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BeitragVerfasst: Mo, 26 Apr 2010 15:10 
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Registriert: Mo, 26 Apr 2010 13:40
Beiträge: 5
Ich habe vor 7 Monaten zum ersten Mal die Unofem (Pille danach) genommen. Laut Frauenarzt sollte alles ganz harmlos sein, aber es kam völlig anders... Ich hatte schwere Nebenwirkungen, sowohl in der Akutphase als der Wirkstoff noch nicht abgebaut war als auch danach. In der Akutphase litt ich unter massiven Erregungszuständen (innere Unruhe, Getriebenheit, Hyperaktivität, Angst- u. Panikzustände), die auch klitoral waren. Meine Klitoris war dauererregt und unnatürlich sensibel. Schon das Scheuern der Hosennaht reichte aus, um zu einem Orgasmus zu kommen. Ich fühlte mich "dauergeil". Als die Wirkung der Pille danach nachließ kehrte sich das ganze ins Gegenteil. Mein Hormonhaushalt war komplett gestört (Zyklus verkürzt, Progesteron stark unterdrückt, Östradiol viel zu hoch). Die Klitoris war plötzlich völlig "taub" und es trat Anorgasmie ein. Die Orgasmusfähigkeit hat sich zwischenzeitlich ein bißchen gebessert, an manchen Tagen im Zyklus fühlt sich meine Klitoris wieder etwas gefühlsechter an und mit viel Glück und Mühe schaffe ich es dann das eine oder andere Mal einen Orgasmus zu erreichen. Der Erregungsaufbau ist aber sehr mühsam und der Orgasmus viel kürzer als sonst. Allerdings sind noch weitere sexuellen Funktionsstörungen aufgetreten. Manchmal kann ich meine Klitoris nicht einmal mehr zum errigieren bringen. Sie ist ganz weich und wird selbst bei intensiver Stimulation kaum hart. An der Hautoberfläche versprüre ich dann kein Gefühl mehr, erst wenn ich Druck ausübe merke ich in der Tiefe noch Sensibilität. Irgendwie scheinen die Nervenenden gestört zu sein. Mich würde interessieren, ob solche Störungen auch bei anderen Frauen nach der Einnahme der Pille danach aufgetreten sind, sowie ob und wann sich diese wieder gegeben haben ??? Ich bin sehr verzeifelt , fühle mich nicht mehr als "richtige" Frau. Die Ärzte sind genauso hilflos wie ich. Über Antworten würde ich mich sehr freuen.


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BeitragVerfasst: Do, 29 Apr 2010 11:03 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1151
Wohnort: Freiburg
Hallo Isanne,

vielen Dank für Ihren ausführlichen und gut nachvollziehbaren Bericht.
Da Sie sicher mit Anspannung auf unsere Nachricht warten, möchten wir sie heute über den aktuellen Stand unserer Antwortsuche informieren.
Da bei Ihrer Anfrage eine professionelle Antwort erforderlich ist, haben wir mit unserem Vorstandsmitglied, der Spezialist auf dem Gebiet der Hormonforschung ist, Kontakt aufgenommen.
Leider befindet sich der Professor zur Zeit nicht vor Ort ,so können wir frühestens am Montag kommender Woche Rüchsprache mit ihm aufnehmen. Wir bitten Sie, sich daher noch ein paar Tage zu gedulden, um eine verbindliche Antwort zu erhalten.
Wir hoffen doch sehr, daß bei Ihrem Problem bald eine Besserung eintreten wird. Sie hören von uns,sobald als möglich.

Mit freundlichen Grüßen

ISG-Team


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BeitragVerfasst: Mi, 05 Mai 2010 12:17 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1151
Wohnort: Freiburg
Hallo Isanne,

inzwischen haben wir mit unserem Spezialisten Rücksprache genommen und können Ihnen heute das Ergebnis mitteilen.
In Bezug auf Ihre körperlichen Störungen gibt uns der Professor von der Klinik für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin , folgende Antwort: Rein theoretisch könnte das Levonorgestrel (LNG) das ein weit entferntes Derivat des Testosterons ist, bei einer besonderen Empfindlichkeit einen Testosteroneffekt ausgelöst haben.Dieser würde sich aber eher in einer Libidosteigerung äussern und nicht in der von ihnen geschilderten, massiven, verstärkten Erregung. Außerdem wären diese Symptome nur mit einem kurzen Akuteffekt erklärbar.Die nachfolgenden Ergebnisse und Veränderungen sind pharmakologisch nicht zu erklären , mit Ausnahme der vorübergehenden Blutungsstörung.In jedem Fall sind dem Professor die von Ihnen geschilderten Störungen nach Einnahme der "Pille danach", selbst in dieser hohen Dosierung, nicht bekannt.
Es ist durchaus möglich, daß nach solchen Prozessen, wie von Ihnen ausfühlich beschrieben und erlebt eine Frau aus dem psychischen Gleichgewicht kommt.Manchmal greifen Mechanismen für die es zunächst keine Erklärung gibt.Wir empfehlen Ihnen deshalb, einen anerkannten Sexualtherapeuten/in aufzusuchen um mit ihm/ihr die dargestellten Beschwerden zu besprechen. Vielleicht ist über diesen Weg eine erklärbare Antwort zu finden.
Gerne sind wir bereit für Sie eine entsprechende Adresse zu finden. Sie erreichen uns im ISG unter der Tel.Nr. 0180/555 84 84 .
Wir hoffen sehr , daß Ihnen unsere Antwort weiter helfen kann und wünschen Ihnen viel Glück.

