
Potenzmittel gibt es für den Mann – bei Frauen zeigten die PDE 5-Hemmer bislang keine Effekte. Neue Studienergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Potenzpillen doch etwas zu bieten haben.
Forscher des Medical College Georgia testeten die Wirkung von Viagra®, Levitra® und Cialis® bei männlichen und weiblichen Ratten. Die Ergebnisse ihrer Studie stellten die Wissenschaftler kürzlich auf der amerikanischen Physiologen-Tagung in New Orleans vor: Die PDE (Phosphodiesterase)-Hemmer erweiterten sowohl bei den Männchen als auch bei den Weibchen die Arteria pudenda. Diese Arterien versorgen Penis bzw. Vagina und Klitoris mit Blut und sorgen so für befriedigende sexuelle Empfindungen. Je höher die Dosis, umso erweiterter waren die Arterien bei den männlichen Ratten. Bei den Weibchen zeigte sich der Effekt nur bei der Anfangsdosis. Mit höherer Dosierung kam es zu einer Schwankung zwischen Kontraktion und Erweiterung der Arterien. Weibchen ticken in punkto Lust also etwas komplizierter.
Der Versuchsanordnung ging eine Besonderheit voraus. Vor der Gabe der PDE (Phosphodiesterase) 5-Hemmer erhielten die Versuchstiere Medikamente, die zu einer Verengung der Arteria pudenda interna führten. Die Forscher simulierten quasi eine Arteriosklerose. Möglicherweise, so der Verdacht der Studienleiter, ist die sexuelle Dysfunktion ein früher Marker für eine vaskuläre Erkrankung. "Deine Gefäßverkalkung spürst du nicht, aber du weißt verdammt gut, wenn du keine Erektion mehr bekommst", bringt es Studienautor Clinton Webb auf den Punkt. Unter Umständen profitierten Frauen in früheren Studien nicht von Viagra® und Co., da sie unter keiner vaskulären Vorerkrankung litten. Bei Männern scheinen die Potenztpillen jedoch auch bei gesundem Gefäßsystem ihre Wirkung zu entfalten. "Die Studie zeigt, dass diese Medikamente für die Anwendung bei Frauen stärker unter die Lupe genommen werden sollten. Kleine Veränderungen an den Präparaten könnten die Wirkung für Frauen steigern", so Erstautor Kyan Allahdadi. (fah)







