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Aphrodisiaka gegen Lustlosigkeit

Mit neuen Stoffen will die pharmazeutische Industrie Störungen der Libido behandeln...

 

Dass mit zunehmendem Alter die Lust auf Sexualität schwindet – beim einen mehr, beim anderen weniger –, ist keine überraschende Erkenntnis mehr. Weniger bekannt dürfte sein, dass rund zehn Prozent der Frauen und drei bis fünf Prozent der Männer schon in jüngeren Jahren unter mangelnder Libido leiden. HSDD (englisch: hypoactive sexual desire disorder) nennen die Mediziner das Syndrom. Sie grenzen es aber ganz klar von den Erregungsstörungen ab, zu denen auch die männlichen Potenzprobleme zählen.


Von einer Störung mit vermindertem sexuellem Verlangen spricht man dann, wenn die Lust, also etwa Gedanken an Sex, weniger als erwartet auftritt oder gegenüber früher deutlich nachgelassen hat. Doch selbst Fachleute streiten darüber, ob es tatsächlich eine Krankheit ist, wenn die Lust auf Intimitäten gedämpft ist. So könne beispielsweise in manchen Fällen das persönliche Umfeld für die Lustlosigkeit verantwortlich sein.

Dr. Michael Berner, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsklinik Freiburg und Vorstandsmitglied des dort angegliederten Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG), weiß jedoch, dass viele Frauen tatsächlich unter den Luststörungen leiden: „Sie berichten davon, dass sie sich nicht mehr als richtige Frau, sondern abgeschnitten von sich selbst fühlen. Das belastet sie und die Partnerschaft in hohem Maß.“


Abhilfe könnte ein Medikament schaffen, das die Lust steigert. An diesem Ansatz arbeiten zahlreiche Forschergruppen. Doch die Suche nach dem modernen Liebestrank gestaltet sich schwierig. „Am Lustgefühl sind eine Vielzahl von Hormonen und Neurotransmittern beteiligt, die in komplexen Beziehungen zueinander stehen und noch nicht vollständig erforscht sind“, erklärt Michael Berner. So habe beispielsweise das Geschlechtshormon Testosteron bei Männern und Frauen eine motivierende Funktion, das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin spiele dagegen eine wichtige Rolle für Bereitschaft und Empfänglichkeit.

 

Bei den Botenstoffen seien es die Endocannabinoide und das Dopamin, die an diesem komplexen Prozess beteiligt sind und dabei eine wichtige Funktion haben. Während Oxytocin bislang zur Einleitung von Geburtswehen und zur Anregung der Milchbildung eingesetzt wird, scheint es sich trotz seiner nachgewiesenen vertrauensfördernden Wirkung weniger als Aphrodisiakum zu eignen. „Studien haben zwar gezeigt, dass das Hormon beim Geschlechtsverkehr ausgeschüttet wird“, sagt Dr. Beate Ditzen, die sich an der Universität Zürich intensiv mit Oxytocin beschäftigt. „Allerdings gibt es bislang keine Studie, die ihm eine aphrodisierende Wirkung bescheinigt.“



Anders sieht es beim Testosteron aus, das bereits in Form eines Pflasters zur Behandlung von Libidostörungen auf dem Markt ist. Allerdings profitiert nur ein sehr kleiner Patientenkreis von dem Präparat, das auf die Bauchdecke geklebt werden muss und das Hormon über die Haut abgibt. „Das Pflaster wird bei Frauen eingesetzt, denen beispielsweise aufgrund von Tumorerkrankungen Eierstöcke und Gebärmutter entfernt werden mussten“, erklärt Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Experte für pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt. Bei diesen Frauen bilde der Körper nur noch halb so viel Testosteron wie zuvor, mit der Folge, dass auch Libido und Lustempfinden sinken.


Ein anderer Hersteller entwickelt derzeit ein vergleichbares Präparat, das als Gel auf die Haut aufgetragen werden kann. Für Männer könnte eine Testosteron-Anwendung aber nur im Fall eines eindeutig diagnostizierten Testosteron-Mangels sinnvoll sein. „Luststörungen kommen natürlich auch bei Männern vor, aber Erektionsstörungen sind bei ihnen weitaus bedeutender“, erläutert Michael Berner. (Quelle: www.gesundheitpro.de )

 

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