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Selbsthilfeorganisationen stellen sich vor:

Selbsthilfegruppen bei Essstörungen

Essstörungen treten immer häufiger auf, vor allem bei jungen Menschen. Betroffen sind nicht nur Mädchen und junge Frauen, sondern auch junge Männer. Die bekannteste Essstörung ist die Magersucht, die es in zwei Formen gibt: der Anorexie und der Bulimie. Erstere zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen deutlich untergewichtig sind und sich trotzdem obzessiv davor fürchten, zu dick zu werden. Körpergewicht und Figur spielen eine abnorme Rolle bei der Bewertung der eigenen Person. Bei Frauen ist die Anorexie häufig auch mit dem mehrfachen Ausbleiben der Menstruationszyklen verbunden. Die Bulimie dagegen ist durch regelmäßige und übermäßige Essanfälle gekennzeichnet, die durch künstlich herbeigeführtes Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln oder exzessiven Sport wieder ausgeglichen werden. Auch hier kommt es zu Untergewicht.

Doch es gibt auch Essstörungen, bei denen zu viel gegessen wird, zum Beispiel die sogenannte Binge Eating Disorder (Binge bedeutet im Englischen Freßgelage). Auch hier kommt es zu Essanfällen, bei denen sehr schnell und über die Hungergrenze hinaus gegessen wird. Das führt zu Depressionen über das eigene Essverhalten, zumal kein Ausgleich durch Sport oder Diäten stattfindet.

Ob die Adipositas, die Fettleibigkeit, medizinisch gesehen zu den Essstörungen gehört, ist umstritten. Meist entsteht sie durch eine allmähliche Fehlernährung, die nicht als krankhaft empfunden wird. Die gesundheitlichen Folgen allerdings sind genauso gravierend: Bei Männern mit einem Taillenumfang von 120 Zentimetern ist das Risiko, vorzeitig an einer Herz- Kreislauf-Erkrankung zu sterben, doppelt so hoch als bei Männern mit 80 Zentimeter Taillenumfang. Außerdem können Diabetes mellitus und Erektionsstörungen die Folge sein, weil Bluthochdruck und Cholesterinspiegel die Blutgefäße schädigen.

Deshalb ist es so wichtig, bei einer Essstörung zum Arzt zu gehen oder eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen. Auf den Webseiten der Beratungsstellen befinden sich häufig Suchmaschinen, mit denen sich eine Gruppe in der Nähe finden lässt. Erst im Gespräch mit anderen Betroffenen werden sich viele Menschen über das Ausmaß und die gesundheitlichen Folgen ihrer Essstörung klar – und das ist bereits der erste Schritt zurück zu einem gesunden Leben.

Selbsthilfegruppen Ernährungsstörungen kompakt

Cinderella. Beratungsstelle für Essstörungen des Aktionskreises für Ess- und Magersucht e.V. Westendstraße 35, 80339 München. Telefonische Beratung unter 089/5021212. Sprechzeiten Mo. bis Do. 11 Uhr bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 18 Uhr. Neben der telefonischen Beratung bietet der Verein Selbsthilfegruppen und Kurse in München an. www.cinderella-rat-bei-essstoerungen.de

Dick & Dünn e.V. Beratungsstelle bei Essstörungen, Innsbrucker Straße 37, 10825 Berlin, Tel. 030/85449 94. Der Verein betreibt Selbsthilfegruppen, Beratung, Fortbildung und Elternseminare in Berlin. Auf der Webseite befindet sich eine bundesweite Liste aller Selbsthilfegruppen. www.dick-und-duenn-berlin.de

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e.V. z. Hd. Prof. Dr. Manfred Fichter, Klinik Roseneck im Verbund mit der Universität München (LMU), Am Roseneck 6, 83209 Prien. Mitglieder der Gesellschaft sind Ärzte und Psychologen, neben Weiterbildung sowie der Unterstützung von Forschung und Prävention fördert der Verein Selbsthilfegruppen von Betroffenen und deren Angehörigen. www.dgess.de

Adipositas Verband Deutschland e.V. z. Hd. Christel Moll, An der Sandgrube 124, 46244 Bottrop. Interessenverband für Ärzte und Betroffene beitreten können, der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro. Auf der Website befindet sich eine Suchmaschine mit allen deutschen Selbsthilfegruppen. Der Verein hilft beim Aufbau neuer Selbsthilfegruppen, betreibt Weiterbildung der Gruppenleiter und klärt unter anderem an Schulen über Adipositas auf. www.adipositas-verband-deutschland.de

Anonyme Esssüchtige. Deutschsprachiger Dienst der OA, Postfach 106206, 28062 Bremen, Tel. 0421/327224. Das Therapieprogramm gleicht strukturell dem der Anonymen Alkoholiker, der Dienst bietet auf der Webseite eine Liste aller Meetings im gesamten deutschsprachigen Raum und betreibt Veranstaltungen in Süddeutschland.www.overeatersanonymous.de

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