Lese-Lust

Der Film im Kopf

Wenn ein Paar bemerkt, dass die gemeinsame Sexualität sich nur noch in eingefahrenen Bahnen bewegt oder experimentierfreudige Menschen etwas Neues ausprobieren wollen –dann ist das Buch „Speisekarte der Lustspiele“ von Alexandra Haas genau richtig. Die studierte Literaturwissenschaftlerin und Inhaberin eines Erotikshops in Zürich gibt zahlreiche Empfehlungen, was Sex spannender machen kann: Sexspielzeug, Rollenspiele, Bondage, Inszenierungen. Oder auch die Kunst, sich im Alltag Exklusivzeit einzuräumen oder durch kleine Interventionen einen anregenden Film im Kopf des Gegenübers zu starten. Alle Themenbereiche werden fiktiv an einem Beispielpaar eingeführt und verständlich erklärt. Auch worauf man bei Spielereien mit Handschellen oder Frischhaltefolie achten sollte, um Unfälle zu vermeiden, wird nicht vergessen. Dazu gibt die Autorin interessante Literaturtipps. Dort erfährt man zum Beispiel, dass Vorläufer von Vibratoren schon im 17. Jahrhundert bei angeblicher Hysterie von Frauen eingesetzt wurden. Rabaté: Bäche und Flüsse, Reprodukt Verlag, 94 Seiten, 18 Euro

Liebe im Alter

Eine Geschichte über Liebe und Sexualität im Alter ist nicht unbedingt das, was man vom Genre Comic erwartet. Der französische Zeichner und Texter Pascal Rabaté hat sich in „Bäche und Flüsse“ dennoch daran gemacht. Er erzählt die Geschichte des Witwers Émile, dem das Leben bis auf die Angelausflüge mit einem Freund nicht mehr viel zu bieten scheint. Nach dessen Tod ist er völlig allein. Émile macht sich mit ein paar Flaschen Wein, seiner Angelrute und einer Packung Schlaftabletten zu einer letzten Reise auf: Er möchte noch einmal den Ort seiner Kindheit besuchen. Doch in seinem Geburtshaus findet er eine alternative WG vor, und plötzlich lebt er für eine Weile mit den jungen Leuten, findet zurück zur Lebensfreude und lernt am Ende eine Frau kennen. Bedächtig, in ruhigen Bildern und mit lakonischem Humor erzählt Rabaté diese ungewöhnliche Geschichte, die den Leser immer stärker gefangen nimmt. Völlig zu Recht wurde „Bäche und Flüsse“ 2007 mit dem Prix de la Critique ausgezeichnet, einem der wichtigsten Comic-Preise überhaupt. Dieter Kleiber, Sabine Grüsser, Nina Knoll, Elmar Brähler (Hrsg.): Tabuzonen der Frauen- und Männergesundheit. Psychosoziale Perspektiven, Psychosozial-Verlag, 212 Seiten, 22,90 Euro

Psychosoziale Perspektiven

Neben dem etablierten Fachbereich der Frauengesundheit hat sich in den vergangenen Jahren die Männergesundheit zu einem wichtigen Thema entwickelt. Deshalb ist es nur logisch, dass eine Reihe von Psychologen, Psychotherapeuten und Sexualmedizinern sich im Sammelband „Tabuzonen der Frauen- und Männergesundheit“ mit beiden Bereichen beschäftigt. Die Fachleute schreiben darin über die Harninkontinenz beim Mann, Erektionsstörungen, Piercings, die Auswirkungen von Brustkrebs auf die Sexualität oder die Menopause als Auslöser von Schamgefühlen. Gemeinsam ist allen Beiträgen die psychosoziale Perspektive: Wie wirkt sich die sexuelle Störung auf die Betroffenen aus? Und welche Folgen hat das für die Partnerschaft und das soziale Umfeld? Der Sammelband richtet sich in erster Linie an wissenschaftlich geschulte Leser, doch auch interessierte Laien können Gewinn aus der Lektüre ziehen. So erfährt man zum Beispiel, dass die Geschichte der Genitalchirurgie bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreic

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