Lifestyle
Nett oder Böse: Gene steuern unser Verhalten
Besonders nette Menschen sind nicht nur gut erzogen. Ihre Freundlichkeit steckt zum großen Teil in ihrem Erbgut, wie US-amerikanische Psychologen der University of California jetzt herausgefunden haben.
Kuschelhormone beeinflussen Verhalten
Frühere Studien haben gezeigt, dass die Hormone Oxytocin und Vasopressin eine Rolle dabei spielen, wie wir mit unseren Mitmenschen umgehen. Die Botenstoffe wirken, indem sie an speziellen Bindestellen der Körperzellen andocken. Bestimmte Genvarianten sorgen dafür, dass es verschiedene dieser sogenannten Rezeptoren gibt, die auch unterschiedlich gut funktionieren.
DNA-Analyse offenbart Unterschiede
Für die Untersuchung sollten die Studienteilnehmer einen Internet-Fragebogen ausfüllen, der Auskunft über ihre allgemeine Einstellung gab - beispielsweise ob sie ein Verbrechen anzeigen würden oder ob sie die Welt eher für gut oder schlecht halten. Auch nach gemeinnützigen Aktivitäten, etwa die Bereitschaft zum Blutspenden, wurde gefragt. Von 348 der Probanden erhielten die Wissenschaftler zudem Speichelproben für eine DNA-Analyse. Diese zeigte an, welche Art Rezeptoren vorhandenen waren.
Nette Gene, böse Gene
Wie die Forscher feststellten, gibt es Rezeptorvarianten, die mit besonders freundlichem Verhalten bzw. mit einer positiven Sicht auf die Welt und die Gesellschaft im Zusammenhang standen. "Wenn einer ihrer Nachbarn zum Beispiel besonders großherzig ist und der andere egoistisch, könnte die Ursache dafür im Erbgut liegen", erklärt Studienleiter Michel Poulin. Dabei seien zwar nicht nur die Gene allein entscheidend. "Sie haben aber einen entscheidenden Anteil.
Quelle: Poulin MJ et al.: The Neurogenetics of Nice: Receptor Genes for Oxytocin and Vasopressin Interact With Threat to Predict Prosocial Behavior. Psychological Science, 2012 (doi: 10.1177/0956797611428471)
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