Nachlassende Manneskraft durch Herzkrankheit?

Erektionsstörungen müssen nicht zwangsläufig mit einer unbefriedigenden Partnerschaft in Verbindung stehen. Wie italienische Forscher in einer Studie herausfanden, tritt die so genannte erektile Dysfunktion, die Erektionsstörung, häufig in Zusammenhang mit einer koronaren Herzkrankheit auf.

 

Die Potenzprobleme bestehen sogar meist schon lange, bevor es zu Herzbeschwerden kommt. Somit kann die nachlassende Männlichkeit auch ein Frühwarnzeichen für eine koronare Herzkrankheit sein. Die Mailänder Forscher gelangten zu diesem Ergebnis, indem sie die Daten von 285 Männern mit koronarer Herzkrankheit auswerteten.

Bei fast allen Studienteilnehmern, die gleichzeitig an einer erektilen Dysfunktion und einer chronischen Form der KHK litten, lagen bereits etwa zwei Jahre vor Auftreten der ersten Herzbeschwerden Erektionsstörungen vor. Die Forscher stellten außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Erektionsstörungen und der Art und Schwere der Herzkrankheit fest.

So trat die erektile Dysfunktion bei über der Hälfte der Männer mit chronischer KHK, aber nur selten bei einem akutem Koronarsyndrom auf. Im Falle eines akuten Koronarsyndroms war die Anzahl der betroffenen Herzkranzgefäße ausschlaggebend dafür, ob es zu Erektionsstörungen kam: So wiesen nur 22% der Männer mit lediglich einer erkrankten Koronararterie diese Symptomatik auf, jedoch immerhin 55% mit zwei erkrankten Koronararterien.

Bei der chronischen KHK besteht das klassische Beschwerdebild der Angina pectoris mit Schmerzen und Engegefühl in der Brust sowie Atemnot mit einer über längere Zeit hinweg weitgehend gleichbleibenden Stärke und Häufigkeit der Anfälle. Das akute Koronarsyndrom beschreibt hingegen eine instabile Angina pectoris, die sich typischerweise innerhalb weniger Wochen entwickelt und bei der Intensität, Dauer und Häufigkeit der Schmerzanfälle mit der Zeit zunehmen. Ferner werden dem akuten Koronarsyndrom auch Symptomatiken wie bestehender Brustschmerz in Ruhe oder ein beginnender Herzinfarkt zugerechnet.

Die Studie legt betroffenen Männern ans Herz: Wenn bei dem vermeintlichen Potenzproblem der Urologe nicht weiter weiß, kann möglicherweise der Herzspezialist helfen. Durch eine Bestimmung von Blutfettwerten, Blutzucker und Belastungs-EKG lässt sich sicher abklären, ob nicht möglicherweise eine Herzkrankheit hinter dem Problem steckt.

Quelle: Nach Informationen von Universimed