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Was bringt Omega-3 fürs Herz?

Den im Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren wird eine schützende Wirkung für Herz und Gefäße nachgesagt. Belege fehlten bislang. Jetzt zeigen zwei Studien, wann sie wirken und wann sie nutzlos sind, wie ein Kardiologe erklärt.

 

Seit Jahren streiten Experten darüber, ob die in Fisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt verringern. Verursacht werden diese Krankheiten meist durch Ablagerungen von Blutfetten, die in zu hoher Konzentration vorhanden sind und die Gefäße verstopfen können. Neben dem Cholesterin sind das vor allem sogenannte Triglyceride.

Omega-3-Fettsäuren kommen in Fisch vor. Hochdosiert könnten sie Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen.

„Den Cholesterinspiegel können wir seit Langem recht gut einstellen. Bei den Triglyceriden gelang uns das bislang nicht zufriedenstellend. Hier sehen wir jetzt eine gute Chance“, erklärt Professor Dr. Dr. h.c. Christoph Bode, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I am Universitäts-Herzzentrum Freiburg · Bad Krozingen.

Risikopatienten profitieren von hochdosierter Omega-3-Gabe

Die große REDUCE-IT-Studie mit mehr als 8.000 Patienten wurde nun auf dem US-amerikanischen Herzkongress (AHA) vorgestellt. Die Studienteilnehmer hatten alle schon eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder wiesen mehrere Risikofaktoren für solche Erkrankungen auf. Untersucht wurden nur Patienten, die erhöhte Triglyceridwerte (150 - 500 mg/dl) und – unter Einnahme eines Statins als Cholesterinsenker – recht niedrige LDL-Cholesterinwerte (40 - 100 mg/dl) aufwiesen. Im Schnitt nahmen sie fünf Jahre lang täglich zwei Tabletten mit jeweils zwei Gramm einer aufgereinigten Omega-3-Fettsäure (Eicosapentaensäure - EPA). Die Folge: Schwere Komplikationen wie ein Herzinfarkt traten um 25 Prozent seltener auf als in der Gruppe ohne EPA-Einnahme.

„Der Effekt ist sehr deutlich. Wir haben die Hoffnung, dass damit eine Lücke in der Behandlung von Hochrisiko-Patienten geschlossen werden kann“, sagt Professor Bode. Worauf der Effekt zurückzuführen ist, lässt sich bislang nicht eindeutig sagen. „Möglicherweise ist die Blutgerinnung etwas herabgesetzt, so dass es seltener zu Blutgerinnseln in den Gefäßen kommt“, vermutet der Kardiologe. „Aber auch eine Stabilisierung vorhandener Plaqueablagerungen in Gefäßwänden kommt in Betracht.“

Präparat nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Fisch vergleichbar

Das in der Studie eingesetzte Präparat enthielt hochdosiert eine einzige Omega-3-Fettsäure und ist verschreibungspflichtig. „Nahrungsergänzungsmittel aus dem Drogeriemarkt sind damit nicht vergleichbar. Die sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkungslos“, sagt Professor Bode. Dies wurde in einer weiteren Studie bestätigt, in der mehr als 25.000 Teilnehmer ein Präparat nahmen, das in der Konzentration mit solchen aus dem Drogeriemarkt vergleichbar ist. Hier verringerte sich die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht.

Auch in Fisch sind Omega-3-Fettsäuren in Konzentrationen vorhanden, für die kein spezifischer Effekt nachweisbar ist. Trotzdem ist es gesund, regelmäßig Fisch zu essen. Denn der enthält auch viele andere Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamin D und A sowie notwendige Mineralstoffe wie Iod, die Gesundheit fördern.

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg www.uniklinik-freiburg.de

 

 

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