Reproduktion
Syn.: Fertilität, Unfruchtbarkeit Viele Menschen denken, dass es ganz einfach ist, schwanger zu werden. Nicht jeder ungeschützte Geschlechtsverkehr führt aber zu einer Schwangerschaft. Eine Befruchtung kann nur dann erfolgen, wenn eine Eizelle den Eierstock verlässt, also zum Zeitpunkt des Eisprungs. Bei achtzig Prozent der Paare, die nicht verhüten, kommt es innerhalb eines Jahres zur Schwangerschaft. Um ein Kind zu bekommen würden 15% der Paare, die Fruchtbarkeitsprobleme haben, ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Bei unregelmäßigem Eisprung oder niedrigem Hormonspiegel helfen in vielen Fällen Medikamente. Chirurgische Eingriffe sind dann erfolgreich, wenn es sich um kleinere anatomische Unregelmäßigkeiten handelt. Bei anderen hilft jedoch nur eine hochspezialisierte Medizin. Das sind Behandlungsmethoden, die die Menge der Samen- und Eizellen und damit die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung erhöhen. Diese Methoden nennt man Sterilitätstherapie. Sie wird dann durchgeführt, wenn bei Frauen unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge auftreten. Eine künstliche Befruchtung ist nötig, wenn eine Befruchtung weder natürliche noch durch einen Eingriff möglich ist. Eine künstliche Befruchtung wir in folgenden Fällen angewandt: schlechte Samenqualität des Mannes, Spermium und Eizelle passen nicht zusammen, es findet keine Befruchtung statt, Spermium und Eizelle treffen nicht zusammen. 1978 wurde in England das erste Retortenbaby durch künstliche Befruchtung geboren. 1980 gab es weltweit bereits etwa 16.000 Kinder, die durch verschiedene Arten der künstlichen Befruchtung geboren wurden. Die Statistik zeigt, dass die Befruchtung im Reagenzglas in 23% der Fälle zu einer Schwangerschaft und in 19% der Fälle zu einer Geburt führt. Methoden zur Behandlung von Fruchtbarkeitsproblemen: Bei der Frau: - hormonelle Stimulation des Eisprungs mit natürlicher Befruchtung beim Sexualverkehr - Ei-Entnahme unter Ultraschallkontrolle - Befruchtung mit dem Samen im Labor - Tieffrieren von Eierstockgewebe - Einspritzen von Eiplasma einer jüngeren Frau, um die ältere Eizelle zu verjüngen. Beim Mann: - Entnahme reifer und unreifer Spermien aus dem Hoden und Nebenhoden (TESE, MESA) - Spermienaufbereitung im Labor - Einfrieren von Spermien und Hodengewebe - Spermieninjektion in die Eizelle (ICSI).
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