Gesundheit
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Trotz Normalgewicht: Inneres Bauchfett erhöht Krebsrisiko

Auch für Menschen mit einem BMI im Normalbereich steigt das Krebsrisiko...

Zu diesem Schluss kamen Forscher um Rachel Murphy vom National Institute on Aging in Bethesda, Maryland, als sie den Zusammenhang zwischen Gewicht und Tumorerkrankungen untersuchten.

 

Fettfahndung im Bauchraum

Für die Untersuchung rekrutierten die Wissenschaftler rund 2500 Männern und Frauen, die zu Beginn der Studie zwischen 70 und 79 Jahre alt waren. Für die Studie herangezogen wurden allerdings nur die Daten jener 1902 Teilnehmer, die nie zuvor an Krebs erkrankt gewesen waren.

 

Die Forscher ermittelten nicht nur den BMI und den Bauchumfang der Senioren, sondern untersuchten auch, wo genau sich die Fettdepots im Körper befanden. Darüber gibt der BMI nämlich keinen Aufschluss. Per Computertomografie erfassten sie dazu vor allem die Fettspeicher im Bauchraum - sowohl solche, die direkt unter der Haut saßen, als auch die Menge des sogenannten viszeralen Fetts, das sich innerhalb des Bauches befindet und die Organe umgibt. Diese Fettspeicher gelten als besonders kritisch. „Viszerales Fett ist stoffwechselaktiver als Fett, das direkt unter der Haut sitzt. Es beeinflusst über verschiedene Mechanismen das Krebsrisiko“, erklärt Studienleiterin Murphy im Gespräch mit NetDoktor. Die viszeralen Fettdepots setzen hormonähnliche Substanzen frei, sogenannte Adipokine. Diese senden Entzündungssignale aus und steigern unter anderem das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes.

 

In den folgenden 13 Jahren erkrankten 617 der Teilnehmer an Krebs, 224 davon an Formen, die durch Übergewicht begünstigt werden. Dazu gehören Tumoren der Brust, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Darms, der Leber, der Schilddrüse und der Gallenblase.

 

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Die Auswertung der Daten ergab, dass sich die Fettdepots im Körper bei Männern und Frauen unterschiedlich auf das Krebsrisiko auswirken. Für Männer erweis sich insbesondere das viszerale Fett als Gefahr: Von jenen, die große Mengen davon im Bauchinneren speicherten, erkrankten anteilsmäßig fast dreimal so viele an übergewichtsabhängigen Krebsformen wie Männer mit weniger viszeralem Fettgewebe. Darunter waren auch Männer mit normalem Gewicht. „Größere Mengen viszeralen Fettgewebes sind bei Männern ein starker Risikofaktor für verschiedene Krebsformen – und zwar unabhängig vom BMI“, so Murphy. Tatsächlich können auch Menschen mit normalem BMI große Depots von viszeralem Fett bilden. „Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der BMI nicht der einzige Indikator ist, auf den wir uns konzentrieren sollten“, sagt die Forscherin.

 

Auch bei den Frauen erhöhte viszerales Fett das Krebsrisiko. Bei ihnen beeinflusst aber auch die Menge des gesamten Fetts die Wahrscheinlichkeit für eine solche Krebserkrankung, unabhängig davon wo es im Körper gespeichert ist. Für die Männer konnte kein solcher Zusammenhang festgestellt werden. „Wir glauben, dass die unterschiedlichen Auswirkungen des Fettgewebes bei Mann und Frau auf hormonelle Unterschiede zurückzuführen sind“, so Murphy. Insgesamt illustriere die Studie die komplizierten Zusammenhänge von Übergewicht und Krebsrisiko“, so Murphy.

 

Quelle: Rachel A. Murphy: "Association of total and computed tomographic measures of regional adiposity with incident cancer risk: a prospective population-based study of older adults", Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 10.1139/apnm-2013-0360; auf netdoktor.de

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