Lese-Lust

 

Genaue Erwartungen

 

Beziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Zu entscheiden, welcher der richtige ist, wird immer schwieriger. Der Ratgeber „Lieben ein Leben lang“ der beiden Paartherapeutinnen Birgit Dechmann und Elisabeth Schlumpf ist nur bedingt für jederman zu empfehlen. Das Buch erläutert auf hohem intellektuellen Niveau die Probleme des Alltags und die nachlassende sexuelle Intensität einer Paarbeziehung. Es erklärt, warum es dazu kommt und was man dagegen tun kann. Im zweiten Teil aber entwickelt sich eine Tendenz, die viele Leser nebulös bis arg spirituell finden werden. Da wird „Arbeit an der Weite des Geistes“ geleistet, das Herz zum Schwingen gebracht, der Körper geöffnet und sein Energielevel erhöht. Hier kommt die körperorientierte Therapie zum Tragen, für die Elisabeth Schlumpf steht. Dazu übertreiben es die Autorinnen mit den modellhaften Fallbeispielen, die es zwar in fast jedem Ratgeber gibt, hier aber in lange Interviewpassagen ausarten. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte deshalb ganz genaue Erwartungen haben.

 

Was Frauen wollen

 

Was erwartet die heutige junge Frauengeneration von der Sexualität? Welche Grenzen überschreitet sie, welche Fantasien hat sie? Diese Fragen haben sich die Journalistinnen Ina Küper und Marlene Burba gestellt. Um sie zu beantworten, haben sie sich von 33 Frauen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 30 „ ihre aufregendsten, unanständigsten und romantischsten Abenteuer“ erzählen lassen, wie es im Untertitel heißt. Da geht es um den Traum von Sex mit drei Männern, eine Urlaubsbekanntschaft mit einem Tauchlehrer, das allmähliche Erkunden sexueller Vorlieben bei einem frischverliebten Paar oder einen One-Night-Stand mit einem unbekannten Mann. Fast immer sind es fremde Männer, Freunde oder flüchtige Bekannte, die eine Rolle spielen. Und durch die Ungewohntheit der Situation schaffen sie es, in den Frauen eine bisher verborgene Saite zum Schwingen zu bringen. Das alles in kurzen, gut zu lesenden Ich-Erzählungen kennenzulernen, ist durchaus interessant. Wenn es aber zum Sex kommt, ähnelt die Schilderung leider dem Stil eines Groschenromans.

 

Wie Schweden sexy wurde

 

Die Geschichte der Pornografie: Dian Hanson kämpfte für die sexuelle Revolution, studierte die Parameter männlicher Lust und veröffentlicht seit über 25 Jahren pornografische Magazine und Bücher. Seit 2001 ist sie beim Taschen Verlag Herausgeberin der „Sexy Books“. „The Private Collection“ widmet sich dem Hardcore- Magazin „Private“ des Schweden Berth Milton, ehemaliger Gebrauchtwagenhändler, der 1965 sein leidenschaftliches Vergnügen, nackte Frauen zu fotografieren, zum Lebensinhalt machte. Milton realisierte für sein Magazin alles selber: Er plante die Locations für die Shootings, schminkte, frisierte und kleidete seine Models, die den Leser auffordernd zu Beginn einer jeden Fotogeschichte anschauen. Mit seinen lächelnden und vollkommen zügellosen Models schuf Private die Vorstellung, Schweden sei das liberalste Land der Welt, ein Garten Eden der Lüste, der Männer weltweit verzauberte. Das wird heute sicher nicht mehr der Fall sein. Wer keine Berührungsängste vor der Darstellung sexueller Handlungen hat, wird Spaß mit dieser Box haben, die tiefe Einblicke in die Geburtsstunde der Pornografie liefert.

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