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 Betreff des Beitrags: Die langjährige Unlust meiner Frau
BeitragVerfasst: So, 22 Jun 2003 04:54 
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Registriert: So, 22 Jun 2003 03:22
Beiträge: 1
Hallo

Wir sind nun 11 Jahre zusammen (seit 8 Jahren verheiratet) und erwarten z. Z. das dritte Kind. Meine Frau ist 30 und ich 35. Alles soweit so gut, abgesehen von banalen Streitigkeiten läuft unsere Beziehung gut.
Das grosse Problem, v.a. für mich, ist das zunehmende Fehlen von Sex bzw. dessen Reduktion auf ein absolutes Minimum. Ginge es nach meiner Frau, würde ihr so zweimal pro Jahr genügen. So läuft das nun seit ungefähr 5 Jahren (Geburt des zweiten Kindes). Zuvor war meines Erachtens unser Sexualleben zufriedenstellend und erfüllt, obwohl ich damals schon zeitweise das Gefühl hatte, dass meine Frau kaum noch Spass daran hatte. Deshalb fragte ich ein paarmal nach, aber sie meinte jeweils, dass ich mich täusche. Erst vor 5 Jahren bestätigte sie mir, dass sie noch nie einen Orgasmus hatte und auch keine Lust mehr auf Sex habe, sie hatte nur in den ersten 2 Jahren unserer Beziehung Spass am Sex auch ohne Orgasmus.
Dies war für mich erst einmal ein Schock und irgendwie fühlte ich mich auch betrogen, da mir längere Zeit was vorgemacht wurde. Seit dieser Zeit arbeiten wir daran, aber mir scheint, dass wir nicht weiterkommen. Wir versuchten das übliche, wie auch in der einschlägigen Literatur vorgeschlagen (Klärung der Situation, gegenseitiges Verständnis aufbringen, Streicheln, Massage, Zeit für Zärtlichkeiten reservieren, meine Frau macht Selbstbefriedigung und kommt dabei auch zum Orgasmus). Natürlich passierten auch Fehler, es gab Streitigkeiten, gegenseitige Vorwürfe und Beschimpfungen. Lange dachte ich, es sei ein Phase die vorübergeht. Aber langsam verzweifle ich, da meine Frau sich nun weigert ihre Unlust als gemeinsames Problem anzusehen. Von einer Paartherapie oder Sexualtherapie will sie nichts wissen. Sie habe kein Problem mit Ihrer Unlust. für mich sei es ja ein Problem, also müsse ich auch für mich eine Lösung finden. Viele Zärtlichkeiten finden gar nicht mehr statt. So stört es sie, wenn ich sie auf den Mund küsse. Ich weiss nicht mehr wo ich ansetzen soll oder wie ich mich ihr nähern soll. Manchmal vergehen Tage ohne Berührung und Sex gibt es sozusagen mir zu liebe 1-2 Mal pro Monat. Ich bringe immer das Thema Sex zur Sprache und dränge auf Fortschritte. Sage ich nichts und dränge nicht, vergehen Wochen.
Anmerkungen:
- Beim Sex ist meine Frau immer feucht, sie geniesse es in diesem Moment auch, aber sie habe einfach keine Lust dazu.
- Nach der Geburt des zweiten Kindes, zog sich die Gebärmutter nicht zusammen. Meine Frau erhielt damals eine sehr hohe Hormondosis. Könnte ein Hormonungleichgewicht langzeitigen Einfluss auf die Libido haben?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do, 26 Jun 2003 16:30 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1160
Wohnort: Freiburg
Hallo gerne,

