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PSA Wert bestimmen lassen oder nicht?

Screening bei Prostatakrebs - Neue Daten zur Dauerkontroverse

Und die Medien sind derzeit voll davon: PSA Screening - so der Inhalt vieler deutscher Berichterstattungen – hat wenig Aussagekraft, verunsichert die Betroffenen und ist teuer und überflüssig. Man hat allerdings versäumt, den Leser auf den vorläufigen Charakter der Studienauswertung hinzuweisen, denn die Nachbeobachtungszeit der Studienteilnehmer lag mit 6,7 Jahren sehr niedrig.

Beim aktuellen Kongress der Deutschen Gesllschaft für Urologie (DGU) wies Prof. Dr. Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie des Uniklinikum des Saarlandes auf eine weitere  Sreeningstudie vom Juni 2010 hin. Diese unterscheidet sich von den bisherigen europäischen Screeningdaten im wesentlichen dadurch, dass zum Zeitpunkt der Auswertung eine Nachbeobachtungszeit von mehr als 14 Jahren überblickbar war.

Erstaunlicherweise zeigte sich für die Zeitdauer der Tumornachbeobachtung bei dieser Studie eine Verringerung der Todesfälle wegen Prostatakrebs um etwa 50%. Noch eindrucksvoller wurden die Unterschiede, wenn man nur Männer analysiert hat, die beim ersten PSA-Test noch jünger als 60 Jahre waren, denn oberhalb des 60.Lebensjahres steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der entdeckte Tumor schon bei Erstdiagnose in enem unheilbaren Stadium befindet.

Das Problem von der heftig diskutierten Überdiagnostik und Überbehandlung ist auch durch solche Zahlen natürlich nicht gelöst: Nicht jeder Prostatakrebs, den man durch ein Screeningprogramm entdeckt, würde unbehandelt tatsächlich zum Tod des Mannes führen. Die neuen Zahlen lassen aber sicherlich zweifeln, dass der völlige Verzicht auf den PSA-Test die richtige Reaktion sein kann. Sinnvoller ist möglicherweise die sog. „active surveillance“, also eine aktive Überwachungsstrategie, bei der nicht agressive Tumoren als solche identifiziert und nicht sofort behandelt werden. Solche Tumoren würden bei diesem Konzept also zunächst nur beobachtet und erst dann therapiert, wenn man sich vergewissert hat, dass sie sich eben doch aggressiver verhalten. Für die Männer bedeutete das also doch: früh, doch spätestens vor dem 60. Lebensjahr den PSA Wert vom Facharzt für Urologie bestimmen und in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.


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