ISG-Lexikon

Behandlungsmethoden gutartiger Prostata-Geschwülste von A–Z

Mit zunehmendem Alter muss fast jeder Mann damit rechnen, dass sich seine Prostata gutartig vergrößert – bei fast 80 Prozent aller 75-Jährigen beispielsweise ist das der Fall. Das bedeutet nicht automatisch, dass es zu Problemen kommt. Doch wenn die Prostata sich so verändert, dass sie auf die durch sie verlaufende Harnröhre drückt, führt das zu unerfreulichen Beschwerden beim Wasserlassen. Manchmal muss man dann besonders häufig nachts auf die Toilette, es kommt zu einem abgeschwächten Harnstrahl oder der sogenannten Drangproblematik, wenn das Gefühl der vollen Blase stets schnell nach Linderung verlangt. Im Prinzip ist das gar kein großes Problem: Ein gutartiges Prostata-Geschwulst zu verkleinern oder zu entfernen, ist im Krankenhaus heutzutage Routine. Doch mittlerweile gibt es so viele verschiedene Behandlungsmethoden, dass der Prostata-Patient schon mal den Überblick verlieren kann. Konservative oder operative Behandlung, offene oder endoskopische Operation, transurethrale Mikrowellentherapie oder Greenlightlaser – „Liebe hält gesund“ zeigt, welche Alternativen Sie bei einer vergrößerten Prostata haben.

5-Alpha-Reduktasehemmer

Das Enzym 5-Alpha-Reductase verwandelt Testosteron in Dihydrotestosteron, was wiederum für die Vergrößerung der Prostata verantwortlich ist. Wenn also durch die Blockade der 5-Alpha-Reduktase die Entstehung von Dihydrotestosteron gehemmt wird, nimmt die Schwellung ab. Nachteil: Die Wirkung tritt erst nach circa einem halben Jahr Einnahme des Medikaments ein.

Alphablocker
Beheben erfolgreich die Symptome: Alphablocker führen zu einer Erschlaffung im Bereich des Blasenhalses und der prostatischen Harnröhre, so dass der Urin wieder besser durch die Harnröhre abfließen kann.

Botulinumtoxin
Zukunftsmusik: Manche Ärzte experimentieren in Studien mit dem Nervengift Botox, besser bekannt als Faltenkiller. In die Prostata gespritzt bewirkt es eine Erschlaffung des Gewebes. Doch bis zur Marktreife werden – wenn überhaupt – noch Jahre vergehen.


Greenlightlaser
In letzter Zeit durch Patienten stark nachgefragt, obwohl die Langzeitwirkung zu wünschen übrig lässt – ein Laser ist eben modern. Das Verfahren: Eine Laserfaser aus grünem Licht verdampft das Prostata-Gewebe, das – anders als beim Standardverfahren der transurethralen Elektroresektion – allerdings nicht sofort weggespült werden kann. Ein, zwei Wochen Katheter muss man in Kauf nehmen. Ein neues leistungsstärkeres Modell steigert die Effektivität.

Phytotherapie
Konservative, pflanzliche Behandlung, zum Beispiel mit Brennnesselwurzel oder Kürbiskernextrakt. Viele Patienten beschreiben eine Wirkung, aber oft ist das nur der Placebo-Effekt. Bei ernsten Beschwerden keine Alternative.

Offene Operation
Heute nur noch in absoluten Ausnahmefällen angewandt. Der Schnitt durch die Bauchdecke war lange das Standardverfahren, um an die Prostata heranzukommen, doch heute gibt es schonendere Methoden.

Transurethrale Elektroresektion (TUR)
Der Klassiker, oder wie der Mediziner sagt: der Goldstandard. Eine elektrische Schlinge wird durch die Harnröhre eingeführt. Ist die Prostata erreicht, kann mit Hochfrequenzstrom Schicht um Schicht Gewebe abgetragen werden – in zwei Stunden bis zu 100 Gramm. Die Wirkung hält viele Jahre an – an diesem Verfahren müssen sich alle anderen messen.

Transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT)
In diesem Fall wird die Geschwulst mit Mikrowellen aufgeheizt und reduziert. Ein vermeintlich schonendes Verfahren, doch besser als die TUR ist es nicht automatisch: Bei der Behandlung mit der elektrischen Schlinge sieht der Arzt auf dem Monitor, was er gerade tut – bei der Mikrowelle nicht.

Transurethrale Nadelablation (TUNA)
Abwandlung der transurethralen Elektroresektion: Ebenfalls durch die Harnröhre gelangen Sonden in die Prostata, die dort aufgeheizt werden und das Gewebe verkochen.

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