du steckst in keiner einfachen Situation, das ist ganz klar. Vieles von dem, was wir zunächst bei Orgasmus- und Lustproblemen empfehlen würden, habt ihr schon ausprobiert. Eine Eklärung der Lustlosigkeit deiner Frau könnte in ihrem Orgasmusproblem liegen. Auch wenn es nicht unbedingt das wichtigste am Sex ist und es sicher auch mal ohne Spaß machen kann, ist es auf Dauer für die meisten Frauen unbefriedigend. Die Folge ist der Rückzug wegen abnehmender Lust. Typisch weiblich ist es auch, die eigene Befriedigung nicht in den Mittelpunkt zu stellen und einzufordern. Es genügt, wenn der Mann zum Orgasmus kommt, denn der eigene ist ja weitaus schwieriger zu erreichen.
Eine weitere Erklärungsmöglichkeit ist die Entstehung sexueller Probleme nach der Geburt ihres ersten oder zweiten Kindes. Durch die intensive Nähe zum Neugeborenen ist der Bedarf an Zärtlichkeit und Nähe für manche Frauen gedeckt. Die Erholung von der Geburt und die Pflege nehmen viel Zeit in Anspruch, so dass der Partner sich ausgeschlossen fühlen kann. Manche Frauen fühlen sich nach der Geburt unattraktiv und verspüren längere Zeit kein Bedürfnis nach Sexualtität. Nicht selten tritt eine Depression nach der Geburt auf, die ebenfalls zu einem Rückzug führen kann. Diese Situation kann, selbst wenn sie irgendwann beendet ist, Spuren in der Partnerschaft und in der Sexualität hinterlassen, die sich auch Jahre später noch bemerkbar machen.
Aufgrund des langen Bestehens und der Komplexität der Situation wäre es sicher das Beste für dich und deine Frau, einen Sexualtherapeuten aufzusuchen, um mit ihm nach Ursachen der jetzigen Situation und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Dieser Tipp nützt dir natürlich nicht sehr viel, da deine Frau im Moment nicht dazu bereit ist. Deswegen rate ich dir, zunächst alleine zu einem Sexualtherapeuten zu gehen. Mit ihm kannst du nach Wegen suchen, deine Frau zu einem Einlenken zu bewegen. Und ich kann mir vorstellen, dass sie irgendwann dazu bereit ist, da ihr ja noch einige Zeit gemeinsam vor euch habt. Die These, dass ihre Unlust allein dein Problem ist, ist sicher nur ein Schutzmechanismus. Vielleicht ist sie verzweifelt und glaubt nicht mehr daran, dass sich etwas ändern kann, nachdem ihr schon so viel versucht habt.
Sexualtherapeuten findest du zum Beispiel über ProFamilia, Deutsche Gesellschaft für Sexualberatung, www.profamilia.de.

Herzliche Grüße,
Das ISG-Team


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BeitragVerfasst: Mi, 21 Jul 2004 12:59 
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Registriert: Mi, 21 Jul 2004 12:38
Beiträge: 1
Wohnort: Chemnitz
Hallo gerne.

Als ich deinen Beitrag gelesen habe, kam mir das alles sehr bekannt vor. Wir haben das gleiche Problem. Es gibt nur wenige Unterschiede.

Ich bin mit meiner jetzigen Frau 15 Jahr zusammen. Seit 4 Jahren sind wir verheiratet. Zwei Kinder: 6 Jahre und 1 Jahr. Seit ca. 8 Jahren gibt es bei uns kaum körperlichen Kontakt. Sex nur alle 8 bis 10 Wochen ohne wirkliche Emotionalität. Beim Sex hat meine Frau -- so meine Erfahrung und ihre Aussage -- häufig einen Orgasmus. Nur ist der ganze Sex immer recht kurz und auch sehr-- für mich -- unbefriedigend und phantasielos.

Meine Frau stört das alles nicht. Sie ist auch ohne jeglichen körperlichen Kontakt zu mir zufrieden. Wie du schon geschrieben hast: "Das ist mein Problem.", sagt sie.

Sie kann auch mit mir nicht über unser Problem sprechen. Immer, wenn ich das Thema anschneide, blockt sie kategorisch ab und schweigt. Keine Antwort, keine Diskussion. Es gäbe nichts zu sagen.

