Lieben und Leben

 

Der Preis der Schönheit

 

Sogar in der U-Bahn kann man schon Werbung für Schönheitsoperationen im Intimbereich lesen. Versprochen wird den Frauen ein ganz neues Selbstbewusstsein sowie gesteigerte sexuelle Intensität. Es gibt offenbar ein Bedürfnis nach „Vaginalverjüngung“, wie die Schamlippenkorrektur bei vielen Schönheitschirurgen heißt. Auch eine Aufpolsterung der Klitoris wird angeboten. Manche Ärzte behaupten sogar, den ominösen G-Punkt rundumerneuern zu können. „Nichts davon ist wissenschaftlich erwiesen“, betonte der Frauenarzt Heribert Kentenich auf dem Deutschen Gynäkologenkongress. Denn es gibt auch Risiken, die in der Werbung verschwiegen werden. Frauen, die eine genitale Operation erwägen, müssen mit Narben an sensiblen Stellen rechnen. Seriöse Ärzte halten einen Eingriff nur bei übergroßen Schamlippen für sinnvoll, die etwa beim Sitzen stören.
Wie so viele Körperkulte zuvor kommt auch der Trend zur genitalen Operation aus den USA. Verantwortlich dafür ist die enorme Menge an makellosen – oft digital bearbeiteten – Nacktbildern im Internet. „Wir sehen in den Medien sehr viele schöne Menschen. Dadurch steigt der Druck, sich durch einen schönen, fitten Körper anderen gegenüber zu stellen“, zitiert die „Ärztezeitung“ die Medizin-Psychologin Ada Borkenhagen. Sie hält auch die Intimrasur für einen Faktor, warum gerade viele junge Frauen eine Operation anstreben. „Jetzt sieht man anatomische Unterschiede, die vorher verborgen waren.“ Dabei führen doch auch Natürlichkeit und Zufriedenheit mit dem eigenen Körper zu einem erfüllten Sexualleben.

Ein Koffer gefälschter Potenz

Ob das alles für den Eigengebrauch war? Der Zoll hat am Stuttgarter Flughafen einen 64-jährigen Mann aufgegriffen, in dessen Koffer sich etwa 8000 Potenzpillen befanden. Diese Menge würde ausreichen, um 20 Jahre lang täglich eine Tablette einzunehmen. Der Rentner behauptete zwar, von nichts zu wissen, doch das aus Jordanien nachgesandte Gepäckstück konnte ihm zweifelsfrei zugeordnet werden. Das Ganze klingt äußerst kurios, hat aber auch einen ernsten Hintergrund: Offensichtlich waren alle Potenzpillen gefälscht. Falls damit illegaler Handel getrieben werden sollte, hätte möglicherweise Gefahr für die Nutzer bestanden. Aber zum Glück ging der Koffer den Beamten ja ins Netz. Den findigen Rentner erwartet übrigens ein Strafverfahren.

Die Zahl

Der durchschnittliche Geschlechtsverkehr in Deutschland dauert 2,3 Minuten. Das hat der Sexualmediziner Georg Pfau in einer Umfrage ermittelt. Nicht einmal zweieinhalb Minuten klingt nach wenig. Allerdings: Bei diesem Wert blieb das Vorspiel außen vor. Und dort ist ja alles erlaubt – egal ob es nur ganz kurz oder viele lange Minuten dauert.

Hätten Sie’s gewusst?

Sie schmecken nach Meer und befinden sich auf den Speisekarten aller Spitzenrestaurants: Austern sind für Feinschmecker eine Delikatesse. Die begehrte Moluske im Inneren einer harten Schale ist ein viele Millionen Jahre altes Lebewesen, das an felsigen Küsten auf der ganzen Welt wächst und gedeiht. Früher galt die Auster deshalb auch als Armeleute-Essen, ganz einfach, weil es so viele davon gab. Heute ist das anders. Was in den Restaurants auf den Tisch kommt, ist meistens aufwendig und über mehrere Jahre gezüchtet worden.
Die Auster hat aber auch eine ganz andere Seite als die kulinarische: Nach einem alten Mythos entstieg Venus, die griechische Göttin der Liebe und Schönheit, einst einer Auster. Deshalb gilt das Schalentier seit Jahrhunderten als Aphrodisiakum. Der wohl bekannteste Schürzenjäger aller Zeiten, Casanova (1725-1789), hat deshalb täglich mehrere Dutzend Exemplare geschlürft. Noch heute erinnert die Perlenzucht an die Verbindung, die zwischen Austern und Schönheit besteht. Denn auch so lässt sich der Organismus nutzen.
Falls Sie selber einmal Austern probieren sollten: Spitzenköche empfehlen, sie nicht sofort herunterzuschlucken, sondern im Mund ein- oder zweimal zuzubeißen, um den vollen Geschmack zu genießen. Und glauben Sie nicht daran, dass man Austern nur in Monaten mit „r“ essen sollte. Im Gegenteil: Austern schmecken das ganze Jahr über hervorragend.

Viel hilft viel

Eine alte Empfehlung gerät ins Wanken. Bisher wurde Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch dazu geraten, öfters mehrtägige Phasen der Enthaltsamkeit einzulegen, um danach desto bessere Chancen auf eine Empfängnis zu haben. Doch der Spermaqualität tut eine solche Pause nicht gut, wie die „Apotheken Umschau“ berichtet. Wissenschaftler der Universität Sydney haben untersucht, dass die Qualität bei täglichen Ejakulationen zunimmt. Verglichen wurden diese Werte mit denen von Männern, die bis zum nächsten Höhepunkt jeweils drei Tage warteten. Bei 37 von 42 Teilnehmern der Studie hatte sich die Spermaqualität innerhalb einer Woche stark verbessert. Weniger ist mehr – dieser Spruch scheint hier nicht zu gelten.

Der junge Mann an ihrer Seite

Wenn eine Frau in den besten Jahren einen wesentlich jüngeren Mann zum Partner hat, ist das gesellschaftlich immer noch viel weniger akzeptiert als die umgekehrte Variante. Zu Unrecht, wie die Soziologin Dr. Ursula Richter aus Abensberg-Offenstetten in Bayern sagt: Sie kommt zu dem Ergebnis, dass eine solche Beziehung viel stabiler sein kann als die zwischen gleichaltrigen Partnern. Das hat mehrere Gründe. Zum einen beanspruchen heute auch ältere Frauen ein eigenständiges Leben. Doch viele Männer, die noch in einem traditionellen Wertesystem aufgewachsen sind, können ein modernes Frauenbild nicht akzeptieren. Mit einem jüngeren Partner ist das einfacher. Auch die Sexualität spielt eine Rolle, weil die Phasen sexueller Bedürfnisse im Leben von Mann und Frau nicht parallel verlaufen. Während Frauen mit zunehmendem Alter eine intensivere Erlebnisfähigkeit erlangen, sinken Testosteronspiegel und Orgasmusfähigkeit des Mannes ab Mitte 20. Anders als häufig angenommen, kann es also durchaus gut zusammenpassen, wenn ältere Frauen einen jungen Mann an ihrer Seite haben – wahrscheinlich besser als umgekehrt.

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