
Das Gehirn von Menschen, die von ihren Liebsten verlassen werden, reagiert ähnlich wie das von Drogenabhängigen auf Entzug. Das ist das Ergebnis eines Experiments, das US- Forscher jetzt im Journal of Neurophysiology veröffentlicht haben (doi:10.1152/jn.00784.2009).
Für die Untersuchung rekrutierte das Team um Lucy Brown von der Yeshiva University in New York 15 junge Leute, die erst kürzlich von ihren Partnern verlassen worden waren. Sie alle hatten angegeben, trotz der Trennung noch sehr verliebt in ihre Verflossenen zu sein.
Die Wissenschaftler legten den Probanden jeweils Fotos ihrer Ex-Geliebten vor. Dabei konnten sie per funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT) beobachten, welche Hinrareale auf die Bilder ansprangen. Besonders stark aktiviert wurden Bereiche, die an Drogenabhängigkeit und Entzug beteiligt sind (Nucleus accumbens, orbitofrontaler und prefrontaler Cortex). Das galt inbesondere für jene Regionen, in denen das Belohnungszentrum in Gehirn sitzt, das beispielsweise eine zentrale Rolle bei der Kokainabhängigkeit spielt. Zudem waren Areale hochaktiv, die mit körperlichen Schmerzempfinden und Leiden zusammenhängen (anteriorer cingulärer Cortex und Inselcortex).
"Liebe - gleichgültig ob sie nun glücklich oder unglücklich ist - könnte eine Art natürliche Sucht sein", erklärt Studienleiterin Brown. Damit ließen sich auch die teilweise extremen Reaktionen bei Liebeskummer besser erklären - von Stalking bis hin zum Mord.
(Quelle: http://www.netdoktor.de)







