Traumhafte Bilderwelten

Mehr als nur Dalí: Die Neue Nationalgalerie in Berlin zeigt einen kompletten Überlick über den Surrealismus und seine Folgen

Viele Museumsfreunde haben die Namen Ulla und Heiner Pietzsch möglicherweise noch nicht gehört. Dabei gehört die Kunstsammlung des Berliner Ehepaars zu den bedeutendsten der Klasssichen Moderne. Zum ersten Mal in großem Umfang ist sie unter dem Titel „Bilderträume“ noch bis zum 22. November in der Berliner Neuen Nationalgalerie zu sehen.

Den Schwerpunkt der Privatsammlung bilden Werke des Surrealismus. Jener Kunstrichtung der 1920er und 1930er Jahre, in denen die Maler versuchten, ihr Innerstes ungefiltert auf die Leinwand zu bringen. Malen ohne Nachdenken – so lässt es sich einfach ausdrücken. Die Surrealisten drückten ihre Träume aus, brachten das Unbewusste an die Oberfläche und verwirklichten ihre sexuellen Fantasien visuell. Während Sexualität im Jahrhundert zuvor meist nur verschlüsselt dargestellt wurde, machten die Surrealisten sie zum Thema.

Die Ausstellung zeigt herausragende Bilder dieser Künstlergruppe – von Rene Magritte über Max Ernst, Joan Miro, Paul Delvaux bis zum bekanntesten Surrealisten, Salvador Dalí. Alle entführen in eine traumhafte Bilderwelt, in der schöne Frauen entrückt umherwandeln, die Schwerkraft aufgehoben ist und die Zeit zerfließt. Doch hat das Ehepaar Pietzsch nicht nur die Stars der Szene gesammelt. Auch eher unbekannte Surrealisten sind zu sehen, so dass sich ein guter Überblick ergibt. Porträtfotografien einiger Künstler von berühmten Fotografen wie Man Ray, die aus dem Fundus der Neuen Nationalgalerie stammen, runden diesen Abschnitt der Ausstellung ab.

Doch damit nicht genug. Ulla und Heiner Pietzsch haben auch weiterverfolgt, welche Folgen der Surrealismus in der internationalen Kunstszene hatte. Deshalb sind in der Neuen Nationalgalerie auch viele Werke aus Übersee zu sehen. Zum Beispiel von Frieda Kahlo und ihrem Mann Diego Rivera, die in Mexiko einen ganz eigenen Surrealismus entwickelten. Oder auch bedeutende Werke aus der Frühzeit des Abstrakten Expressionismus in New York. Auf den ersten Blick scheinen die vollgetropften und großflächig bespritzen Leinwände wenig mit Surrealismus zu tun zu haben. Doch eint beide Richtungen der Grundgedanke: Im Malprozess den Kopf auszuschalten. Dieser zweite Schwerpunkt der Sammlung hat ebenso hochkarätige Künstler zu bieten wie der erste. Dazu zählen Jackson Pollock, Mark Rothko, Ad Reinhardt und Robert Motherwell.

Der Besuch lohnt sich: Einen so vollständigen Überblick über den Surrealismus und die Folgen gab es noch nicht zu sehen.

Adresse
Neue Nationalgalerie
Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Tel. 030 266 42 42 42

Öffnungszeiten
Di, Mi, So 10.00–18.00 Uhr
Do 10.00–22.00 Uhr,
Fr, Sa 10.00–20.00 Uhr
Mo geschlossen
Eintritt 10 Euro / 5 Euro ermäßigt

Bildnachweis
Dorothea Tanning
Spannung, 1942, Voltage
Öl auf Leinwand, 29 x 30,9 cm
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009

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