
Manche Wissenschaftler halten es für erwiesen: Frauen denken von Natur aus anders als Männer. Bei genauer Betrachtung schrumpfen die Unterschiede aber zusammen.
Es beginnt – angeblich – in der Stunde der Geburt: Mädchen interessieren sich mehr für das Lächeln anderer Menschen als für Babyrasseln. Jungen sind fasziniert von dem Mobile über ihrem Bett. Mit einem Jahr fingert „er“ dann an den Rädern seines Spielzeugautos herum. Derweil drückt „sie“ ihren Plüschteddy fest ans Herz. Von Natur aus verhalten sich die beiden Geschlechter verschieden, behaupten viele Wissenschaftler.
Verdrahtet für systematisches Regeldenken, nicht für Gefühlsverständnis seien die Nervenzellen im Männerhirn, glaubt der britische Psychologe Simon Baron-Cohen. Die US-Psychiaterin Louann Brizendine pflichtet ihm bei: Das weibliche Gehirn sei anders aufgebaut. Es besitze mehr „Kommunikationszellen“ und mehr von jener Hirnmasse, die Emotionen verarbeitet.
Woher die unterschiedlichen Denkmuster stammen? Die Sexualhormone sind der Grund, argumentieren diese Forscher. Von der achten Schwangerschaftswoche an setzt beim männlichen Embryo die Testosteron-Versorgung ein, und damit schwappt über seine Denkzentrale – angeblich – unaufhaltsam die Welle der Männlichkeit. Sie kappe Verbindungen, die für Gefühlsbelange wichtig sind, während sie Nervenkontakte in Zentren für Aggression und Sexualität fördere. Bis zur Geburt seien die Weichen endgültig gestellt. In „ihm“ läuft das Programm harter Mann: schweigsam, geradlinig, durchsetzungsstark.
Die Frau wandelt dagegen auf dem Pfad der Harmonie, ist feinfühlig, fürsorglich und dank ihrer Sprachgewandtheit tüchtig im Vermitteln. Tausende von Studien führen die Experten ins Feld, um die These von den festgelegten Reaktionen zu untermauern. Aus Tierversuchen, Verhaltenstests an Menschen und zunehmend aus computergestützten Auswertungen von Hirnsignalen lesen sie Unterschiede heraus: Warum „sie“ nicht einparken kann und „er“ nie zuhört – solche Meldungen mit scheinbar wissenschaftlichem Hintergrund sind jedem schon begegnet.
(Quelle: www.gesundheitpro.de )







