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Mit Sex aufs Siegertreppchen

Müssen Olympioniken abstinent sein? Fördert eine Liebesnacht vor dem Wettkampf die Siegeschancen?

 

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Sex und Sieg

"Kondom-Mangel in Olympischem Dorf". Diese und ähnliche Schlagzeilen rauschten während der Olympischen Spiele 2000 durch den internationalen Blätterwald. Sportler und Sex während der Spiele? Müssen Olympioniken nicht abstinent sein, fragten sich da viele. Nein, diejenigen Sportler, die sich am Vorabend eines Wettkampfs mit ihrem Partner vergnügten, brachten vermutlich die bessere Leistung. Das legen neueste Forschungsergebnisse nahe. "Hatten Sie Sex am Abend vor dem Rennen?" wollten beispielsweise Forscher der Universität Oxford von den 2000 Teilnehmern am Londoner Marathon wissen. Und tatsächlich waren nach der Zielauswertung sexuell aktive Läufer im Schnitt fünf Minuten schneller als enthaltsame.

"Klar, wer guten Sex hatte, schläft besser, ist am nächsten Morgen ausgeruhter und sieht die Sache nicht so verbissen", kommentiert Triathletin und Iron Woman Astrid Benöhr in der Ausgabe der Zeitschrift "Glamour".

Ian Shrier von der McGill Universität in Montreal, Kanada, meint dazu: "Einige Athleten sind zu aggressiv. Sex kann sie entspannen." In keinem Fall habe Sex am Vorabend negative Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen. Im Gegenteil, die Turnübungen im Bett könnten durchaus als letzte Trainingseinheit gesehen werden. Immerhin verbrennt der menschliche Körper beim Liebesspiel an die 100 bis 150 Kalorien. Das entspricht etwa einem 20-minütigen Spaziergang.

 

Training fürs Bett

Sex ist also gut für Sportler und auch der Umkehrschluss gilt: Sport ist gut für das Liebesleben. Männer, die viermal pro Woche mehr als eine halbe Stunde trainierten, hatten laut einer Studie der Universität von Kalifornien immerhin um ein Drittel häufiger Sex als Sportmuffel. Darüber hinaus gilt Sport als Allround-Therapeutikum, das nicht nur fit und den Körper schön macht. Sport vertreibt Depressionen und macht gar klug. Dort, wo Medikamente bereits versagt haben, könne regelmäßiger Sport Depressive aus ihrem Stimmungstief reißen. Das berichteten deutsche Wissenschaftler im März im Fachmagazin "British Journal of Sports Medicine".

"Radfahren oder Joggen an der frischen Luft führen bei Patienten, die unter Depressionen leiden, nicht nur zur Besserung ihres psychischen Zustandes, sondern auch zur Verbesserung der Denkleistung", belegte James Blumenthal vom Medical Center der Duke University im selben Monat.

 

Zu sportlich, zu schön?

Aber Vorsicht mit dem Run aufs Fitness-Studio. Wer es mit der Schönheitspflege übertreibt, der schadet womöglich seinem Sexualleben. Nur 32 Prozent der Frauen finden durchtrainierte Muskelpakete erotisch - so ein Ergebnis des italienischen Sexualforschers Massimo Cicogona, der 500 Frauen und Männer nach ihren Vorlieben befragt hatte. Die Mehrheit bevorzugte natürlich proportionierte Männer mit Drei-Tage-Bart. Der Rat des Sexualforschers: "Man sollte dem Körper seinen natürlichen Ausdruck lassen." Damit könne man am besten verführen.

Kein Grund zum Faulenzen. Denn Sportlichkeit steht bei der Wahl des oder der Liebsten dennoch hoch im Kurs. Das Emnid-Institut wollte im Auftrag der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft der Universität Landau von 1466 Deutschen wissen, wie ihr Traumpartner sein und aussehen soll. Ergebnis: Immerhin 71 Prozent sucht nach dem sportlichen und leistungsfähigen Typ. (Quelle: www.netdoktor.de) 


 

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