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Kostbare Sekunden

Viele Männer kennen das Gefühl, eine vorzeitige Ejakulation zu haben. Oft gefährdet das sogar die Partnerschaft. Doch jetzt gibt es erstmals ein Medikament dagegen.

Es ist sicher der Alptraum vieler Männer: zu früh zu „kommen“. Auch ein ansonsten perfekter Abend zu zweit kann dadurch ruiniert werden. Zurück bleibt ein Gefühl der Unzufriedenheit. Noch dazu ist die vorzeitige Ejakulation kein vereinzeltes Phänomen, im Gegenteil: Sie ist durchaus weitverbreitet. Man spricht nicht gerne darüber, aber Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als jeder zehnte Mann regelmäßig von der sogenannten Ejaculatio praecox betroffen ist. Wahrscheinlich liegt die Dunkelziffer noch um einiges höher.

Zwar wird der vorzeitige Samenerguss von den Männern bei weitem nicht als so gravierend empfunden wie eine Erektionsstörung. Aber er kann die gleichen Folgen haben: eine ernsthafte Störung der Beziehung. Eine für beide Seiten erfüllte Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft. Fehlt sie, oder wird sie nur von einem Partner als befriedigend empfunden, kann das schwerwiegende Folgen für die Beziehung haben – bis hin zu einer Trennung.

Doch jetzt gibt es endlich ein erstes zugelassenes Medikament gegen den vorzeitigen Samenerguss. Es trägt den Namen Priligy, ist rezeptpflichtig und für Männer von 16 bis 64 Jahren zugelassen. Priligy wirkt schnell und kurzzeitig. Deshalb kann die Anwendung sehr individuell gehandhabt werden. Eine tägliche Gabe ist nicht notwendig. Es reicht, eine der 30- oder 60-mg-Tabletten eine bis drei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr einzunehmen.

Der Wirkstoff von Priligy heißt Dapoxetin. Er ist ein sogenannter Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Der Neurotransmitter Serotonin ist vor allem als Stimmungsaufheller bekannt, der für innere Ruhe und Zufriedenheit sorgt. Doch der Serotoninspiegel im Gehirn beeinflusst auch den Zeitpunkt der Ejakulation. Ist er erhöht, bleibt der Samenerguss noch eine Weile aus. Dopoxetin blockiert deshalb die Transportstoffe, die Serotonin aus dem Gehirn wieder an die Speicherplätze im Körper zurückbringen wollen. Das Serotonin bleibt deshalb länger am Wirkort und verschiebt die Ejakulation nach hinten.

Kostbare Sekunden und Minuten für die Männer mit vorzeitigem Samenerguss. Sie müssen sich keine Sorgen mehr machen, wie lange sie noch „durchhalten“ und können die Zeit mit ihrer Partnerin stressfrei verbringen. Bestimmt wird die Bedeutung von Priligy und sicherlich folgender Medikamente nicht an die epochale Entwicklung der Potenzmittel heranreichen, aber bei der Behandlung sexueller Störungen sind sie ein weiterer Meilenstein.

Allerdings sind beim Gebrauch von Priligy gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Alkohol ist vor und nach der Einnahme tabu, weil sonst Gefahr für Herz und Kreislauf besteht. Auch darf man am Tag der Einnahme nicht dehydriert sein, weil dann die Möglichkeit eines Kreislaufkollaps besteht. Regelmäßig Wasser oder andere Getränke zu trinken ist wichtig. Und wie immer ist natürlich die Packungsbeilage sorgfältig zu beachten.

Doch wer das neue Medikament nach den Vorschriften benutzt, wird gemeinsam mit der Partnerin sicherlich Freude an der Sexualität zurückgewinnen. Und der Beziehung hilft es auch.

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