Lebenszufriedenheit: Das Drama der Jugend

Lebenszufriedenheit ist auch eine Frage des Alters. Während ein Wechselbad der Gefühle typisch für die Jugendjahre ist, sind spätere Lebensphasen überwiegend durch emotionales Wohlbefinden geprägt. Der Grund: 15-Jährige wollen sich anders fühlen als 65-Jährige - und umgekehrt. Dies berichten Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Sozioökonomischen Panels in der Fachzeitschrift "Psychological Science" (2009; 20: 1529-1535).

 

Per Mobiltelefon haben die Forscher 378 Personen im Alter zwischen 14 und 86 über drei Wochen regelmäßig kontaktiert und insgesamt 54-mal zu ihrer momentanen Stimmung befragt. Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen ihre Emotionen altersabhängig ganz unterschiedlich kultivierten. So gaben die 14- bis 18-Jährigen in rund einem Viertel der abgefragten Situationen an, ihre momentan negative Stimmung erhalten und verstärken zu wollen. Von den über 60-Jährigen hatte nur jeder zehnte eine solche kontra-hedonistische Haltung. Die älteren Probanden bemühten sich eher, positive Gefühle zu pflegen.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass Heranwachsende das Gefühlschaos regelrecht suchen, um sich von Eltern und anderen Erwachsenen emotional abzugrenzen. Ältere Menschen seien sich dagegen zunehmend ihrer Sterblichkeit bewusst, vermuten die Autoren. Daraus begründe sich der Wunsch, die verbleibende Zeit im Hier und Jetzt so angenehm wie möglich zu gestalten. (nb)

(Quelle: www.netdoktor.de )