Film

 

Frauenheld mit Bindungsangst

 

Der Film „Bis später, Max!“ wirft einen melancholischen Blick auf die Liebe im Alter

 

Max Kohn ist 80 Jahre alt und immer noch hinter den Frauen her. Obwohl er eine Freundin hat. Der New Yorker Rentner und Schriftsteller sucht auf seinen Lesereisen amoröse Abenteuer, auch wenn er sich dabei um die Prostata sorgt und vor einer neuen Verbindung im letzten Moment stets den Rückzug antritt. In Jan Schüttes Tragikomödie „Bis später, Max!“ geht es um Liebe im Alter, Einsamkeit und Bindungsangst. Dem Film zu Grunde liegen drei Erzählungen von Isaac B. Singer, und Hauptdarsteller Max Tausig, der alle drei Rollen spielt, verkörpert das Alter Ego des jüdischen Schriftstellers. Entstanden ist dabei ein wunderbar charmanter Film, der abgrundtief komische Momente ebenso enthält wie tief melancholische. Denn in Singers Werk steckt bei aller Leichtigkeit immer auch die Erfahrung des Holocaust.

 

Unausgesprochene Vorwürfe

 

Gitti und Jens wollen nicht wie „Alle anderen“ sein – aber das ist gar nicht einfach

 

Urlaub als Paar ist so eine Sache. Entweder hat man endlich richtig Zeit füreinander, oder es brechen Konflikte auf, die im Berufsalltag überdeckt wurden. Genauso geht es Gitti und Jens auf Sardinien. Das Gleichgewicht der beiden Mittdreißiger gerät ins Wanken, als der Architekt Jens einem erfolgreichen Kollegen begegnet, den er zugleich bewundert und nicht ausstehen kann. Bei den Abendessen zu viert gerät alles aus dem Ruder. Gitti wirft ihrem Freund vor, seine Überzeugungen zu verleugnen, nur um den Kollegen zu beeindrucken. Danach ist nichts mehr, wie es war. Das Beziehungsdrama von Maren Ade beeindruckt mit feinem Gespür für Stimmungen und unausgesprochene Vorwürfe. Birgit Minichmayer wurde für ihre Rolle als Gitti auf der Berlinale 2009 zu Recht als beste Darstellerin ausgezeichnet.

 

Hinter den Kulissen

 

Die Dokumentation „9 to 5: Days in Porn“ erkundet den Alltag der Pornoindustrie

 

Der Begriff 9 to 5 steht in Amerika für einen ganz normalen Achtstundentag. Und genau darum geht es in dieser Dokumentation von Jens Hoffmann: die Pornoindustrie im kalifornischen San Fernando Valley als ganz normalen Arbeitsalltag zu zeigen. Der Regisseur begleitet mit seiner Kamera zehn Menschen, die dort tätig sind. Das euphorisierte Mädchen vom Land, das ein halbes Jahr später in den Drehpausen nur noch ins Leere starrt. Die Deutsche, die sich mühevoll in die erste Darstellerriege hochgearbeitet hat. Der Schauspieler, der Probleme mit seiner Erektion hat. Dabei bleibt der Film angenehm zurückhaltend, Sexszenen gibt es hier nicht zu sehen. Dafür zeigt „9 to 5: Days in Porn“ den schäbigen Alltag hinter den Kulissen einer Industrie, die jährlich 100 Milliarden Dollar Umsatz macht.

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