Mit freundlichen Grüßen

ISG-Team


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BeitragVerfasst: Sa, 19 Jun 2010 03:17 
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Registriert: Mo, 26 Apr 2010 13:40
Beiträge: 5
Liebes ISG-Team,
vielen Dank für Ihre Antwort, aber mit "psychischen Stimmungsschwankungen" lassen sich meine Beschwerden nun wirklich nicht verwechseln. Ich war inzwischen beim Neurologen, da ich seit der Einnahme der Unofem (sofort im Folgezyklus) nachts stets taube Hände bekam. Außerdem zeitgleich mit dem Auftreten der Errektionsstörung und des Taubheitsgefühls an der Klitoris, auch unter Belastung sensorische Störungen (Taubheitsgefühl bzw. "Ameisenkribbeln") an Händen und Füßen auftraten. Der Neurologe stellte ein Karpaltunnelsyndrom sowie handschuh- bzw. strumpfförmige Ausfälle der Sensorik (Polyneuropathie) an Händen und Füßen fest. Ein ENG ergab vor allem an den Füßen eine zu lange Latenz bzw. zu geringe Amplitude. Laut Aussage des Neurologen resultieren diese Beschwerden aus dem Hormonchaos welches die Pille danach bei mir hinterlassen hat. Insb. für das Karpaltunnelsyndrom sei ein hormoneller Zusammenhang wissenschaftlich gut belegt. Insofern gehe ich davon aus, dass die Störungen an der Klitoris die gleiche Ursache haben. Die Nervenenden werden wohl hormonell nicht richtig versorgt und es kommt so zu Mißempfindungen und Taubheitsgefühl. Ob und wann diese Beschwerden wieder verschwinden konnte mir der Neurologe leider nicht sagen. Keine schönen Aussichten!


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BeitragVerfasst: Di, 20 Jul 2010 10:05 
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Registriert: Di, 20 Jul 2010 10:00
Beiträge: 1
liebe schreiberin
ich kenne das problem allzugut!
mit rund zwanzig musste ich das erste mal die pille danach nehmen. über ein halbes jahr hatte ich beim wasserlassen das gefühl fast einen orgasmus zu haben - und auch, dass die blase wie noch "voll" ist. vor kurzem musste ich sie wieder nehmen. als erstes zeigte sich keine reaktion aber seit gestern habe ich meine tage bekommen und die symptome sind wieder da. es fühlt sich erregt an, aber auch ist die blase betroffen - ich habe ständig das gefühl aufs klo zu müssen. es hilft wenig - aber ich kann deine worte nur unterstreichen. wobei ich nicht mehr genau weiss ob das mit dem lustabfall noch kommt? damals war es eher so dass es dann danach einfach wieder "normal" war.
herzlich


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BeitragVerfasst: Mo, 23 Aug 2010 23:18 
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Registriert: Mo, 26 Apr 2010 13:40
Beiträge: 5
Liebe Karaba,
heute ging es mir wegen meiner Sexualstörung wieder mal richtig mies und da bin ich hier vorbeigesurft und habe zufällig deine Nachricht gelesen. Das hat mich enorm aufgebaut. Es tut so gut sich mit einer Leidensgenossin austauschen zu können. Herzlichen Dank, du hast meinen Tag gerettet. Das mit der "Drangblase" hatte ich auch als Nebenwirkung, Gott sei Dank nicht so intensiv. Dafür habe ich aber nach nunmehr 11 Monaten immer noch schwere Sensibilitäts- und Funktionsstörungen im Vulva-Bereich. Besonders die Hautsensibilität ist noch immer fast null. Besonders betroffen sind die Klitoris, die kleinen Schamlippen und der Damm. Da ich an der Hautoberfläche kein Gefühl habe, kann ich erfüllte Sexualität komplett vergessen. Meine Ehe ist dadurch bereits in einer ziemlichen Krise. Mein Mann und ich sind seit 20 Jahren ein Liebespaar und jetzt das! Ich bin medikamentös verstümmelt und ein asexuelles "Etwas". Die Situation belastet mich jeden Tag mehr. Mit Frausein hat das ja wirklich nicht mehr viel zu tun. Habe mich inzwischen auch etwas belesen und frage mich daher, ob nicht auch ein Pudendustunnelsyndrom ausgelöst worden sein könnte. Auch die "Drangblase" würde dazu passen. Schließlich habe ich seit der Einnahme auch Engstellensymptome an den Händen. Hoffe und bete nur, dass wir diese "Horrorpille" irgendwie und irgendwann gesundheitlich überwinden werden.


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