MUSE - Medikamentöses Urethrales System

Eine Antwort auf Ihre Fragen...

 

Behandlung der Erektionsstörung

Es ist wichtig, mit Ihrem Urologen zu besprechen, welche Behandlung für Sie geeignet ist. Besprechen Sie alle Möglichkeiten der Behandlung, evtl. Risiken und Nebenwirkungen. Bedenken Sie, dass Sie eine Behandlung wünschen, die von Ihnen und Ihrem Partner akzeptiert wird. Dies gibt Ihnen die Sicherheit für die Wirksamkeit und partnerschaftliche Akzeptanz dieser Behandlungsform.

Was ist MUSE ?

MUSE ist die Abkürzung für Medikamentöses Urethrales System zur Erektion. Durch ein spezielles System wird der Wirkstoff Alprostadil, durch die Gabe in die Harnröhre des Penis, an die Schwellkörper gebracht.

Wie wirkt MUSE ?

Alprostadil ist gleichbedeutend mit Prostaglandin E1, welches an der natürlichen Erektion beteiligt ist. Es wird seit Mitte der 90er Jahre zur Behandlung der von Erektionsstö- rungen eingesetzt. Alprostadil bewirkt eine Erweiterung der zuführenden Blutgefäße und der Muskulatur des Schwellkörpers sowie eine Zunahme des Bluteinstroms in den Penis. Gleichzeitig kommt es zu einer Erweiterung der Schwellkörperhohlräume, die einen Abstrom von Blut aus dem Penis verhindert. Dadurch kommt es zu einer vollständigen Erektion.

Wie funktioniert der MUSE-Applikator ?

MUSE besteht aus einem etwa 3 Zentimeter langen Einmalapplikator, der einfach und bequem in die Harnröhre am Ende des Penis eingeführt wird. Nach dem Einführen setzt MUSE ein kleines, reiskorngroßes Mikrozäpfchen (Pellet) frei, dass in der Harnröhre schmilzt und den Wirkstoff freisetzt.

Warum eine Gabe über die Harnröhren ?

Substanzen mit einer erektionsfördernden Wirkung sollten in einer für Sie genau bestimmten Menge in den Schwellkörper gebracht werden. Dies kann durch eine direkte Injektion in den Penis oder eine Gabe in die Harnröhre erfolgen. Durch Gefäßverbindungen zwischen der Harnröhre und den Schwellkörpern gelangt Alprostadil in die Schwellkörper und kann dort seine Wirkung vollständig entfalten. Bei einer Medikamentengabe über die Harnröhre ist keine Injektion in den Penis nötig.

Wie wird MUSE benutzt ?

Vor dem Gebrauch von MUSE sollten Sie Wasser lassen, um das Einführen in die Harnröhre zu erleichtern und die Wirkung des Medikamentes zu beschleunigen. Nach Entfernung der Schutzkappe wird der Applikator in die Harnröhre eingeführt. Nach Drücken des Auslöseknopfes wird der Wirkstoff in die Harnröhre freigesetzt. Der Penis wird dann für etwa 20 Sekunden massiert, um den Wirkstoff in der gesamten Harnröhre zu verteilen. Danach sollten Sie etwa 10 Minuten sitzen oder umhergehen. Dadurch kann sich die Erektion besser ausbilden.

Wie schnell kommt es nach MUSE zu einer Erektion ?

Eine normale Erektion bildet sich nach 7 - 15 Minuten aus. Diese sollte für Sie und Ihren Partner für einen Geschlechtsverkehr ausreichend sein. Die Zeit bis zum Wirkungseintritt kann in das sexuelle Vorspiel einbezogen werden.

Wie lange hält eine Erektion an ?

Bei dieser Form der Behandlung hält die Erektion durchschnittlich 30 - 60 Minuten an.

Die richtige Dosierung

MUSE ist in den Dosierungen 125, 250, 500 und 1000 µg erhältlich. Die erste Anwendung sollte unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden. Hierbei wird eine ausreichende Wirkung festgestellt und Ihnen die korrekte Anwendung erklärt. Ebenso sollte auf einen möglichen Blutdruckabfall bei der Anwendung geachtet werden. In der Regel wird mit einer Dosierung von 500 µg begonnen. Für Sie sollte dann die Dosierung auf die niedrigste für den Geschlechtsverkehr ausreichende Dosierung eingestellt werden. Eine Überdosierung kann zu verstärkten Nebenwirkungen führen.

Wie oft kann man MUSE benutzen ?

Um eine Erektion zu bekommen, wird jedesmal ein neues MUSE-System benötigt. Innerhalb von 24 Stunden sollten nicht mehr als zwei Einmalapplikatoren benutzt werden.

Was für Nebenwirkungen gibt es bei MUSE ?

Die Anwendung von MUSE wird normalerweise als angenehm und unkompliziert empfunden. Aber auch bei sachgemäßem Gebrauch kann es zu Nebenwirkungen wie Penisschmerzen, Brennen in der Harnröhre, Hodenschmerzen und Kopfschmerzen, sowie kleinen Blutungen aus der Harnröhre kommen. Ebenso kann es zu Schwellungen in den Beinen, Schmerzen in den Beinen und dem Dammbereich kommen. Selten kann es zu Schwindel oder einem Abfall des Blutdruckes nach der Anwendung von MUSE kommen. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer verlängerten Erektion (bis zu 3 Stunden) oder zu einem Priapismus (schmerzhafte Dauererektion, länger als 3 Stunden) kommen. Solche Zustände können zu einer dauerhaften Schädigung des Penis führen. Es sollte dann zuerst versucht werden, durch starke sportliche Aktivität die Erektion zu beenden, bei fortbestehender Erektion sollte umgehend ein Urologe aufgesucht werden.

Gibt es Nebenwirkungen für den Partner ?

Alprostadil (PGE1) ist ein natürlicher Stoff in der Samenflüssigkeit. Nach Anwendung von MUSE werden in der Samenflüssigkeit keine wesentlich erhöhten Mengen von PGE1 gefunden. Gelegentlich kann es bei der Partnerin zu einem Jucken in der Scheide kommen, welches nicht in jedem Fall durch die Anwendung von MUSE bedingt ist. Paare, bei denen die Partnerin schwanger ist, sollten bei der Anwendung von MUSE ein Kondom benutzen.

Welche Patienten sollten MUSE nicht anwenden ?

MUSE sollte nicht angewendet werden bei: bekannter Allergie gegen Alprostadil, Penis- oder Harnröhrenveränderungen (Harnröhrenengen, Penisschaftverkrümmungen), Erkrankungen die zu verlängerten Erektionen neigen (Sichelzellanämie, Leukämie, Multiples Myelom) sowie bei Patienten, denen keine sexuelle Aktivität zu empfehlen ist (schwere Herzerkrankung).

Wie sollte MUSE aufbewahrt werden ?

MUSE sollte bei 2 - 8°C im Kühlschrank aufbewahrt werden. Vor dem Gebrauch sollten Sie es auf Zimmertemperatur bringen, indem Sie es eine 1/2 Stunde vor dem Gebrauch aus dem Kühlschrank nehmen. Bei Raumtemperatur ist es zwei Wochen haltbar. Bei Temperaturen über 30°C verliert es seine Wirksamkeit.

Wie kann ich MUSE erhalten ?

MUSE erhalten Sie auf ein Rezept von Ihrem Arzt. In der Regel werden die Kosten für Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

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