Reise-Lust

 

Schaulust und Schamgrenze

 

Die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktkeit“ führt den Blick auf den weiblichen Körper von der Antike bis in die Gegenwart vor

Das Düsseldorfer Museum Kunstpalast hat Bilder, Skulpturen, Fotografien und Videos aus 2000 Jahren zusammengetragen, um die Bedeutung des – meist männlichen – Blicks auf den weiblichen Körper zu ergründen. Die Ausstellung geht im Kern auf den Mythos von Diana und Actaeon zurück, wie er beim antiken Dichter Ovid erzählt wird: Demnach überraschte der griechische Held Actaeon auf der Jagd die Göttin Diana, als sie in einem Weiher badete. Er kann den Blick von der nackten Schönheit nicht abwenden und wird zur Strafe in einen Hirsch verwandelt, der von Actaeons eigenen Jagdhunden zur Strecke gebracht wird.

Das Bild der unfreiwillig überraschten Diana ist von so bedeutenden Malern wie Rembrandt, Tizian und Jan Breughel d. Ä. gemalt worden. Die meisten dieser Gemälde sind in Düsseldorf zu sehen. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung unter anderem Werke von Pablo Picasso, Paul Cezanne, Gustav Klimt, Auguste Rodin, Ferdinand Hodler, Egon Schiele sowie zahlreiche zeitgenössische Arbeiten, zum Beispiel Fotografien von Robert Mapplethorpe.

Entstanden ist dabei eine sehenswerte Kulturgeschichte, die sich in erster Linie an folgenden Fragen abarbeitet: Was darf angeschaut werden und was nicht? Der Gang durch die Jahrhunderte zeigt, wie sich die Schamgrenze immer weiter verschoben hat. Was vor einigen hundert Jahren noch unvorstellbar war, wird heute akzeptiert. Während viele der Meister zwischen Renaissance und Barock die Erotik teilweise noch mit Händen oder Kleidung verhüllten, setzen sich manche heutige Künstler ungeniert mit Pornographie auseinander. Das Museum weist deshalb darauf hin, dass die Ausstellung für Kinder und Jugendliche teilweise nicht geeignet ist und einige der Kunstwerke möglicherweise nicht den Wertvorstellungen des Betrachters entsprechen. Eine Fotoserie mit Nahaufnahmen weiblicher Geschlechtsorgane, wie sie in Düsseldorf auch zu sehen sind, mag manchen Besucher schockieren. Auch der französische Künstler Pierre Klossowski (1905–2001) lässt an Drastik nicht zu wünschen übrig. Er hat den Mythos von Diana und Actaeon ins 20. Jahrhundert übertragen: Hier stehen Diana und der Hirsch im Begriff, gierig übereinander herzufallen.

Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann noch bis zum 15. Februar 2009 in Düsseldorf viele Entdeckungen machen. Allein die Fülle der Kunstwerke aus vergangenen Jahrhunderten überzeugt. Und was die Gegenwart angeht: Die Kunst ist eben nur ein Spiegel der Zeit, in der sie entsteht.

Adresse
Stiftung museum kunst palast
Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf
Fon 0211 8924242 (Infoband)
Fon 0211 8992460 (11–18 Uhr)
www.museum-kunst-palast.de

Öffnungszeiten
Di–So 11–18 Uhr

Eintrittspreise
Eintritt: 10 Euro
ermäßigt: 7,50 Euro

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