Ich war letzten Monat mit unserem Problem bei ProFamilia bei einer sehr guten Psychologin. Die hat mich erst einmal ausreden lassen. Und das war schon eine tolle Erfahrung. Ich konnte mich jemanden mitteilen. Sie hörte mir zu und hatte Verständnis für mein/unser Problem.

Sie empfahl mir meine Frau auch bei ihr verbeizuschicken. Aber meine Frau lehnt das ab. Sie sagt, sie könne mit mir nicht darüber reden, erst recht nicht mit einer/m Fremden.

Auch die Möglichkeiten, die du angesprochen hast will sie nicht. Ich komme einfach nicht weiter. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.

Das Dumme an der Sache ist, dass ich mir immer wieder Hoffnungen mache, dass es eines Tages besser wird. Wenn ich mir die Sache aber objektiv betrachte, weiss ich, dass sich nichts ändern wird, wenn wir nichts tun. Aber was? Ich kann meine Frau einfach nicht dazu bringen, sich mit mit mit dem Thema zu beschäftigen. Für sie ist es eine Banalität. Mir geht es dabei aber sehr schlecht.

Ich vermisse die Zweisamkeit und die Nähe zu meiner Frau. Auch den Sex. Die acht bis zehn Wochen kommen mir wie eine Ewigkeit vor.

Ja, was soll ich noch schreiben. Trotz, dass ich kaum noch Hoffnung habe möchte ich das Problem lösen. Auf der anderen Seite möchte ich meine Frau auch nicht bedrängen. Das bringt dann eher das Gegenteil. Sie macht zu und es ist an das Thema überhaupt nicht mehr ranzukommen.

Ich merke auch, wie ich mich mit diesem Problem selber verändert habe. Ich bin immer mehr zynisch und auch oft ungerecht gegenüber meiner Frau. Wir sitzen Abends nur noch still nebeneinander oder jeder macht, was er will, ohne den Anderen zu beachten.

Aber auch wenn ich mir Mühe gebe und ein "netter Ehemann" bin, bringt das gar nichts. Keine Nähe. Sie weicht mir -- körperlich -- aus. Mittlerweile gehe ich auch nicht mehr auf sie zu, weil ich keine Lust mehr habe, ständig abgewiesen zu werden.

Auf der anderen Seite unserer Ehe ist allerdings alles in Ordnung. Wir verstehen uns sehr gut und sind auch sehr gut in der Lage andere Probleme gemeinsam zu lösen. Unsere Kinder erziehen wir gemeinsam und mit Hingabe. Vielleicht sollte mir das reichen...

baudolino

ps: Was ist die "einschlägige" Literatur? Vielleicht ein paar Tips?


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BeitragVerfasst: Di, 14 Sep 2004 10:55 
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Registriert: Di, 14 Sep 2004 10:42
Beiträge: 1
hallo,

sowohl gerne wie baudolino sprechen mir aus der seele. ich wüßte auch nicht, was ich noch hizufügen müsste, um das meine problem mit der unlust meiner ehefrau noch stärker auszudrücken. vielleicht den fakt, dass meine gattig die körperliche nähe oder die (von mir gewollten) gespräche über lust & sex einfach nur als dumm und lächerlich betrachtet.

ich bin seit 13 jahren verheiratet. habe zwei kinder und bis vor ein paar jahren war unsere beziehung recht ok. die zeiten der sexuellen regung meiner frau liegen allerdings sehr weit zurück; vor der ehe und kurz nach der geburt des zweiten kindes vor etwa 10 jahren. seit dem nimmt ihre lust auf die sexuallität jeden tag mehr ab.

ich möchte nicht das wiederholen, was bereits oben von kollegen ge- und beschrieben wurde. ich schliesse mich dem voll an, da ich auch ein sehr großes problem damit habe. mir sind auch die ideen, was man(n) da machen könnte, ausgegangen. ich mache mich jedes mal lächerlich, wenn ich auf sie zugehe und um sex schon fast betteln muss. und es kommt auch meistens die selbe stammabsage.

