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Erektionsstörungen - Und was ist mit den Partnerinnen?

Erektionsprobleme belasten oftmals die betroffenen Männer. Doch wie sieht es eigentlich mit deren Partnerinnen aus?

 

Danach wird selten gefragt, obwohl Forschungsergebnisse belegen, dass die sexuelle Zufriedenheit bei Frauen, deren Partner unter Erektionsstörungen leidet, sinkt und die Häufigkeit eigener sexueller Probleme und auch psychischer Symptome zunimmt.

Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Frauen eine zentrale Rolle im Behandlungsprozess ihres Partners spielen. Sie sind meist die erste Ansprechpartnerin und können zum Aufsuchen eines Arztes oder Therapeuten motivieren.

Eine aktuell veröffentlichte Studie ging der Frage nach, welche Bedürfnisse und Erwartungen Frauen an ihre Partner haben und welche Unterstützung sie als hilfreich erleben. Hierbei wurde deutlich, dass sich Frauen offene und entlastende Gespräche mit ihrem Partner wünschen. Ebenso zentral erscheint der Wunsch, frühzeitig eine Behandlung aufzusuchen. Hilfreich erleben Frauen den Austausch mit Betroffenen, Informationen über die sexuelle Problematik zu erhalten sowie eine therapeutische und/oder ärztliche Beratung, in welche sie einbezogen werden.

 

Quelle:

Silvia Henninger, Cindy Höhn, Christian Roesler, Eva-Maria Bitzer & Michael M. Berner

"Erektionsstörungen - Und was ist mit den Partnerinnen?  

Bedürfnisse, Erwartungen und Unterstützung von Frauen,

deren Partner unter Erektionsstörungen leiden."

Beratung Aktuell 3/2014 S.61- 81

 

Empfehlungen für erste Gespräche und einen unterstützenden Umgang mit dem Partner

  • Sprechen Sie Ihren Mann auf die Erektionsproblematik dann an, wenn Sie beide Zeit haben.
  • Fragen Sie Ihren Partner, ob er darüber reden möchte und teilen Sie ihm mit, dass Sie sich vom Gespräch eine Verbesserung der sexuellen Problematik und auch der Beziehung im Allgemeinen erhoffen.
  • Im Gespräch können Sie ihre eigenen Gefühle mitteilen und auch sexuelle Wünsche äußern. Vermeiden Sie jedoch Vorwürfe. Als hilfreich hat es sich erwiesen in der "Ich-Form" zu sprechen ("Ich fühle mich...", "Für mich ist es so...", "Ich würde mir wünschen..."). Finden Sie dabei die Form, die für Sie passt, dies kann humorvoll, emotional oder auch sachlich sein.
  • Manche Männer erleben es als unterstützend, wenn Sie ihnen im Gespräch den Leistungsdruck nehmen und Sie ihn unabhängig von der Erektionsproblematik als Mann bestärken.
  • Betrachten Sie das Thema als gemeinsames Problem und vermitteln Sie Ihrem Partner dadurch das Gefühl, nicht allein zu sein.
  • Falls Sie mögen, können Sie sexuell aktiv(er) werden: ein Gespräch über ihre gewünschten gemeinsamen sexuellen Aktivitäten beginnen, alternative Formen von Sexualität leben (z. Bsp. manuelle Stimulation) oder Sex initiieren. Dadurch kann Ihr Partner motiviert werden, seine Erektionsprobleme selbst aktiv anzugehen.
  • Zeigen Sie Interesse und setzen sich selbst aktiv mit dem Thema auseinander, indem Sie sich über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten informieren und Ihr Wissen im Gespräch miteinander teilen.
  • Es kann hilfreich sein, wenn Sie ihren Partner darauf hinweisen, dass sich durch eine erfolgreiche Behandlung auch sein Selbstwertgefühl als Mann verbessern könnte.
  • Versuchen Sie Ihren Partner zu entlasten, indem Sie ihm Mut machen, dass sich durch eine Behandlung etwas verbessern kann.
  • Falls Sie bereits selbst positive Erfahrungen mit therapeutischer Unterstützung gemacht haben, sprechen Sie mit Ihrem Partner darüber und ermutigen Sie ihn dadurch, selbst eine Behandlung zu beginnen.

 

 

 

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