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Gute Heilungschancen

Hodenkrebs gehört bei Männern unter 40 zu den häufigsten Krebsarten. Doch in den allermeisten Fällen ist die Krankheit dauerhaft heilbar

Wie beim Prostatakrebs weiß die Wissenschaft beim auch Hodenkrebs noch nicht, wie die Krankheit genau entsteht. Es scheinen lediglich eine Reihe von Vorbedingungen zu existieren, anhand derer man eine höhere Häufigkeit von Fällen feststellen kann. Dazu gehören etwa die Zeugungsunfähigkeit, ein Hodenhochstand im Kindesalter, das Auftreten der Krankheit bei Vater oder Bruder oder ein hoher Östrogenspiegel der Mutter während der Schwangerschaft. Fest steht nur: Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern unter 40 Jahren. Etwa 4750 Männer in Deutschland sind davon jedes Jahr betroffen. Genauso steht aber auch fest: Die Krankheit gehört zu den Krebsarten, die am besten und häufigsten heilbar sind.

Weil die Häufigkeit von Hodenkrebs besonders bei Männern zwischen 35 und 49 in den letzten Jahrzehnten sogar noch zugenommen hat, gehen manche Wissenschaftler davon aus, dass auch Umwelteinflüsse eine Rolle bei der Entstehung spielen. Das soll beispielsweise den Kontakt mit Pflanzen- oder Insektenschutzmitteln, Schwermetallen oder Chrom betreffen. Belastbare Belege gibt es jedoch auch für diese Theorie nicht.

Weil Hodenkrebs meist zufällig entdeckt wird, raten Ärzte jungen Männern ab 15 Jahren zur Früherkennung. Die Vorsorge ist in diesem Fall sehr einfach, weil sie ohne großen Aufwand zu Hause betrieben werden kann: Beim regelmäßigen Abtasten der Hoden gilt es, auf Vergrößerungen und knotige Veränderungen, Schmerzen oder ein Schweregefühl zu achten. In jungen Jahren können auch angeschwollene Brustdrüsen ein Symptom der Krankheit sein, weil einige Hodentumore das weibliche Geschlechtshormon Östrogen produzieren. Liegt ein Verdacht vor, sollte umgehend der Hausarzt oder ein Urologe kontaktiert werden.

In der Praxis kann durch eine Ultraschall- Untersuchung schnell festgestellt werden, welche Ursache die Veränderung des Hodens hat. Bei einem hochgradigen Verdacht muss in der Regel der Hoden operativ freigelegt werden, da eine Biopsie von außen ein zu hohes Risiko für eine Tumorzellverschleppung beinhaltet. Im Blut können dann auch bestimmte Hodentumormarker gemessen werden, die bei vielen Hodentumoren erhöht sind. Liegt Hodenkrebs vor, wird der betroffene Hoden samt Samenstrang in der Regel operativ entfernt. Nur in seltenen Ausnahmefällen, wenn der Tumor maximal ein Drittel des Hodenvolumens umfasst und am Rand liegt, kann organerhaltend operiert werden. Je nach Art und Ausbreitung des Tumors kann nach der Operation zusätzlich noch eine Strahlentherapie, Chemotherapie oder die Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum erforderlich sein.

Der weitaus größte Teil der Fälle kann mit diesen Verfahren geheilt werden. Fünf Jahre nach der Diagnose sind 95 Prozent der betroffenen Männer noch am Leben. Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wurde, desto besser sind die Überlebenschancen. Auch sind in den ersten drei bis fünf Jahren nach der Heilung regelmäßige Nachuntersuchungen zu empfehlen. Sie sollen ausschließen, dass sich noch Krebszellen im Körper befinden.

Natürlich ist der Verlust eines Hodens für die betroffenen Männer psychisch und ästhetisch nicht einfach zu verkraften. Aber: Die Zeugungsfähigkeit bleibt auch bei nur einem Hoden erhalten. Sollte der Testosteronwert nach der Operation zu niedrig sein, ist eine lebenslange Testosterontherapie zu empfehlen, um den Hormonhaushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Um die kosmetischen Folgen der Operation abzumildern, ist das Einsetzen einer Hodenprothese möglich. Dann sieht zumindest von außen alles wieder so aus wie vorher.

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