Penisimplantate

 

Behandlung der Erektionsstörung

 

 

Es ist wichtig, mit Ihrem Urologen zu besprechen, welche Behandlung für Sie geeignet ist. Wichtig ist hierbei, dass Sie eine Behandlung wählen, die von Ihnen und Ihrer Partnerin/ Ihrem Partner akzeptiert wird.

 

Penisimplantate

 

Schon Anfang der 30er Jahre wurden Implantate zur Versteifung in den Penis eingebracht. Seit etwa 45 Jahren gibt es technisch ausgereifte Implantate, die es Männern mit einer schweren erektilen Dysfunktion (ED) ermöglichen, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu haben.

 

 

Was ist ein Penisimplantat?

 

Penisimplantate sind Systeme aus unterschiedlichen Kunststoffen. Es gibt einteilige (nur Zylinder), zweiteilige (Zylinder mit Pumpe) und dreiteilige (Zylinder, Pumpe und Flüssigkeitsbehälter) Penisimplantate. Feste oder auffüllbare Zylinder werden jeweils in die beiden Schwellkörper des Penis durch einen kleinen operativen Eingriff eingebracht. Bei auffüllbaren (hydraulischen) Penisimplantaten wird zusätzlich eine Pumpe im Hodensack implantiert und ein Flüssigkeitsbehälter in den unteren Bauchraum eingebracht.

 

Wie funktioniert ein Penisimplantat?

 

Bei biegsamen (semirigiden) Penisimplantaten ist der Penis dauerhaft versteift und kann für eine Erektion nach oben gebogen werden. Auffüllbare (hydraulische) Penisimplantate gleichen am ehesten einer normalen Erektion. Wird eine Erektion gewünscht, so wird durch Zusammendrücken der Pumpe Flüssigkeit in die beiden Zylinder im Schwellkörper gepumpt, wodurch sich diese in Umfang und Länge (bei bestimmten Modellen) ausdehnen und so den Penis versteifen. Durch Drücken des Ablassventils oberhalb der Pumpe kann die Flüssigkeit aus den Zylindern wieder in das Reservoir zurückfließen und der Penis erschlafft.

 

Warum ein Penisimplantat?

 

Bei einer schweren ED, bei der das Schwellkörpergewebe zerstört ist und nicht mehr auf Medikamente anspricht, lässt sich nur noch durch ein Penisimplantat eine Erektion erzeugen.

 

Welche Art von Penisimplantat ist das Beste?

 

Biegsame (semirigide) Penisimplantate versteifen den Penis dauerhaft. Sie sind einfach zu implantieren und preisgünstig. Technische Defekte sind relativ selten. Auffüllbare (hydraulische) Penisimplantate kommen der normalen Erektion am nächsten, wobei die dreiteiligen auffüllbaren Prothesen die derzeit besten Implantate sind. Diese Implantate sind technisch anspruchsvoller und deutlich teurer als biegsame Implantate.

Auffüllbare Implantate sind beim Sport oder in der Sauna nicht zu erkennen, kommen dem natürlich versteiften oder erschlafften Zustand des Penis am nächsten und besitzen eine sehr hohe Akzeptanz bei beiden Partnern.

 

Wie wird ein Penisimplantat eingebracht?

 

Im Rahmen einer Operation werden über einen kleinen Schnitt am Hodensack oder oberhalb des Penis die Zylinder in die beiden Schwellkörper eingebracht. Bei auffüllbaren Penisimplantaten werden über denselben Schnitt die Pumpe in den Hodensack und der Flüssigkeitsbehälter in den unteren Bauchraum neben die Harnblase gebracht. In der Regel ist ein Krankenhausaufenthalt von 4 – 5 Tagen notwendig. Etwa 6 Wochen nach der Operation ist das Implantat vollständig eingeheilt und kann benutzt werden.

 

Wie kommt es zu einer Erektion?

 

Die Erektion durch ein Penisimplantat kann beliebig lange aufrechterhalten werden. Nach dem Geschlechtsverkehr strömt mittels Betätigen des Ablassventils die Flüssigkeit aus den Zylindern zurück in das Reservoir, so erschlafft der Penis wieder vollständig.

 

Wie lange ist ein Penisimplantat haltbar?

 

Penisimplantate sind prinzipiell unbegrenzt haltbar. Treten keine technischen Defekte, Infektionen oder Wanderungen des Implantates nach außen auf, braucht ein Penisimplantat nicht entfernt oder ausgetauscht werden.

 

Was für Nebenwirkungen gibt es bei einem Penisimplantat?

 

Sollte es zu einem Defekt des Penisimplantats kommen, können die gesamte Prothese oder defekte Einzelteile ausgetauscht werden. Kommt es doch zu einer Infektion, ist es nötig, das Implantat zu wechseln oder vollständig zu entfernen. In seltenen Fällen können die Zylinder eines Penisimplantats durch die Wand der Schwellkörper hindurchtreten und durch die Haut oder die Harnröhre nach außen kommen. In einem solchen Fall muss dieser Defekt verschlossen und fast immer das Implantat entfernt werden. Extrem selten treten Allergien auf den verwendeten Kunststoff auf.

 

 

Gibt es Nebenwirkungen für den Partner?

 

Nebenwirkungen für die Partnerin/den Partner sind nicht bekannt. Ein auffüllbares Penisimplantat ist von außen optisch nicht zu erkennen. Die Zufriedenheitsrate bei der Partnerin/dem Partner des Patienten liegt nach verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen bei >90%.

 

Wie kann ich ein Penisimplantat erhalten?

 

Penisimplantate sollten nur durch Spezialisten eingebracht werden. Mit Ihrem Urologen und Operateur sollten Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Implantate vor einer Operation ausführlich besprechen. Penisimplantate werden von den Firmen Boston Scientific (AMS), Coloplast und Zephyr angeboten und stehen in verschiedensten Größen zur Verfügung.

 

Zahlen die Kassen ein Penisimplantat?

 

Grundsätzlich werden die Kosten für biegbare und auffüllbare (hydraulische) Penisimplantate (inklusive der stationären Behandlung) von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, wenn eine entsprechende medizinische Indikation besteht.

 

 

 

 

Hier erfahren Sie mehr über

Boston Scientific Penisimplantate

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