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Paarurlaub – Stresstest für die Beziehung?

Frust statt Romantik: Nicht selten gerät die „schönste Zeit des Jahres“ zur Bewährungsprobe für die Liebe...

 

Gemeinsam die Seele baumeln lassen, endlich mal wieder richtig Zeit füreinander finden – und dem Liebesleben neuen Schwung geben: Die  meisten Paare starten mit den schönsten Hoffnungen in den Urlaub. Die Realität sieht oft ganz anders aus: 
Statt schöne Stunden unter Palmen zu verleben, haben Mann und Frau auffallend häufig mit Streit, Sprachlosigkeit und einem verkrampften Sexualleben zu kämpfen. Laut einer aktuellen Studie des Abaris Insituts wird gar jede dritte Scheidung nach dem gemeinsamen Urlaub eingereicht. Doch warum verwandelt sich der Traum vom großen Liebesglück im Urlaub so häufig in eine handfeste Beziehungskatastrophe?

„Viele Menschen gehen mit der Erwartung in die Ferien, die Defizite des ganzen Jahres auszugleichen. Damit wird die Situation von Anfang an sehr stark belastet“, sagt Dr. med. Michael Berner, Vorstandsmitglied des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit (ISG) e.V. und Chefarzt der Rhein-Jura Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Bad Säckingen. Doch wer sich keine Zeit lässt, innerlich aus der Alltagsroutine auszusteigen, überfordert sich, seinen Partner – und die Liebe. „Viele Menschen sind am Anfang ihres Urlaubs völlig erschöpft. Damit muss jeder erst einmal für sich selbst zurechtkommen. Wer sich keine Zeit gibt, seinen persönlichen Stresslevel zu senken, kann nicht offen für den anderen sein“, so Dr. Michael Berner.

Sein wichtigster Rat für alle Urlaubspaare lautet deshalb: Locker bleiben – und erst einmal ausschlafen. „Lassen Sie Ihre Müdigkeit  einfach zu. Wer sich die erste Woche ausruht und die Dinge auf sich zukommen zu lässt, hat in der zweiten Woche umso größere Chancen auf schöne erotische Momente.“ Dann sollten unbedingt beide Partner Wert darauf legen, auf ihre Kosten zu kommen. „Die größte sexuelle Zufriedenheit wird erreicht, wenn ein Paar für sich und miteinander Spaß hat“, erklärt der Psychiater und Psychotherapeut.

Als weiteren Hemmschuh für die prickelnde Stunden zu zweit nennt der Experte die typischen
„all-inclusive“-Lebensgewohnheiten: „Gerade im Urlaub leben viele Menschen besonders ungesund, essen zu süß, zu fett und trinken zu viel Alkohol. Das nimmt ein ohnehin erschöpfter Körper besonders übel – und streikt.“ Wer in mediterranen Gefilden Urlaub macht, sollte deshalb versuchen, sich den lokalen Ernährungsgewohnheiten anzupassen. Nach einem leichten Essen mit Fisch, Salaten und gesundem Olivenöl ist der Körper nicht den Rest des Abends mit Verdauen beschäftigt – und auch die Liebe hat noch eine Chance. 

Doch nicht immer ist es mit einer gelassenen Einstellung und gesunden Lebensgewohnheiten getan: Paare, die schon länger ein schwerwiegenderes sexuelles Problem mit sich herumschleppen, bemerken dies oft erst, wenn der Alltagstrubel Pause hat. Obwohl dies im ersten Moment oft Frust und Enttäuschung bedeutet, sollten beide Partner eine derartige Krise als Chance sehen: Im Urlaub ist endlich Zeit, über das gemeinsame Liebesleben zu sprechen – und nach Verbesserungen zu suchen. Dabei sollte auch über Hilfe von außen nachgedacht werden. Unter Umständen kann ein Besuch beim Urologen oder auch bei einem Sexualtherapeuten Hilfe bringen.


 

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