte ich tun, damit sie nicht immer dieses dumme Gefühl verspürt, dass es mir nur um Sex geht.

Bitte seit so nett und schaut mal, ob ihr ein paar Ideen für mich hättet.

Danke


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BeitragVerfasst: Mi, 21 Jul 2010 11:55 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1150
Wohnort: Freiburg
Hallo Hilflos,

vielen Dank für ihren ausführlichenen Beitrag in unserem Forum. Es wird deutlich, dass Sie die momentane Situation als sehr belastend empfinden. Sie schreiben, dass Ihre Frau kein Interesse an sexueller Aktivität oder intimen Berührungen zeigt und das schon seit sehr längerer Zeit. Ihre Bemühungen und Gespräche haben bisher wenig Besserung gebracht.

Es wäre wichtig zu erfahren, warum ihre Frau keine sexuelle Berührung wünscht, was genau ihr missfällt und ob sie etwas an der jetzigen Situation ändern möchte. Vielleicht wäre es sinnvoll sich darauf zu einigen vorerst ein "Sexverbot" einzuführen, um ihrer Frau den Druck zu nehmen. Sie haben somit die Möglichkeit sich wieder unbefangen anzunähern und ihrer Frau fällt es deutlich leichter, sich auf Berührungen einzulassen. Im Vordergrund sollten hierbei Zärtlichkeiten stehen, die ihre Frau nicht überfordern. Eventuell fallen ihnen beiden zusätzliche Verwöhnprogramme oder gemeinsame Unternehmungen ein, um die Partnerschaft zu stärken.

Man sollte sich vor Augen führen, dass sexuelle Probleme immer durch ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren entstehen. Zum Beispiel nehmen das körperliche und seelische Wohlbefinden eine große Rolle ein. Erwartungen, Vorstellungen, Ängste, gesellschaftliche Normen und die Partnerschaft an sich haben ebenfalls Einfluss auf die Sexualität. Ein ausführliches Gespräch mit der Partnerin kann also schon sehr wirkungsvoll und aufschlussreich sein.

Das Problem kann auch mit professioneller Hilfe angegangen werden im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung. Adressen von Sexualtherapeuten finden Sie auf unserer Homepage im Expertenpool (Fachrichtung Psychotherapie). Bei Profamilia kann man ebenfalls eine Beratung in Anspruch nehmen und selbstverständlich können Sie sich bei Fragen und Anmerkungen auch gerne an uns wenden: Tel. 01805558484 (14c/min).

Freundliche Grüße.
Ihr ISG-Team


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BeitragVerfasst: Mi, 21 Jul 2010 14:41 
Ich möchte mich schon mal ganz herzlich für den Beitrag bedanken. Er zeigt mir, dass ich und mein Problem ernstgenommen wird.

Außerdem konnte ich darauß schließen, dass ich auf dem richtigen weg bin, d.h. Gespräche führen mit meiner Frau und offen das Problem benennen.

Auf die Frage nach der genauen Ursache, konnte meine Frau keinen konkreten Punkt nennen. Es war einfach so und hat sich so entwicklet. Danach hat sie es hingenommen und hat sich mitlerweile damit abgefunden. Ich höre aus diesen Worten Resignation - stimmt das?

Meine Frau und ich haben in den vergangenen Wochen schon häufiger das Thema begonnen zu bereden. Ich habe dann einige Vorschläge gemacht, aber sie meinte dazu, dass sie sich noch nicht so weit fühlt, wieder Intim zu werden. Ich werde daher mit ihr den Vorschlag über ein ausgesprochenes "Sexverbot" reden und ihr vermitteln, dass es mir um Nähe geht - nicht um den Sex als solches.

Hätten sie vielleicht noch ein paar Hinweise oder Anregungen, wie solch langsame körperliche annäherung stattfinden kann? Mit welchen Methoden haben Paare gute Erfahrungen machen können?

Sie sprechen das Zusammenspiel verschiedener Faktoren als ein Grund für das Ausbleiben der Lust und bieten als Lösung ein ausführliches Gespräch mit meiner Frau an. Könnten sie mir dahingend ein paar nützliche Anregungen geben, wie ich so etwas gestallten könnte? Welche Fragen sind hilfreich für das Ergründen? Wie kann ich auf ausweichende Antworten reagieren wie z.B. "Weiß nicht", "Ist halt so" "Glaub nicht" uä. ohne bedrängend zu wirken?

