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Sexuelle Störungen bei Frauen: Hormonpräparate sind eine Option

 

Frauen in den Wechseljahren leiden nicht nur unter Hitzewallungen und Schlafstörungen. Viele erleben in der Peri- und Postmenopause auch Veränderungen in der Sexualität mit Libidoverlust und vaginaler Trockenheit. Hormonelle und nicht-hormonelle Therapien können helfen.

Sexuelle Erfüllung ist auch in der Peri- und Postmenopause möglich. Bei Problemen kann eine Hormontherapie helfen.

Der Östradiolspiegel ist für die sexuelle Funktion insgesamt sowie auch für das Libido- und Dyspareunieniveau nach den Ergebnissen von Studien nur von untergeordneter Bedeutung.

Als Hauptprädiktoren für die sexuelle Funktion in der Postmenopause hätten sich das vorherige Niveau der sexuellen Funktion in der Prämenopause, Veränderungen im Partnerstatus und Gefühle für den Partner erwiesen, berichtet Dr. Anneliese Schwenkhagen aus Hamburg (Der Gynäkologe 2010; 4: 133).

Es werde heute davon ausgegangen, dass Östrogene bei der Entstehung von Erregung und Lust eine eher indirekte Rolle spielen, indem sie etwa die Rezeptivität auf sexuelle Stimuli im ZNS erhöhen.

Insofern könne eine systemische Östradioltherapie durchaus positive Effekte auf die sexuelle Funktion haben, so die Gynäkologin und Endokrinologin.

Ein häufiges Problem von Frauen in der Postmenopause ist auch die vaginale Trockenheit. Drei Jahre nach der Menopause ist etwa jede zweite Frau von dem Problem betroffen. Hier können adäquate Östrogenspiegel helfen. Eine große Zahl von Studien belegt nach Angaben von Schwenkhagen die Effektivität einer lokalen Östrogenbehandlung bei solchen Frauen.

Symptome wie ein vermindertes Wohlbefinden oder depressive Verstimmung und Veränderungen der sexuellen Funktion einschließlich einer verminderten Libido gelten als Hauptsymptome eines Androgenmangels.

Auch Symptome wie Hitzewallungen, Abnahme der Muskel- und Knochenmasse sowie verminderte vaginale Lubrikation werden niedrigen Androgenspiegeln zugeschrieben.

Es gibt bisher keine belastbaren Daten, die eindeutig und unbezweifelbar einen Zusammenhang zwischen Sexualfunktion und Serumtestosteronspiegel zeigen, so die Hamburger Expertin.

Eine 2005 publizierte Cochrane-Analyse, die 23 vor 2003 veröffentlichte Studien in die Auswertung einbezog, kam jedoch zu dem Schluss, dass die Zugabe von Testosteron zu einer konventionellen Hormontherapie günstige Effekte auf die sexuelle Funktion postmenopausaler Frauen hat.

Im Jahre 2006 wurde schließlich das erste Androgenpräparat für die Behandlung von Frauen zugelassen. Bisher ist das 300 μg /Tag freisetzende Testosteron-Pflaster allerdings nur für diejenigen Patientinnen zugelassen, bei denen eine chirurgisch bedingte Menopause besteht, das heißt eine Hysterektomie und Adnexektomie vorgenommen wurde, die unter einem HSDD ("hypoactive sexual desire disorder"), also einem Mangel oder Verlust von sexuellem Verlangen leiden, und bereits eine begleitende Östrogentherapie erhalten.

Immer wieder wird diskutiert, ob auch Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA) möglicherweise zur Therapie bei sexuellen Funktionsstörungen bei Frauen eingesetzt werden könnte.

Es handelt sich dabei um ein Prohormon, das im Körper in einer Reihe biologisch aktiver Steroide, unter anderen Testosteron und Östradiol, umgewandelt werden kann. Der Einsatz von DHEA wurde bisher vor allem bei Frauen mit Nebennierenrindeninsuffizienz untersucht.

Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch widersprüchlich. Im Hinblick auf die Sexualität schnitt die Therapie mit DHEA (50 mg/Tag) in einer Studie signifikant besser ab als Placebo. In zwei weiteren Studien mit 25 oder 50 mg DHEA/Tag war allerdings kein Unterschied zu Placebo nachweisbar.

Ähnlich problematisch ist die Datenlage im Hinblick auf den Einsatz von DHEA zur Behandlung sexueller Funktionsstörungen bei gesunden Frauen in der Peri- und Postmenopause.

Tierexperimentelle Daten und die Ergebnisse einer ersten klinischen placebokontrollierten Doppelblindstudie legen jedoch nahe, dass eine lokale Therapie mit DHEA eine neue Option zur Therapie bei Scheidentrockenheit oder Atrophie in der Postmenopause werden könnte.

 

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