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BeitragVerfasst: Fr, 04 Okt 2002 14:20 
Ich bin 26 Jahre, weiblich und seit fast 7 Jahren mit meinem Freund zusammen. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir regelmäßig Sex, ich hatte auch Lust darauf und es hat mir viel Spaß gemacht. Nach ca. 2 Jahren wurde es immer schlimmer, ich hatte überhaupt keine Lust mehr und wollte keinen Sex. Wir haben uns sonst sehr gut verstanden. Er leider jedoch sehr darunter keinen Sex zu haben und ich ebenfalls. Ich denke immer, dass es doch nicht normal ist überhaupt keine Lust zu haben. Heute steht die Beziehung wegen dieses Problems auf der Kippe. Ich möchte ihn aber nicht verlieren. Hinzu kommt noch, daß es bei meinem vorigen Partner ähnlich war: auch da hatte ich nach einer gewissen Zeit keine Lust mehr! Also muß es ja irgendwie an mir liegen! Ich weiß wirklich nicht mehr, was ich tun soll!


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BeitragVerfasst: Di, 08 Okt 2002 15:12 
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Registriert: Di, 11 Jun 2002 02:00
Beiträge: 1162
Wohnort: Freiburg
Hallo User!

Das ist gut zu verstehen, dass Sie im Moment gar nicht wissen, was Sie tun sollen. Lust ist eigentlich etwas, was ganz automatisch kommt, worüber man nicht viel nachdenkt – das ist ja auch gerade das Schöne an ihr. Aber sie ist leider sehr leicht zu stören und reagiert empfindlich auf zahlreiche inneren und äußeren Einflüsse, die nicht immer sofort zu erkennen sind.
Am sinnvollsten ist es, bei der Suche nach der Ursache Ihrer Lustlosigkeit zunächst auf der körperlichen Seite zu beginnen. Der Ansprechpartner dafür ist der Frauenarzt oder die Frauenärztin. Durch ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung kann er oder sie Ihnen sagen, ob Ihr Körper gesund ist und – wenn Sie sie einnehmen – ob Sie eine Pille verwenden, die zu einer Veränderung der Libido führen kann. Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes und die Einnahme von Medikamenten z.B. zur Blutdrucksenkung können Libidostörungen hervorrufen.
Gerade bei jüngeren Frauen sind es aber häufig nicht körperliche Erkrankungen sondern psychische Belastungen, die die Sexualität beeinflussen. Schwere Störungen der Sexualität können durch traumatische Erlebnisse in der Kindheit (z.B. Missbrauch) entstanden sein. Meistens finden sich aber Ursachen, die jeder von uns kennt, die aber unterschiedlich verarbeitet werden und sich bei manchen von uns (Mann oder Frau) in Form von Sexualstörungen äußern: Das sind Müdigkeit und Anspannung durch Studium oder Beruf, starke Belastungen durch schwierige Freundschaften oder Familienverhältnisse, eine problematische Partnerschaft usw. Viele psychische Erkrankungen wie die Depression gehen nicht selten mit dem Verlust der sexuellen Lust einher. In diesem Zusammenhang sind Antidepressiva und andere Medikamente aus dem Bereich der Psychopharmaka zu nennen, die die Libido beeinflussen können.
Belastend und damit „Lust-hemmend“ können auch Schwierigkeiten in der Partnerschaft sein. Sie sollten sich fragen, ob es ungelöste und unausgesprochene Probleme zwischen Ihnen und Ihrem Freund gibt, die Sie stark beschäftigen und es Ihnen oft schwierig machen, Ihren Freund zu begehren, da diese Dinge zwischen Ihnen stehen.
Eine weitere Erklärung für Lustlosigkeit bei Frauen ist, dass Sie mit Ihrem Sexualleben nicht zufrieden sind. Sie schreiben, dass Sie am Anfang Ihrer Beziehung immer viel Lust verspürt haben, diese aber dann irgendwann weniger geworden sei. Ich denke, die meisten Frauen würden bestätigen, dass sie, wenn die Beziehung noch relativ neu ist und man den Partner als Person und sexuell noch nicht so gut kennt, die Lust sehr groß ist. Um diese Lust zu erhalten, Bedarf es aber oft einiger Anstrengungen, denn gerade für Frauen ist es nicht einfach, ein auf Dauer befriedigendes Sexualleben zu haben. Viele Frauen haben zum Beispiel Probleme beim Geschlechtsverkehr zum Orgasmus zu kommen. Zwar ist der Orgasmus sicher nicht das Einzigste, auf was es beim Sex ankommt, aber auf lange Sicht ist es für die meisten Frauen unbefriedigend, nie oder selten zum Orgasmus zu kommen. Unbefriedigend und lusthemmend kann es für die Frau auch sein, wenn sie ihre eigenen Vorstellungen beim Sex nie ausleben kann, sondern sie sich an die Wünsche des Partners anpasst.

Sie sehen, dass es eine ganze Reihe von Ursachen für Lustlosigkeit gibt, die hier sicher noch nicht vollständig aufgeführt ist. Um Ihre persönliche Situation zu klären, ist es am sinnvollsten, mit einem Besuch bei einem Frauenarzt zu beginnen. Sollten Sie den Eindruck haben, dass es sich bei Ihnen eher um persönliche Probleme wie oben beschrieben handelt, ist zu überlegen, ob Sie eine unterstützende Beratung bei einem Psychotherapeuten in Anspruch nehmen möchten. Speziell für Sexualstörungen empfehlen wir die Beratung durch einen Sexualtherapeuten. Weitere Tipps und Adressen finden Sie bei Pro Familia, Deutsche Gesellschaft für Sexualberatung e.V., http://www.profamilia.de.
Lesen Sie doch auch mal auf unserer Internetseite bei unseren Informationsblättern ("Sexualstörungen bei Frauen")und in der Literaturliste für Frauen nach. Ein sehr gut verständliche und hilfreiche Lektüre bei Orgasmusstörungen ist das Buch „For Yourself“ von Lonnie Barbach.

Alles Gute,
Ihr ISG-Team


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