Vielen Dank für das Angebot einer professionellen Beratung. Ich denke im Moment wäre so ein Vorschlag kontraproduktiv. Im Moment würde ich daher noch versuchen die Angelegenheit "intern" zu behandeln, bevor ich mit meiner Frau ein "Outing" als Lösung anstreben. Ich hoffe sie verstehen das und könnene es vielleicht nachvollziehen. - geben mir aber denoch noch den einen oder anderen Tipp.

Mit freundlichen Grüßen
Hilflos


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BeitragVerfasst: Do, 22 Jul 2010 11:56 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1150
Wohnort: Freiburg
Guten morgen Hilflos,

sehr gerne versuchen wir Ihnen mit weiteren Anregungen und Tipps weiterzuhelfen. Der Weg des offenen Gesprächs ist wie Sie selbst schreiben bereits der wichtigste Schritt. Ihre Frau ist eventuell noch nicht so weit ganz offen mit Ihnen zu sprechen beziehungsweise kann die Gründe für ihr Verhalten selber nicht benennen. Lassen Sie ihr Zeit und geben Sie ihr das Gefühl für Sie da zu sein.

Hilfreich für Sie zu erfahren wäre eventuell, ob ihre Frau unter anderen sexuellen Problemen leidet, wie z.B. mangelnde Erregbarkeit, Unfähigkeit einen Orgasmus zu erleben oder Schmerzen beim/nach dem Geschlechtsverkehr.
Wie erlebt ihre Frau ganz im Allgemeinen die Partnerschaft: Fühlt sie sich wohl? Gibt es Dinge, die sie stören? Hat sich etwas in den letzten Jahren verändert?
Gab es bereits eine Abklärung körperlicher Ursachen (Hormonspiegel, vaginale Infektionen, andere gynäkologische Erkrankungen)?

Eine langsame körperliche Annäherung kann zum Beispiel folgendermaßen vonstatten gehen. Zunächst steht das bereits angesprochene Sexverbot im Vordergrund. Ihre Frau muss sich in ihrer Gegenwart entspannen und fallen lassen können. Erste Schritte können zunächst vorsichtige Streichelübungen ohne und später mit Berührung der Genitalien sein. Es folgt die genitale Stimulation, wobei die Erregung kommen und gehen darf (weiterhin kein Sex). Die nächste Stufe wäre das vorsichtige Einführen des Penis ohne Bewegung und im Anschluss das Einführen mit vorsichtiger Bewegung.

Diese Vorangehensweise kann für sie beide gut funktionieren, muss aber nicht. Der Schlüssel ist auch hier die Kommunikation.
Die verschiedenen Annäherungsstationen sollten langsam und geduldig und immer wieder mit Rückkopplung (was tut gut? was ist unangenehm?) durchgeführt werden und setzen die Motivation beider Partner voraus.

Lassen sie sich durch die unspezifischen Aussagen ihrer Frau nicht entmutigen. Hören Sie ihr weiterhin aufmerksam und geduldig zu und wenn ihre Frau so weit ist, wird sie mit Ihnen offener über das Problem sprechen können.

Wir hoffen Ihnen weitergeholfen zu haben und wünschen viel Erfolg

Freundliche Grüße
Ihr ISG-Team


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BeitragVerfasst: Do, 22 Jul 2010 15:24 
Ich möchte mich hier bei dem ISG-Team ganz herzlich bedanken. Diese Antwort war bis jetzt die qualifizierteste, die ich bis jetzt in einem Forum bekommen habe. Ihre Antwort hat mir viel Potenzial für weitere Gespräche gegeben.

Was das "abwarten" betrifft bis meine Frau offener über das Thema reden kann, was sie mir hier empfehlen, soll das ein mehr oder weniger stilles warten von mir sein? Ode ist es schon angebracht hin und wieder das Gespräch zu suchen und anzumerken, dass es noch Diskusionspunkte gibt?

Vielen vielen Dank für den Zuspruch. Er hilft mir, meiner Frau weiterhin treu zu bleiben und nicht die Befriedigung bei anderen Frauen zu suche, die offener dazu eingestellt sind. Es ist schon nun eine lange Zeit vergangen und ich hoffe mit ihren Tipps und Hinweisen, dass es die längste Zeit war


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BeitragVerfasst: Sa, 28 Mai 2016 14:13 
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Registriert: Di, 24 Mai 2016 16:37
Beiträge: 11
Es hilft mir auch. Die Kommunikation zwischen Partners ist super wichtig! Man muss immer erzählen, was stört in Beziehungen, zusammen Lösung suchen.


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