Erektionsstörungen: Mut zur Selbsthilfe

 

Dank der gemeinsamen Anstrengungen des ehemaligen ISG-Selbsthilfegruppensprechers Günther Steinmetz und des ISG konnten mittlerweile weitere Selbsthilfegruppen Erektionsstörungen (ED)/ Impotenz gegründet werden.

Hier finden Sie Infos zu den regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppen in Berlin, München, Stuttgart, Köln, Hannover und in Hamburg.

 

Obwohl in Deutschland etwa 4,5 Millionen Männer von Potenzstörungen betroffen sind, existierte bis vor kurzem bundesweit nur eine einzige Selbsthilfegruppe für Betroffene (in München).

Wie man das ändern könnte, hat das ISG-Magazin „Liebe hält gesund“ Günther Steinmetz gefragt. Er hat die Gruppe in München vor 8 Jahren gegründet.

 

 „Liebe hält gesund“: Herr Steinmetz, 4,5 Millionen Betroffene und nur eine Selbsthilfegruppe, wie passt das zusammen?

Günther Steinmetz: Vielen Männern fällt es schwer, über persönliche Probleme zu reden. Dazu kommt, dass Sexualstörungen nicht irgendein Problem sind. Betroffene haben oft das Gefühl, ein "Versager" und kein "richtiger Mann" mehr zu sein. Das erzeugt Scham und Verzweiflung und macht sprachlos und einsam. Typisch männlich ist auch der Wunsch, dieses Problem alleine zu regeln. Es ist auch zu wenig bekannt, was eine Selbsthilfegruppe ist und wie sie helfen kann.

 

„Liebe hält gesund“: Wie kann eine Selbsthilfegruppe gerade bei Potenzstörungen helfen?

Günther Steinmetz: Es tut einfach gut, sich mit anderen betroffenen Männern auszutauschen. Die Solidarität untereinander und das Erlebnis, dass da keine "Schlappschwänze" sondern gestandene Männer zusammenkommen, hilft das eigene Problem in einem anderen Licht zu sehen. "Mann" sitzt halt nicht mehr allein zu Hause und hadert mit seinem Schicksal, sondern jeder bekommt durch die Gruppe viele Anregungen für eine trotz Potenzstörung befriedigende Sexualität. Umgekehrt kann jeder erleben, dass auch seine Erfahrungen und Beiträge wichtig sind.

 

„Liebe hält gesund“: Wie darf man sich ein Gruppentreffen vorstellen?

Günther Steinmetz: Eine Selbsthilfegruppe lebt vom Informations- und Erfahrungsaustausch. Priorität haben aktuelle Probleme der Teilnehmer. Jeder erhält ausreichend Zeit, um von seiner Situation zu berichten oder Fragen zu stellen. Daneben gibt es auch Gespräche über vorher vereinbarte Themen wie z.B. Erfahrungen mit Ärzten und Behandlungsmöglichkeiten, Probleme in der Partnerschaft und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. Jeder entscheidet für sich, was und wieviel er von sich preisgibt und was er von dem Gehörten als Anregung für seine Situation mit nach Hause nimmt. Bei Bedarf wird sich eine Gruppe gelegentlich auch Experten zu bestimmten Themen einladen.

 

„Liebe hält gesund“: Entstehen aus der Teilnahme an den Treffen irgendwelche Verpflichtungen?

Günther Steinmetz: Die Teilnahme an Gruppentreffen ist kostenlos und unverbindlich. Es wird auch nicht erwartet, dass jemand regelmäßig kommt.

 

„Liebe hält gesund“: Wie packt man die Gründung einer Selbsthilfegruppe überhaupt an?

Günther Steinmetz: Die schwierigste Aufgabe besteht darin, interessierte Betroffene zu finden, z.B. durch Aufrufe in Medien oder über Multiplikatoren wie z.B. Ärzte. Daneben müssen eine Reihe von organisatorischen Fragen geklärt werden: Wo, wann und wie oft treffen wir uns? Wer kann bei Gruppentreffen die Gesprächsleitung übernehmen? Wer vertritt die Gruppe nach außen? u.s.w.

Wichtig ist, dass alle vorhandenen lokalen und überregionalen Hilfen genutzt werden, sonst geht einem schnell der Atem aus.

 

 

Bei allen weitere Fragen wenden Sie sich bitte an info(at)isg-info.org

 

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