sicherlich könnte ich noch weiter schreiben darüber, wie es ist, oder besser gesagt, wie es nicht ist. bringt das aber was? kann man dem problem entfliehen, ihn beseitigen oder einfach irgendwas gagen unternehnem? meine frau ist NICHT bereit, sich mit einem arzt zu treffen oder gar mit mir über das problem zu sprechen. angeblich ist es mein problem; nicht ihres.

tja, scheint wirklich so, denn bis jetzt leide nur ich darüber.

gruß an alle


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: So, 03 Okt 2004 11:51 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1160
Wohnort: Freiburg
Hallo Thing,

das deine Frau sich an eurer aktuellen Situation nicht stört und jeden Versuch der Veränderung abblockt, macht es nicht leicht, dir einen Rat zu geben.
Versuche doch sie von einer Paartherapie zu überzeugen, dort könnt ihr dann nicht nur über eure Sexualität sprechen, sondern auch was euch sonst in eurer Beziehung belastet. Sollte deine Frau auch dieses Angebot zum Gespräch ablehnen, solltest du alleine zur Therapie gehen, denn auch alleine kann dir der Therapeut sicher helfen, und mit dir besprechen, was dich in deiner Beziehung stört aber natürlich auch, was dir in deiner Beziehung Spaß und Freude bringt.
Vielleicht ist es auch einfacher mit deiner Frau zu sprechen, wenn du genau weist, was du willst.

Alles Gute
Das ISG-Team


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 Betreff des Beitrags: habe ich einen doppelgänger?
BeitragVerfasst: Fr, 13 Jan 2006 21:31 
Hallo,
was baudolino geschrieben hat könnte wirklich 1:1 von mir stammen. Leider mit dem Unterschied dass seit der Geburt der 2 Kinder vor 7 Jahren ich 1 (ein) mal Sex hatte. Die Situation wird langsam wirklich unerträglich.
Mittlerweile machen sich die schlimmsten Alternativen in meinem Kopf breit.
Das kann doch nicht mehr normal sein??
Danke


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BeitragVerfasst: Di, 07 Feb 2006 10:18 
Hallo zusammen,

leider konnte ich aus den vorangegangenen postings nicht das Alter der Partner entdecken, glaube jedoch, daß nicht nur die Dauer der Beziehung und die Liebe zu den heranwachsenden Kindern allein das Problem des Rückzuges gefördert haben.

In meiner Partnerschaft (ich m 44, Sie 45) kann zunächst auch das obige einwandfrei wiederholt werden. Es gibt da aber noch zwei Zusätze:

Zunächst hat durch die hormonelle Umstellung und der Beginn der Wechseljahre der Frauenarzt eine entsprechende Hormonpille verschrieben. Es hat sich zwar an der sexuellen Zurückhaltung zu mir noch nichts geändert, jedoch hat Sie seit 2 Wochen keine Pillen mehr und wird zunehmend aggressiver (zickiger?) und depressiver.

Gott sei Dank hat Sie diese Woche wieder einen Arzttermin. Mal sehen, wie es danach geht. Generell ist Sie aber im Gegensatz zu den bisherigen Postings bereit, mit "Fachleuten" zu reden. Inzwischen bin ich auch dazu bereit, denn ich glaube, meine häufige Selbstbefriedigung (2x/Woche) lässt mich sonst auch noch von ihr abrücken und bringt mein Sexualleben in eine bedrohliche Schieflage :evil: . Wie bereits von den anderen mehrfach erwähnt: Ansonsten verstehen wir uns in der Beziehung super!

Vielleicht ist es auch die Mehrfachbelastung als Mutter, Ehefrau, Staubsaugerpilotin, Berufstätige, Närrisch engagierte, die durch den Termin-Streß keinen Raum mehr für Sex bietet.

Wir wollen es jedenfalls gemeinsam versuchen und werden dann demnächst hier oder an anderer Stelle von den Erfahrungen berichten. :lol:

"Think positiv", es gibt wichtigeres im Leben... :P
...aber Sex ist auch wichtig! :roll:


Gruß
Berti


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