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An Karneval boomt der Seitensprung

Kostüme, Partys, Alkohol - an Karneval ist erlaubt, was Spaß macht. Flirten gehört für viele Karnevalisten dazu, und manchmal auch mehr.

 

Ein Seitensprung zur Fastnacht kann feste Beziehungen auf eine harte Probe stellen und sogar ihr Ende bedeuten. Familientherapeuten und Psychologen sehen im Ausrutscher aber auch ein "kreatives Potenzial".

"Urlaub oder Karneval, das sind Situationen außerhalb des Alltags. Hier kann man sich anders benehmen, Erotik und Lust gehören viel mehr dazu als im Alltagsleben", erklärt Professor Friedebert Kröger,Vize-Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie in Köln, das Phänomen. Aus diesem Grund werde im Karneval der heiße Flirt eher zugelassen oder auch gesucht.

Die Erfahrungen der Ehe- und Familienberatungsstelle des Caritas-Verbandes Mainz zeigen dagegen, dass die Bedeutung des Karnevals für Seitensprünge zurückgegangen ist: "Früher hatte der Karneval eine viel stärkere Ventilfunktion als heute. Während uns noch vor zehn Jahren auffallend viele Paare nach der närrischen Zeit aufgesucht haben, ist das Problem Seitensprung heute das ganze Jahr über aktuell", so Beratungsstellenleiter Hans-Georg Folz. Inzwischen sei die Hemmschwelle geringer, der "Ausrutscher" passiere häufiger. Oft stelle die Untreue das gesamte Lebensgefüge auf den Kopf.
"Erotik in den Hintergrund gerückt"

In der Auseinandersetzung mit der Beziehung sieht Professor Kröger die "kreative Leistung", die Paare nach einem Seitensprung erbringen können: "Eine dritte Person, die alles durcheinander bringt, kann der Anstoß sein, sich wieder Gedanken über die langjährige Beziehung zu machen." Bei Paaren mit Kindern sei die Erotik oft in den Hintergrund gerückt. Gingen die Partner mit der Krise produktiv um, könne sich die Partnerschaft weiterentwickeln. Ein Freifahrtschein für den gedankenlosen Umgang mit den Gefühlen des anderen sei diese Perspektive natürlich nicht: "Man sollte sich vor einem erotischen Erlebnis außerhalb der Beziehung klarmachen, was man riskiert. Der Vertrauensverlust, die Kränkung und Enttäuschung des anderen kann schließlich auch zur Trennung führen", so Professor Kröger.
Seitensprung: Frauen genauso oft wie Männer

Ist der "Ausrutscher" trotzdem passiert, rät der Psychologe und Psychotherapeut Wolfgang Schmidbauer aus München zu Sachlichkeit: "Der Betroffene muss für sich entscheiden, wie wichtig der Seitensprung ist. Handelt es sich 'nur' um ein erotisches, sexuelles Erlebnis, kann es eine pragmatisch vertretbare Entscheidung sein, es zu verschweigen." Frauen begingen genauso häufig Seitensprünge wie Männer, so Schmidbauer. Allerdings sei durchaus eine unterschiedliche Qualität des Ausrutschers festzustellen: "Während Männer in der Tendenz den Seitensprung häufiger als etwas Unverbindliches ansehen, sind Frauen eher beziehungsorientiert, auch gegenüber dem 'neuen' Partner."

Ein kreatives Krisenmanagement sei nur möglich, wenn es sich beim Seitensprung tatsächlich um einen Ausrutscher in einer Ausnahmesituation gehandelt habe, so Professor Kröger - "wenn also am Aschermittwoch tatsächlich alles vorbei ist". (Quelle: netdoktor.de)


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