Sexuelle Störungen bei der Frau

Über die Erektionsstörungen der Männer wurde viel geforscht und wirksame Medikamente entwickelt. Doch die sexuellen Störungen der Frauen stellen ein nicht unerhebliches Problem dar, dem sich Wissenschaft und Öffentlichkeit zunehmend widmen, denn man geht doch inzwischen von einer hohen Zahl an betroffenen Frauen aus. Dem Mythos der frigiden Frau stellt sich das ISG entschieden entgegen. Unser Anliegen ist es, differenziert aufzuklären über Orgasmusschwierigkeiten (Orgasmusstörung), Lustlosigkeit (Libidostörung), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) bis hin zur Unfähigkeit, einen „normalen“ vaginalen Geschlechtsverkehr aufgrund von Scheidenkrampf (Vaginismus) erleben zu können.

Ursachen von sexuellen Funktionsstörungen bei Frauen

Für sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau gibt es unterschiedliche Ursachen. Stress, Angst oder körperliche und seelische Erkrankungen wie Stoffwechselkrankheiten bzw. Depressionen können dazu führen, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes die Lust verlieren. Zu den gravierendsten Ursachen zählen sexueller Missbrauch im Kindesalter oder eine Vergewaltigung. Die Libido (also Lust zu sexuellen Aktivitäten) ist ebenso wie die Orgasmusfähigkeit sehr störanfällig, individuell verschieden und in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich. Sogar im Laufe des Menstruationszyklus gibt es Unterschiede in der Lust zur Sexualität (auch sexuelle Appetenz genannt), von großem Verlangen zu sexuellen Kontakten bis hin zum anderen Extrem, der sexuellen Aversion (also völlige Abneigung gegen Sexualität). Neben Stress und Partnerschaftsproblemen können körperliche oder seelische Erkrankungen (z.B. neurologische oder Stoffwechselerkrankungen, Hormonmangel, Depressionen etc.) die Libido beeinflussen. Auch die Wechseljahre haben Auswirkung auf die Sexualität in Form von Libidoverlust, Lubrikationsstörungen (trockene Scheide).

Die Orgasmusstörung bei der Frau kann sehr zahlreiche Ursachen haben. Gerade bei Frauen ist die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, sehr störanfällig und in vielfältiger Weise abhängig von der psychischen und partnerschaftlichen Situation. Insgesamt ist das Erlangen einer normalen Orgasmusfähigkeit bei Frauen eine Art „Lernprozess“, bei dem die Frau ihren eigenen Körper und Stimulationsmöglichkeiten kennen lernen muss. Dabei kann die Selbstbefriedigung wichtig sein; wenn dabei eine Befriedigung möglich ist, ist grundsätzlich auch beim Verkehr mit einem Partner ein Höhepunkt möglich.

Hohe Dunkelziffer

Verlässliche Zahlen zu sexuellen Funktionsstörungen bei Frauen gibt es nicht. Offenbar suchen betroffene Frauen noch weniger als Männer ärztliche Hilfe. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Frauen trotz einer Sexualstörung meist in der Lage sind, Sexualkontakte zu haben. Vorhandene Untersuchungen lassen jedoch den Schluss zu, dass es eine hohe Dunkelziffer von Frauen mit sexuellen Störungen gibt. Frauen, die glauben, an einer sexuellen Funktionsstörung wie Libidostörung, Orgamsusstörung, Vaginismus oder Dyspareunie zu leiden, sollten sich auf jeden Fall Hilfe suchen. Erste Ansprechpartner in solchen Fällen sind die Frauenärztin oder der Frauenarzt.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Nicht wenige Frauen klagen über Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Hat eine Frau ausreichend Lust auf Sexualverkehr, wird dafür aber nicht „feucht“ genug, können Gleitmittel oder eventuell eine Hormonbehandlung Abhilfe schaffen. Aber auch Entzündungen im Genitalbereich, Zysten an den Eierstöcken, Verwachsungen nach früheren Operationen oder organische Fehlbildungen können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Die Ursachen für die Schmerzen sollten auf jeden Fall gesucht werden. Ansprechpartner sind die Frauenärztin oder der Frauenarzt. Kann eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden, handelt es sich möglicherweise um Vaginismus – eine unwillkürliche Anspannung der Muskulatur im unteren Scheidenbereich, die ein Eindringen des Penis, aber auch eines Tampons unmöglich macht.

Dyspareunie (= schmerzhafter Geschlechtsverkehr) und Vaginismus (= Scheidenkrampf) sind sehr häufig psychisch bedingt und können mit einer entsprechenden Psychotherapie behandelt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache der sexuellen Störung kann eine Therapie mit Medikamenten (z.B. Hormone), eine Psychotherapie oder eine Kombination aus beidem in Frage kommen. Welche Therapie für eine Patientin die beste ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin und deren Partner. Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen sind für Frauen jedoch nach heutigem Erkenntnisstand nicht geeignet.

Weitere Informationen zu sexuellen Funktionsstörungen der Frau, Therapiemöglichkeiten und Anlaufstellen liefert unsere Informationsbroschüre, die Sie hier im pdf-Format herunterladen können.

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