Lese-Lust

In den besten Jahren

Der Ratgeber „Frisch verliebt für Fortgeschrittene“ von Juliane Lutz und Birgit Nipkau wendet sich an Menschen ab 45 Jahren. Menschen, die vielleicht eine ganze Weile Single gewesen sind oder kaum noch damit rechnen, sich noch einmal zu verlieben. Ihnen hilft das Buch zum Beispiel mit Tipps zur Auffrischung des Selbstbewusstseins. Dabei lassen die beiden Autorinnen immer wieder Zitate und Ideen von ausgewiesenen Beziehungsexperten wie Paarpsychologen einfließen. Ein eigenes Kapitel ist der Sexualität gewidmet. Denn das Liebesleben muss mit den Jahren nicht erlöschen, im Gegenteil: Viele Paare empfinden Sexualität erst jenseits der 50 oder 60 als wirklich erfüllend. Außerdem, schließlich sind Computer heute nahezu allgegenwärtig, enthält das Buch eine Einführung in die Welt der Internet-Partnerbörsen. Gerade sie können eine gute Möglichkeit sein, Gleichgesinnte kennenzulernen. Der Anhang des Buches listet einige empfehlenswerte Portale für Männer und Frauen in den besten Jahren auf – zum Beispiel die Webseite www.lebensfreude50.de.

Die Kunst der Liebe

Jede Epoche hat ihre eigene Sexualität. Und deren Geschichte verläuft keineswegs linear von prüde zu zügellos. Viele Wandbilder aus dem römischen Pompeii empfanden ihre Entdecker im 19. Jahrhundert als so obszön, dass sie der Öffentlichkeit jahrzehntelang vorenthalten wurden. Sogar das Wort Pornographie entstand, als ein Altertumswissenschaftler nach einem Wort für die offen sexuellen Darstellungen der Römer suchte. Das und viel mehr lässt sich im großartigen Bildband „Ars Erotica. Sexualität und ihre Bilder im antiken Rom“ erfahren. Der amerikanische Kunstgeschichtler John R. Clarke erklärt darin, warum die Römer eine völlig andere Einstellung zur Sexualität hatten als wir heute. Riesige Phallusdarstellungen, Fresken mit Liebesakten in allen Stellungen, Wandgemälde mit homo- und bisexuellen Paaren, Hermaphroditen und flotten Dreiern – all das war in der Öffentlichkeit zu sehen und gehörte teils zum ganz normalen Kunstgeschmack der römischen Oberschicht. Ein faszinierender Einblick in eine andere Welt.

Männersache

Einsicht in das „Geheimwissen Männlicher Multi-Orgasmus“ verspricht der Bankkaufmann, Kommunikationswissenschaftler, Fitnesstrainer und Fallschirmspringer Mike Kleist. Er versucht, den Männern anhand einer Reihe sich steigernder Übungen beizubringen, Ejakulation und Orgasmus voneinander zu trennen und dadurch mehrere Orgasmen zu erleben. Es geht um die Anspannung des Muskels, der den Harnstrahl unterbrechen kann, um das Entdecken verschiedener Erregungsniveaus und erogener Punkte, die man möglicherweise vernachlässigt hat. Die Übungen finden allein oder mit der Partnerin statt. Schließlich soll es möglich sein, unmittelbar vor der höchsten Erregungsstufe die Ejakulation durch Anspannen des erwähnten Muskels und Druck auf einen Punkt zwischen After und Hoden beliebig zu verzögern. Danach, so Kleist, ist es möglich, mehrere Orgasmen hintereinander zu erleben. Dazu gibt er Männern noch diverse Tipps, die Partnerin fantasievoller zu stimulieren. Allerdings nerven an diesem Buch die eingestreuten Witze, Kleists Kumpel- Rhetorik, der asiatische Kampfsportjargon sowie das penetrante Geduze.

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