Medizinwelt

Auf dem Höhepunkt

Eine neue Studie zeigt, welche Erfahrungen die Deutschen mit dem Orgasmus machen. Dabei stehen besonders die Frauen im Vordergrund.

Was in den Schlafzimmern der Nation vorgeht, blieb lange im sprichwörtlichen Dunkeln. Erst seit wenigen Jahrzehnten können Wissenschaftler erforschen, wie Männer und Frauen Sexualität leben. Meistens geschieht das durch repräsentative Befragungen. Jetzt ist eine neue Untersuchung hinzugekommen: Die Studie Sexual Wellbeing Global Survey, in Auftrag gegeben von der Firma Durex, untersucht vor allem Fragen rund um den Orgasmus.

Dabei hat sich zum Beispiel bestätigt, dass Männer immer noch häufiger zum Orgasmus kommen. 80 Prozent von ihnen gaben an, beim Sex immer oder fast immer einen Höhepunkt zu erleben. Bei den deutschen Frauen sagten dies nur 33 Prozent der Befragten. Damit stehen sie im internationalen Vergleich zwar besser da als viele andere Frauen – in einigen asiatischen Ländern liegt der Wert nur um die zehn Prozent. Trotzdem, ein signifikanter Unterschied zu den Männern bleibt.

Bei der Intensität des Orgasmus liegen deutsche Männer und Frauen dagegen gleichauf – zwei Drittel beider Geschlechter sind mit der Intensität vollauf zufrieden. Der Wert steigt bei den deutschen Frauen, die täglich mit ihrem Partner Sex haben, sogar auf fast 90 Prozent an. Interessant ist auch folgendes Ergebnis der Untersuchung: Viele Frauen erheben gar nicht den Anspruch, bei jedem Geschlechtsverkehr einen Höhepunkt zu erleben. Doch wenn es dazu kommt, dann soll er in ihren Augen auch ein besonders intensiver sein.

Dabei spielt auch das jeweilige Alter der Frau eine Rolle. Die intensivsten Orgasmen erleben laut Studie die Frauen zwischen dem 25. und 34. Lebensjahr. Die Zufriedenheit mit dem Höhepunkt geht mit zunehmendem Alter dann immer weiter zurück. Auch die Länge des Vorspiels hat entscheidende Bedeutung: Viele Männer mögen Quickies bevorzugen, aber ihrer Partnerin tun sie damit keinen großen Gefallen. Sowohl die Zahl der Orgasmen als auch ihre Intensität nimmt bei den Frauen zu, je länger das Vorspiel dauert. Die meisten befragten Frauen gaben dabei einen Idealwert von etwa 20 Minuten an.

Tisch und Bett zu teilen, kommt dem Liebesleben übrigens nicht unbedingt zugute. Die Häufigkeit der Orgasmen ist bei den Frauen höher, die zwar liiert sind, aber getrennt von ihrem Partner leben. 43 Prozent von ihnen gaben an, jedesmal einen Orgasmus zu bekommen; das sind zehn Prozent mehr als der Durchschnitt. Die Länge der Beziehung spielt bei den deutschen Frauen dagegen keine Rolle. Die weltweit angelegte Studie ergab, dass im Ausland die Zahl der Orgasmen mit zunehmender Dauer der Beziehung ansteigt, in Deutschland jedoch nicht.

Die Studie bekräftigt darüber hinaus den Zusammenhang von erfüllter Sexualität und allgemeinem Wohlbefinden. Männer und Frauen, die häufiger einen Orgasmus haben, sind im Durchschnitt zufriedener. Dabei wirkt sich das Sexualleben auch auf Seele und Körper aus: Psychisch und physisch fühlen sich die Menschen am wohlsten, wenn sie regelmäßig guten Sex haben. Es ist es deshalb wert, sich Zeit zu nehmen und auf die Bedürfnisse des Partners einzugehen. Denn eine erfüllte Sexualität bedeutet schlicht und einfach mehr Lebensqualität.

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