
Gute Heilungschancen gegeben.
Die Erotik der Frau ist nicht ganz einfach zu durchschauen und eine Herausforderung für die Medizin. Das hoch komplexe System basiert auf einem fein abgestimmten Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren, die es störanfällig machen für Einflüsse von außen wie innen. Ob beruflicher oder privater Stress, die persönliche Stimmung, Empfindungen gegenüber einer Situation oder die gefühlsmäßige Einstellung zum Sex überhaupt - das sind nur einige Beispiele, die in diesem „sinnlichen System" harmonieren müssen, damit „Frau will" und auch kann. „Frauen sind in Ihrer reichen Erlebnisfähigkeit vergleichsweise empfindlich und lassen sich leicht von sich selbst ablenken", weiß Dr. Anja Harms, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Freiburg.
Im Verlauf des Lebens haben laut Umfrage achtzig Prozent aller Frauen und Männer mindestens ein Mal Probleme im Bett gehabt. Im Schnitt leiden drei von fünf Frauen unter sexuellen Schwierigkeiten. Dabei unterscheiden sich die Sexualstörungen von Mann und Frau nur wenig. Im Allgemeinen handelt es sich um Lust-, Erregungs- und Orgasmusstörung. Frauen nennen ferner Schmerzen beim Verkehr. Doch anstatt sich ärztliche Hilfe zu suchen, verzichtet der Großteil der Betroffenen auf ein Stück Lebensqualität.
Das Reden über die „Last mit der Lust" ist der erste, unabdingbare Schritt, um dem Teufelskreis zu entsagen und die guten Heilungschancen der Neuen Medizin wahrzunehmen. Das Sprechen über das Problem löst den emotionalen Druck, klärt die Situation auf und öffnet den Blick auf die Realität: Öfter als erwartet haben sexuelle Störungen eine körperlich-organische Ursache. Damit sind sie gut behandelbar. Neben einer guten Gesprächs- und Verhaltenstherapie kann den betroffenen Frauen weiter mit einer kontrollierten Hormontherapie geholfen werden. Eine Standardbehandlung gibt es aber noch nicht. (Quelle:www.apotheken.de )







