Lust am Lesen

Lutz van Dijk:
„Die Geschichte von Liebe und Sex“.

Campus Verlag, 2007.
ISBN 978-3-593-37913-5

 

Das erste Mal einst und jetzt

Liebe und Sexualität waren nicht immer das, was wir heute darunter verstehen. Wie sie sich über die Jahrtausende entwickelt haben, hat von Lutz van Dijk in seinem Buch „Die Geschichte von Liebe und Sex“ zusammengestellt. Von den ersten Zellen über Adam und Eva, die Geschwisterliebe der ägyptischen Pharaonen, die Homoerotik der alten Griechen, die Romantik von Romeo und Julia, bis hin zum heutigen Online-Dating erzählt van Dijk, was verschiedene Gesellschaften unter Liebe und Sexualität verstanden. Um seine Geschichtsstunde anschaulicher zu machen, hat der Autor jedem Kapitel historische Zitate beigefügt oder mit jungen Menschen darüber gesprochen. So berichtet die 16-jährige Südafrikanerin Thando von ihrer Angst vor Aids. Oder die amerikanerische Schülerin Susan erzählt, wie ihre christliche Familie auf ihre ungewollte Schwangerschaft reagierte. So entsteht ein interessante Mischung aus Fakten und persönlichen Schicksalen. Eigentlich richtet sich van Dijk mit seinem Buch an Jugendliche – doch es ist so gut geschrieben, dass es auch für Erwachsene lesenswert ist.

„Desserts für Verliebte“.
Fotografien von Ulrich Grolla.
Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2008.
ISBN 978-3-89602-813-6


Zum Fressen gern haben
Desserts für Verliebte – das klingt nach kunstvollen Rezepten mit leicht aphrodisierender Wirkung. Doch der gleichnamige Fotoband von Ulrich Grolla, Kerstin Matthies sowie Brigitta und Markus Gumpricht hat etwas anderes im Sinn: Er präsentiert den Nachtisch auf nackter Haut. Und da haben sich Köche einiges einfallen lassen. Grüner Wackelpudding mit Vanillesauce im Bauchnabel, Fruchtmousse mit Sahne auf dem Rücken, Milchschaum auf einer Brustwarze, ein Buttermilch- Dessert mit Erdbeeren, das vom Bauch zwischen die Beine läuft – so und anders lauten die Rezeptideen. Dabei sind mitunter auch kleine Kerzen oder gar flambierte Früchte mit von der Partie. Der Fotograf Ulrich Grolla hat diese Kreationen dann kunstvoll und groß, oft über eine Doppelseite verteilt, ins Bild gesetzt. Die Rezepte selber stehen neben den Bildern, sind meistens leicht zuzubereiten und warten häufig noch mit einer kleinen Geschichte oder Jugenderinnerung des Autorentrios auf. „Ich hab’ dich zum Fressen gern“ – nie traf dieser Satz so gut zu wie auf dieses Buch.

Bernhard Ludwig:
„Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“.
Goldmann Verlag, 2008.
ISBN 978-3-422-15484-5


Lachen und Lernen
Bernhard Ludwig ist österreichischer Sexualtherapeut und Erfinder des sogenannten Seminarkabaretts: Er stellt sich auf die Bühne und schafft es, den Zuschauern wissenschaftliche Forschungsergebnisse beizubringen, während sie sich kaputtlachen. Eines seiner Programme heißt „Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit“ und ist jetzt als Comic erschienen. Ein urkomisches Werk: Bernhard Ludwig referiert über vorgetäuschte Orgasmen, die „Eingebildete Kleinschwänzigkeit“ oder die Tatsache, dass Männer immer schnell zur Sache kommen wollen, während den Frauen eher ein Essen bei Kerzenlicht vorschwebt. Das alles ist von Günther Payr und Zeichner Tim Jost kongenial in Bilder übersetzt. Dazu gibt es Gastauftritte unter anderem von Sigmund Freud, Woody Allen, Paul Watzlawick – dessen „Anleitung zum Unglücklichsein“ dem Titel als Vorbild diente – sowie dem Heidelberger Kollegen Ulrich Clement. Und bei allem Humor: Der Comic funktioniert tatsächlich als therapeutischer Ratgeber für Paare, die sich wieder nach mehr Leidenschaft sehnen. Genial.

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