Hallo Snoopy und Beachgirl!
Ich erlaube mir nochmal mich einzumischen. Es tut mir weh, euren Selbstbetrug so mitzuerleben.
Das Ringen um das Verstehen geht also weiter, wo nichts zu verstehen ist, sondern einfach zu akzeptieren. Ihr wollt Anerkennung und Bestätigung durch Sex? Dies bekommt ihr aber offensichtlich versagt und ihr glaubt aber trotzdem, dass ihr geliebt werdet. Das will ich auch nicht in Abrede bringen, aber diese Aufgabe vom Geben von Sex zu erwarten, halte ich schon fast für schizophren. Sorry! Auf solche Ideen wäre man früher nie gekommen.
Ehe oder Partnerschaft hatte in der ganzen Menschheitsgeschichte nur eine Aufgabe. Macht- und Besitzerhalt und evtl. noch eine gewisse Ordnung herzustellen. Sex war nur dazu da, legitime Nachkommen zu erzeugen und den Männern evtl. noch etwas Lust zu bereiten, die sie sich aber auch meist woanders holten. Die eigene Frau leidenschaftlich zu begehren, wie eine Mätresse, war bis vor kurzem noch Sünde! (Über Jahrhunderte offizielle Lehre der kath. Kirche) Beschwerden, wie in diesem Forum hätten Frauen früher wahrscheinlich nie geäußert.
Ich weiß, die Zeit hat sich zum Glück geändert, aber das ändert nichts an der Tatsache, die auch bekannte Therapeuten, wie Michael Mary, erkannten, dass alles mit einem für immer nicht funktioniert. Die drei Hauptbereiche des Lebens, Freundschaft, Partnerschaft und Leidenschaft können von so gut wie keinem Menschen allein abgedeckt werden. (
http://www.michaelmary.de/daten/presse.html)
Wer das nicht akzeptiert, bekämpft in meinen Augen das Leben. Dieser Kampf ist nicht zu gewinnen. Lust lässt sich nicht erzwingen, maximal mit Testosteron verbessern, wenn es körperlich bedingt ist.
Durch eure Vorstellungen kann Liebe nicht frei sein. Dies muss sie aber, weil, "wahre Liebe lässt frei". (Robert Betz – Youtube oder Buch) Der sicherste Tot für eine Beziehung ist das Verbot. Wir maßen uns fast alle an, dem Partner (meist unbewusst) vorzuschreiben, dass er nur noch auf mich Lust haben darf. Daraus folgt Eifersucht und Lustlosigkeit. Der Mensch will immer das, was er gerade nicht haben kann. Das, was man tun muss, ist fast immer nur noch eine Last.
Bitte schaut euch doch das Leben an, wie es wirklich ist und nicht, wie ihr es gerne hättet!
Natürlich könnt ihr auch gern euren Traum weiter träumen. Es steht mir nicht zu Ratschläge zu erteilen. Die Menschen früher hatten diese Erwartungen nicht und Frauen mussten froh sein, dass sie einen Ernährer hatten. Außer betteln und Prostitution blieb Alleinstehenden Frauen nicht viel.
Dies alles ist natürlich keine Lösung für euer Problem. Es soll nur das Verstehen und Akzeptieren erleichtern bzw. die Suche nach Alternativen.
Das heißt auch nicht, dass ich für Trennung bin, im Gegenteil. Ich finde, wer seinem Partner nicht das geben kann, was dieser für sein Wohlbefinden und seine Entwicklung braucht, hat die verdammte Pflicht dem Anderen frei zu geben, dies mit einem anderen Menschen zu leben. Darüber muss man natürlich reden, sich selbst informieren und Aufklärungsarbeit leisten. (Infos auch bei Mary, siehe oben oder im Buch "Such-ende")
Snoopy, du sagst, dass man essen nicht mit Sex vergleichen kann. Ich denke doch, denn es ist genauso ein Grundbedürfnis des Lebens. Essen ist aber existenziell viel wichtiger und macht vielleicht 4 Prozent des Lebens aus, Sex dagegen höchstens ein Prozent. Ich finde also, ich habe sogar untertrieben. Es gibt ja genug Leute, die freiwillig darauf verzichten. Esst mal eine Weile nicht und ihr werdet merken, wie sehr essen mit Gefühlen zu tun hat. Ich fürchte, Sex ist euch dann vollkommen egal.
Wenn ihr das nicht wollt, dann rate ich zur Polyamorie. (polyamorie.de) Oder ihr geht mit euren Männern in einen Swingerclub. Vielleicht staunt ihr dort, wie euer lustloser Mann plötzlich wieder kann. Kein Club kann natürlich eine kaputte Beziehung retten. Dazu muss die Beziehung intakt sein, zumindest auf allen anderen Gebieten.
Ich weiß natürlich, dass es euch nicht um die einfache Befriedigung eurer Lust geht, sondern dass für euch die Beziehung wichtig ist. Der einfachste Weg eine Beziehung zu zerstören ist der, mehr von ihr zu erwarten, als sie hergibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann mit einer dauerhaft unzufriedenen Frau leben kann. Die meisten scheuen die Beziehungsarbeit und wählen den Weg der seriellen Monogamie. (Es geht so lange, wie es geht, dann kommt der Nächste und man macht die gleichen Fehler)
Ich fürchte, ich war heute wenig konstruktiv? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. In die eigene Tasche lügen macht mich unfähig. Nur die Wahrheit macht frei.
Vielleicht noch eins. Bitte redet nicht mit euren Männern in Form von Vorwürfen. Darauf stehen wir gar nicht. Vielleicht könnte ein Gespräch so beginnen: "Mein Lieber, ich möchte dir heute einfach erzählen, wie es mir geht. Ich mache dir keine Vorwürfe sondern erzähle dir nur, wie es in meinem Herzen aussieht. Schafft ihr das, dies durchzuhalten? Viel Kraft!
Wenn ich merke, dass ich zur Masse gehöre, wird es Zeit, meine Meinung zu ändern!