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Online-Arztpraxis: Finger weg von DrEd!

Keine Lust, stundenlang im Wartezimmer zu sitzen? Dann lieber zur Online-Praxis von DrEd? Keine gute Idee, wie ein aktueller Bericht der Stiftung Warentest zeigt. Denn das Risiko einer Falschbehandlung ist sehr hoch. Das Fazit: Reale Patienten gehören nicht in eine virtuelle Arztpraxis.

Antibiotika - sehr schnell verordnet

Um den virtuellen Arzt zu testen, füllten die unechten Patienten von Stiftung Warentest die Fragebögen der jeweiligen Online-Sprechstunde "Blasenentzündung" und "Chlamydien-Infektion" aus. Auch wenn die Symptome auch zu anderen Krankheitsbildern passten (Blut im Urin kann z. B. ein Hinweis auf einen Tumor sein), bekamen die vermeintlichen Patienten recht schnell ein Antibiotikum verordnet. DrEd forderte nicht einmal eine Urinprobe an, um die Diagnose zu bestätigen. Urteil der Tester: Patienten könnten das Blaue vom Himmel erzählen, nachgeprüft wird nicht.


Wenig rechtliche Handhabe bei Behandlungsfehlern

Der Besuch bei DrEd berge demnach ein großes Risiko für Behandlungsfehler, so Stiftung Warentest. Besonders unangenehm: Im Ernstfall können Geschädigte nur mit geringem Erfolg juristisch gegen den Online-Arzt vorgehen. Wie ein von Stiftung Warentest angefordertes Rechtsgutachten zeigte, bewegt sich DrEd in einer rechtlichen Grauzone. Denn in Deutschland ist es Ärzten verboten, aus der Ferne Diagnosen zu stellen und Behandlungen durchzuführen. Die Online-Praxis hat ihren Sitz allerdings in Großbritannien, dort ist ein solches Vorgehen erlaubt.

Die virtuelle Arztpraxis DrEd wurde 2011 von Dr. med. Jasper Mordhorst und Kollegen gegründet. Seit Ende 2011 steht sie auch deutschen Patienten offen. Das Portal bietet nur bestimmte Sprechstunden zum Beispiel zu "Pille und Minipille", "Haarausfall" oder "Impotenz" - Gebiete, in denen es vor allem um Selbstzahler- und Lifestyle-Medikamente geht. Pro Behandlung werden neun bis 29 Euro fällig, auch die verordneten Medikamente müssen Patienten selber zahlen.

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