Lebens-Lust

Wie man die Herzen der Frauen gewinnt

Kennen Sie Harry von Duckwitz? Jenen schrägen Ex-Diplomaten, Zeitgeistkritiker, Frauen- und Musikliebhaber aus der Feder von Joseph von Westfalen? Drei humorvolle und ironische Romane hat der Schrifsteller seinem Alter Ego gewidmet: Zuerst „Im diplomatischen Dienst“, dann „Das schöne Leben“ und schließlich „Die bösen Frauen“. Harry von Duckwitz fliegt darin aus dem diplomatischen Dienst, ergeht sich in „tatenloser Vollbeschäftigung“, hat an allem etwas auszusetzen und verwaltet nebenbei sein „Vielfrauenimperium“ aus Gattin Rita, Gefährtin Helene und Geliebter Ines. Geht es mit einer von ihnen aufs Separée, versucht von Duckwitz sie mit alter Jazzmusik – seine zweite Leidenschaft – in Wallung zu bringen.

Was lag da näher, als einen Romansoundtrack mit eben diesen Jazzstücken aufzulegen – um so mehr, da der Autor rein zufällig die Lieblingsplatten seiner Romanfigur besitzt. Inzwischen sind drei solcher Soundtracks im Schweizer Verlag Kein & Aber erschienen. Sie heißen „Wie man die Herzen der Frauen gewinnt“, „,Mehr Jazz‘, sagten die Frauen“ sowie „Jazz macht Frauen Beine“ und haben einen regelrechten Jazzboom ausgelöst. Die CDs enthalten eine geschmackvolle Zusammenstellung alter Jazz- und Bluesklassiker aus den 1920er bis 1940er Jahren. Da lässt Lester Young sein Tenorsaxofon erklingen und Billie Holiday ihre einzigartige Stimme, Duke Ellington dirigiert sein legendäres Orchester. Und natürlich darf auch Louis Armstrong nicht fehlen. Dazu liest von Westfalen, teilweise unterlegt mit Musik, Passagen aus seinen Romanen vor. Aber die CD-Boxen funktionieren auch, wenn man seine Bücher nicht gelesen hat. Diese Musik hat den Test der Zeit mit Bravour bestanden.

Ob sich jedoch mit dieser Musik wirklich Frauenherzen gewinnen lassen, ist nicht garantiert. Aber Sie können es ja einmal ausprobieren. www.keinundaber.ch

Wein-Lust

Was eine positive Besprechung nicht alles bewirken kann. Als der bekannte Weinkritiker Stuart Piggot Ende 2007 einen Spätburgunder des württembergischen Weinguts Schloss Lehrensteinsfeld in den höchsten Tönen lobte, war der Jahrgang ruckzuck ausverkauft. Inzwischen lässt sich der Wein wieder besser bekommen, und auch der aktuelle Jahrgang 2007 lohnt sich. Nach 18 Monaten Reifezeit im Holzfass bringt dieser Wein alles mit, was ein Spätburgunder haben muss: Tiefe, Frucht, Eleganz. Zudem stammt er aus einem ertragsreduzierten Weinberg. Während der Reife der Trauben wurde weniger am Rebstock gelassen, als er tragen kann. So sinkt zwar der Ertrag, aber die ganze Kraft der Rebe geht in die verbleibenden Trauben. Und das schmeckt man. Oder, um es in der Sprache der württembergischen Automobilbranche zu sagen: Dieser Spätburgunder ist ein Wein der oberen Mittelklasse in einem noch günstigen Preissegment.
Für 10 Euro erhältlich unter www.schloss-lehrensteinsfeld.de

Das Rezept: Lauch-Hackfleisch-Topf mit Senf

Im September und Oktober kommtder Lauch frisch von unseren Feldern. Er ist ein sehr altes Gemüse und stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Lauch war bereits in der Antike bekannt und galt dort als aphrodisierend. Der berüchtigte römische Kaiser Nero soll vom Stangengemüse so begeistert gewesen sein, dass er einmal pro Woche ein Lauchgericht zu speisen wünschte. Bestimmt hätte ihm auch der Lauch-Hackfleisch-Topf geschmeckt, der mit dem Senf noch ein weiteres Aphrodisiakum enthält. Und so wird er zubereitet: Für zwei bis drei Personen 200 g Hackfleisch mit einer gehackten Zwiebel anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Alles in einen großen Topf geben, einen dreiviertel Liter Brühe dazugießen und zwei geschnittene Stangen Lauch darin zum Kochen bringen. Mit zwei TL Senf und einer Prise Cayennepfeffer würzen. Tomatenmark einrühren, bis ein sämiger Eintopf entsteht. Den Lauch nicht zu lange kochen, er sollte noch etwas Biss haben. Abschmecken und mit Reis oder Nudeln servieren.

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