Wechseljahre: Cholesterinspiegel steigt stark an

Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, gehen ihre Cholesterinwerte deutlich in die Höhe. Besonders die Menge an "bösem" LDL-Cholesterin nimmt zu. Das ist eines der Ergebnisse einer großen US-Studie, die über zehn Jahre lang die gesundheitlichen Veränderungen von Frauen im Laufe ihres Lebens untersuchte. Ein Schwerpunkt dabei waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wie Mediziner schon länger wissen, steigt das Risiko dafür nach der Menopause an. "Unsere Studie analysierte verschiedenste Faktoren im Zusammenhang mit den Wechseljahren und dem kardiovaskulären Risiko", erklärt Prof. Karen A. Matthews von der University of Pittsburgh. Die Resultate veröffentlichten die Studienleiterin und ihr Team nun im Fachmagazin "Journal of the American College of Cardiology" (2009, 54: 2366-2373, doi: 10.1016/j.jacc.2009.10.009).

An der Studie nahmen mehr als 3.300 Frauen mittleren Alters und unterschiedlicher ethnischer Herkunft (afroamerikanisch, kaukasisch, japanisch, chinesisch, spanisch) teil. Sie unterzogen sich einer jährlichen ärztlichen Untersuchung, wo unter anderem Gewicht, Hüft- und Taillenumfang und der Blutdruck gemessen wurden, allesamt Einflussfaktoren für Herz-Kreislauf_Erkrankungen. Dazu kamen Blutuntersuchungen sowie Fragebögen, wo es etwa um die Monatsblutungen der Frauen ging.

Innerhalb des zehnjährigen Studienzeitraums kamen 1.054 Frauen in die Wechseljahre und registrierten ihre letzte Regelblutung. Die Auswertung der Daten zeigte, dass sich in dem einen Jahr vor und nach dem letzten Menstruationszyklus bei den betroffenen Frauen drei der untersuchten Laborwerte dramatisch veränderten: Es gab eine "deutliche Zunahme an Gesamtcholesterin, verursacht durch einen Anstieg an LDL-Cholesterin und Apolipoprotein B, welches das LDL-Cholesterin im Blut transportiert", so Matthews.

Alle drei Parameter gelten als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihr Ansteigen in den Wechseljahren konnte bei Frauen unterschiedlichster ethnischer Herkunft beobachtet werden, scheint also eine allgemeine Reaktion auf die Menopause und die damit verbundene Hormonumstellung zu sein, vermutet die Professorin. Daher empfiehlt sie Frauen rund um die Menopause besonders auf Faktoren zu achten, die das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen. Das bedeute, überschüssige Kilos los zu werden, sein Gewicht dann zu halten und sich mehr zu bewegen. "Und Raucher sollten mit dem Qualmen aufhören", rät Matthews. (mf)  (Quelle: www.netdoktor.de )